Die Namen der Prager Straßen, Plätze, Uferstraßen und Brücken änderten sich in der Neuzeit bei jeder großen Veränderung der Staatsordnung. Nach Václav Ledvinka, dem Direktor des Archivs der Hauptstadt Prag, spiegelten die Namen der öffentlichen Räume in Prag die politischen Verhältnisse wider und wurden deshalb oft geändert.[2] Ledvinka erklärte 2009, etwa dreitausend Straßen hätten Änderungen durchlaufen und das heutige Opletalova habe in seiner Geschichte vierzehn Namen gehabt.[2] Das digitale Pražský uličník, das im Oktober 2025 der Magistrát hlavního města Prahy, das Archiv hlavního města Prahy und das IPR Praha starteten, verzeichnet 8 318 Straßennamen, einschließlich untergegangener und nie entstandener Straßen.[3]
Wer heute entscheidet: Rat, Stadtversammlung und Ortsnamenkommission
Der Erste Stellvertreter des Oberbürgermeisters Rudolf Blažek, damals Vorsitzender der Ortsnamenkommission, beschrieb 2009 das Verfahren so: Über Straßennamen entscheidet nach dem Gesetz die Gemeinde, im Fall der Hauptstadt Prag der Stadtrat.[2] Anregungen reichen Bürger, Schulen, Baufirmen, Stadtbezirke oder die Kommission selbst ein; sie prüft sie und legt sie dem Rat zur Genehmigung vor.[2] Laut Blažek lehnte die Kommission Vorschläge ab, eine Straße nach Václav Klaus oder Václav Havel zu benennen, weil eine Straße nicht den Namen einer lebenden Person tragen darf.[2]
Die Ortsnamenkommission des Rates der Hauptstadt Prag besteht seit Anfang 1991 und wird in jeder Wahlperiode neu eingesetzt.[1] Sie ist ein beratendes Organ des Stadtrates.[1] Bei der Umbenennung eines Teils der Korunovační im März 2022 erklärte Ratsmitglied Jan Chabr, Straßennamen zu ändern liege in der Zuständigkeit der Prager Stadtversammlung, die die Änderung auch genehmigt habe.[4] Bei der Umbenennung der Koněvova im Juni 2023 schrieb der Pražský deník, über die Änderung des Namens entscheide der Stadtrat auf Empfehlung der Ortsnamenkommission des Magistrats.[25]
Nach 1996 bestand die Hauptaufgabe der Kommission in der Benennung neu entstandener Straßen, und in den vergangenen dreißig Jahren kamen in Prag über 1 500 neue Namen hinzu.[7] Im Oktober 2014 änderte der Rat den Namen des Parks Družby in Prag 4 nach dem Ergebnis einer vom Stadtbezirk veranstalteten Bürgerbefragung in park Na Pankráci.[5]
1787–1898: amtliche Namen, zunächst nur deutsche
Straßennamen wurden in Prag ab dem 27. Oktober 1787 amtlich als Ergänzung der Hausnummern eingeführt und waren ausschließlich deutsch.[1] Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erhielten Inseln, Brücken und Uferstraßen Namen nach Angehörigen der Dynastie Habsburg-Lothringen, zum Beispiel Ferdinandova třída und Františkovo nábřeží, und 1868 legten die Gemeindeältesten den bis heute geltenden Grundsatz fest, dass jeder Name in Prag nur einmal vorkommen darf.[1] Im Jahr 1888 brachten die Ratsherren in den neu angeschlossenen Holešovice nur tschechische Namen an, und eine Verordnung vom 20. April 1894 ordnete an, zweisprachige Schilder in ganz Prag durch tschechische zu ersetzen.[1]
12. Februar 1919: Die Schilder mit den Habsburgern verschwinden
Der Prager Verwaltungsausschuss beschloss am 12. Februar 1919, aus der Stadt alle Schilder mit Namen nach Mitgliedern der Dynastie Habsburg-Lothringen zu entfernen.[6] Aus dem Františkovo nábřeží wurde das Masarykovo nábřeží und aus der Kaiser-Franz-Brücke die Brücke der Legionen.[6] Anstelle weiterer dynastischer Namen erhielten die Plätze Namen nach Künstlern (Smetanovo náměstí, Alšovo nábřeží), Namen, die an die Republik erinnern (Náměstí Republiky, Revoluční třída), oder ältere örtliche Namen (Kleinseitner Ring, Letenské sady), und aus der Ovocná ulice wurde die ulice 28. října.[6] Die Ferdinandova třída wurde 1919 zur Národní.[15] Das heutige Náměstí Jana Palacha, das in den Jahren 1916–1919 den Namen náměstí Císařovny Zity getragen hatte, wurde in Smetanovo náměstí umbenannt.[11]
Ende 1918 entstand aus einer Umfrage des Klubs Za starou Prahu eine Namenkommission, deren Sekretär der Stadtarchivar Václav Vojtíšek war.[6] Das Gesetz Nr. 266/1920 Slg. verbot Namen, die an Personen erinnerten, die dem tschechoslowakischen Volk feindlich gesinnt waren, oder an staatsfeindliche Ereignisse, und verpflichtete die Gemeinden, sie binnen eines Monats zu ändern.[1]
1922–1938: Groß-Prag und 400 neue Namen
Zum 1. Januar 1922 wurden 37 Nachbargemeinden an Prag angeschlossen, und nach dem Pražský uličník entstand dadurch ein Namenschaos.[6] Der Stadtrat genehmigte am 9. Januar 1925 sechs Grundsätze der Benennung, darunter den Vorrang traditioneller und örtlicher Namen und das Verbot, eine Straße nach einer lebenden Person zu benennen.[1] Nach diesen Grundsätzen wurden in kurzer Zeit über 400 Straßen benannt, und weitere Wellen folgten in den Jahren 1928, 1931, 1935 und 1938.[1]
1940–1945: Norimberská, třída Viktoria und Heydrichovo nábřeží
Die reichsdeutschen Behörden ordneten am 25. März 1939 an, dass die wichtigsten Prager Straßen neben dem tschechischen auch einen deutschen Namen tragen sollten.[1] Im April 1940 schickte der Oberlandrat dem Magistrat eine Liste umzubenennender Straßen, die alte tschechische Namen zum Teil eindeutschte und zum Teil neue einführte, etwa nach deutschen Städten (Norimberská, Magdeburská) oder nach mit Prag verbundenen Persönlichkeiten deutscher Herkunft (Braunova, Brokoffova).[1] Als erste wurde am 4. April 1940 die Pelléova ulice in Bubeneč in ulice generála Roettiga umbenannt.[1]
Im selben Monat erschien im Druck das deutsch-tschechische Úřední seznam ulic, náměstí a sadů, das für die Nationalsozialisten unannehmbare Namen beseitigte, darunter Bachmačská, Brücke der Legionen, Masarykovo nábřeží und Anglická, und zugleich die meisten Doppelungen.[6]
Die Pařížská, die durch das ehemalige Judenviertel führt, das heutige Josefov (Prag), hieß in den Jahren 1940–1945 Norimberská; das Pražský uličník nennt als mögliche Erklärung für die Wahl dieses Namens die Nürnberger antijüdischen Gesetze.[9] Die Maiselova, benannt nach dem Primas des Judenviertels Mordechai Maisel, trug in den Jahren 1940–1945 den Namen eines Musikers vom Hof von Rudolf II.[16] Die Náprstkova hieß während der Besatzung Fingerhutgasse, die Jeruzalémská Sedmihradská und die Sněmovní vorübergehend wieder Pětikostelní.[16]
Die Národní trug in den Jahren 1940–1941 den deutschen Namen Volksstraße und hieß in den Jahren 1941–1945 třída Viktoria.[15] Das heutige Masarykovo nábřeží, damals Riegrovo, wurde 1940 zum Vltavské nábřeží und hatte in den Jahren 1942–1945 nur den deutschen Namen Reinhard-Heydrich-Ufer.[10] Das Smetanovo náměstí hatte in den Jahren 1942–1945 nur den deutschen Namen Mozartplatz.[11] Das Rašínovo nábřeží hieß in den Jahren 1941–1945 nábřeží Karla Lažnovského.[14]
1945–1947: zurück zu den Namen aus der Zeit vor München
Nach Kriegsende wurden alle Namen wiederhergestellt, die in Prag vor dem 1. Oktober 1938 gegolten hatten.[1] Die Kommission des Ústřední národní výbor musste in den Jahren 1945–1947 345 Straßen benennen, die kurz vor dem Krieg entstanden waren, und etwa 300 Straßen mit sich wiederholenden Namen umbenennen.[6]
Schon 1946 tauchten Namen auf, die mit der Befreiung und der Nachkriegspolitik verbunden waren. Die Fochova třída wurde nach kurzer Rückkehr des ursprünglichen Namens zur Stalinova.[17] Das Riegrovo nábřeží erhielt den Namen Gottwaldovo.[10] Ein Teil der heutigen Evropská begann nach dem sowjetischen Marschall Georgi Schukow zu heißen.[13] Die Poděbradova im Stadtteil Žižkov benannte der Ústřední národní výbor 1946 in Koněvova um.[25] Die heutige Třída Milady Horákové trug vor dem Februar 1948 den Namen des britischen Königs Georg VI.[23]
14. Oktober 1952: „klassenideologische“ Richtung und Dutzende neuer Namen
Nach dem Februar 1948 sollten die Plätze vor allem nach Vertretern des Widerstands und der inländischen und internationalen Arbeiter- und kommunistischen Bewegung benannt werden, zum Beispiel Urxova, Peckova oder Dimitrovovo náměstí.[6] Der Rat des Ústřední národní výbor beschloss am 14. Oktober 1952, Namen zu entfernen, die den Grundsätzen nicht entsprachen, und ausgesondert wurden vor allem die Namen von Persönlichkeiten der Ersten Republik.[1] In diesem Jahr wurden mehrere Dutzend Straßen und Plätze massenhaft umbenannt.[6]
Das Smetanovo náměstí wurde 1952 zum náměstí Krasnoarmějců.[11] Das Ufer, das seit 1919 den Namen Masaryks getragen hatte, heißt seit 1952 Smetanovo.[6][16] Das Mariánské náměstí erhielt den Namen náměstí primátora Dr. Václava Vacka.[16] Die Terronská in Bubeneč hieß in den Jahren 1952–1990 nach dem sowjetischen Ideologen Andrei Schdanow.[24] Das Rašínovo nábřeží trug seit 1951 den Namen von Bedřich Engels.[14] Das Verzeichnis Ulicemi města Prahy aus dem Jahr 1958 äußerte die Erwartung, dass die Prager Benennungen nun „unveränderlich und dauerhaft“ seien.[6]
1956–1978: Pieck, Lenin und die Třída Vítězného února
Stalins Name begann nach dem XX. Parteitag der KPdSU im Jahr 1956 von den Karten zu verschwinden.[19] Die Stalinova třída heißt seit dem 10. März 1962 Vinohradská.[17] Die Korunní auf Vinohrady trug in den Jahren 1956–1990 den Namen des ostdeutschen Politikers Wilhelm Pieck.[24] Der untere Teil der heutigen Evropská kehrte 1962 zum Namen Velvarská zurück, und 1967 erhielt die gesamte umgebaute Straße den Namen Lenins.[24] Antonín Zápotocký erhielt 1977 in Prag einen Platz.[24]
Im Jahr 1978 erhielt die Nord-Süd-Magistrale im Abschnitt Wilsonova, Mezibranská und Sokolská den gemeinsamen Namen třída Vítězného února.[16]
13. Dezember 1989: unabhängige Gruppe beim Stadtarchiv
Am Anfang der Veränderungen nach der Revolution stand die spontane Rückkehr zum Namen Náměstí Jana Palacha in den Novembertagen des Jahres 1989.[7] Amtlich wurde das náměstí Krasnoarmějců vor dem Rudolfinum am 20. Dezember 1989 nach Jan Palach benannt, am selben Tag wurde die Stalinova in Chodov in Starochodovská umbenannt.[24]
Am 13. Dezember 1989 entstand beim Archiv hlavního města Prahy die Unabhängige Gruppe für die Benennung von Straßen und öffentlichen Plätzen.[1] Sie bestand aus Mitarbeitern des Ústav pro jazyk český, der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität, des Stadtarchivs, des Museum der Hauptstadt Prag, des Klubs Za starou Prahu und weiterer Institutionen, und an ihrer Spitze stand der Archivar Bohdan Zilynskyj.[7] Nach Václav Ledvinka legte die Gruppe fest, dass Straßen nicht wegen politischer Überzeugung, sondern wegen tatsächlicher Taten umbenannt werden sollten und dass Namen nach gefallenen Widerstandskämpfern und Opfern der Konzentrationslager nicht geändert würden.[23]
21. Februar 1990: Straßen, Plätze und zwölf Namen von U-Bahn-Stationen
Am 21. Februar 1990 wurden Änderungen der Namen von Straßen, Plätzen und Stationen der Prager U-Bahn genehmigt.[20] Einen neuen Namen erhielten zwölf Namen an dreizehn Stationen, weil der U-Bahnhof Sokolovská an den Linien B und C lag.[20] Der U-Bahnhof Leninova wurde zum U-Bahnhof Dejvická, der U-Bahnhof Gottwaldova zum U-Bahnhof Vyšehrad, der U-Bahnhof Primátora Vacka zum U-Bahnhof Roztyly, der U-Bahnhof Švermova zum U-Bahnhof Jinonice, der U-Bahnhof Fučíkova zum U-Bahnhof Nádraží Holešovice, der U-Bahnhof Mládežnická zum U-Bahnhof Pankrác und der U-Bahnhof Moskevská zum U-Bahnhof Anděl.[20]
Nach Seznam Zprávy betraf die Änderung zu Beginn des Jahres 1990 mehr als vierzig Prager Straßen, Brücken und Plätze.[23] Das Pražský uličník gibt an, dass bis Ende 1990 knapp vierzig Namen geändert wurden und dass sich die Revision der Straßennamengebung bis 1996 hinzog.[7] Das Gottwaldovo nábřeží wurde 1990 zum Masarykovo nábřeží, und das náměstí primátora Dr. Václava Vacka wieder zum Mariánské náměstí.[10][16] Die Třída Vítězného února kehrte am 22. März 1990 zum Namen Wilsonova zurück, und die Magistrale wurde nach den ursprünglichen Straßen in Wilsonova, Mezibranská und Sokolská geteilt.[16] Das náměstí Říjnové revoluce, dessen Umbenennung sich die Menschen nach Seznam Zprávy am häufigsten wünschten, kehrte 1990 zum Namen Vítězné náměstí zurück.[23][12]
Einige Namen setzten politische Entscheidungen ohne Rücksicht auf die Empfehlung der unabhängigen Gruppe durch. Vor den Besuchen von Margaret Thatcher und François Mitterrand im Jahr 1990 wurde das náměstí Antonína Zápotockého nach Winston Churchill und die ulice J. M. Sverdlova nach Charles de Gaulle umbenannt.[7][23] Das nábřeží Bedřicha Engelse wurde auf Wunsch von Präsident Václav Havel, der dort wohnte, zum Rašínovo nábřeží.[19] Die Třída Obránců míru erhielt auf Bitten des Klubs Milady Horákové und der Tschechoslowakischen sozialistischen Partei den Namen Milady Horákové, obwohl örtliche Initiativen die Rückkehr zum Namen Belcrediho vorgeschlagen hatten.[7]
Aus der ulice Sboru národní bezpečnosti wurde die Vršovická, der Gottwaldův most wurde in Nuselský umbenannt, die Leningradská ulice in Petrohradská und die Leninova třída in Evropská.[19] Nach dem Pražský uličník trug die Evropská den Namen Leninova bis 1991.[13] Die wichtigsten Änderungen erfolgten nach Blesk in den Jahren 1990 und 1991, als die Namen von Lenin, Gottwald, Engels oder Schdanow verschwanden.[24] Der Švermův most heißt seit 1997 Štefánikův.[16]
2020–2023: Nemzow, ukrainische Helden und Karel Hartig
Die Prager Ratsmitglieder genehmigten am 24. Februar 2020 die Umbenennung des náměstí Pod Kaštany in Prag 6 in Náměstí Borise Němcova.[21] Die Ortsnamenkommission des Magistrats stimmte dem Vorschlag zunächst nicht zu, stellte aber Anfang Februar fest, dass die Änderung keine Änderung der Adresse des Hauptwohnsitzes erforderlich mache, weil die angrenzende Straße weiterhin den Namen Pod Kaštany trage.[21] Oberbürgermeister Zdeněk Hřib enthüllte das Schild mit dem neuen Namen am 27. Februar 2020, dem fünften Jahrestag der Ermordung Nemzows, und die russische Botschaft erhielt damit die Adresse Náměstí Borise Němcova 1.[22] Präsident Miloš Zeman kritisierte den Schritt nach ČT24 über seinen Sprecher, und der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Entscheidung als „vermutlich souveränes Recht“ der städtischen Behörden.[22]
Die Stadtversammlung des Stadtbezirks Prag 6 forderte am 28. Februar 2022 die Hauptstadt auf, den Teil der Korunovační vor der russischen Botschaft umzubenennen.[4] Die Ortsnamenkommission unterstützte den Vorschlag am 23. März 2022, und die Prager Stadtversammlung genehmigte für den Abschnitt vom Náměstí Borise Němcova bis zur Eisenbahnbrücke, die den Namen Skakunův most erhielt, den Namen Ukrajinských hrdinů.[4] Der Austausch der Ortsschilder fand am 22. April 2022 im Beisein des Bürgermeisters von Prag 6, Ondřej Kolář, des Oberbürgermeisters Zdeněk Hřib und des ukrainischen Botschafters Jewhen Perebyjnis statt.[18]
Der Rat der Hauptstadt genehmigte am 19. Juni 2023 die Umbenennung der Koněvova in Žižkov in Hartigova nach dem ersten Bürgermeister von Žižkov, Karel Hartig, mit Wirkung vom 1. Oktober 2023.[25] Nach Angaben des Stadtbezirks betraf die Änderung etwa 5 000 Menschen, die bis Ende März 2024 kostenlos ihre Dokumente austauschen konnten.[25] Das Pražský uličník rechnet die Umbenennungen von Pod Kaštany, Korunovační und Koněvova zu den Fällen, in denen die Ortsnamenkommission aus politischen Gründen unter Druck gesetzt wurde.[7]
Übersicht ausgewählter Umbenennungen
- Ferdinandská (1870), Ferdinandova (1894) → Národní (1919) → Volksstraße (1940) → třída Viktoria (1941) → Národní (1945).[15]
- Mikulášská (1901) → Pařížská (1926) → Norimberská (1940) → Pařížská (1945) → 5. května (1946) → Pařížská (1947).[9]
- Františkovo nábřeží (um 1903) → Riegrovo nábřeží (1912) → Vltavské nábřeží (1940) → Reinhard-Heydrich-Ufer (1942) → Riegrovo nábřeží (1945) → Gottwaldovo nábřeží (1946) → Masarykovo nábřeží (1990).[10]
- náměstí Císařovny Zity (1916) → Smetanovo náměstí (1919) → Mozartplatz (1942) → Smetanovo náměstí (1945) → náměstí Krasnoarmějců (1952) → Náměstí Jana Palacha (1989).[11]
- Vítězné náměstí (1925) → náměstí Branné moci (1940) → Vítězné náměstí (1945) → náměstí Presidenta dr. Edvarda Beneše (1946) → náměstí Říjnové revoluce (1952) → Vítězné náměstí (1990).[12]
- Jungmannova (1884) → Fochova (1920) → Schwerinova (während der Besatzung) → Fochova (1945) → Stalinova (1946) → Vinohradská (1962).[17]
- Velvarská und weitere Abschnitte → Žukovova (1946) → Leninova (1967) → Evropská (1991).[13]
- Rašínovo nábřeží (1924) → nábřeží Karla Lažnovského (1941) → Rašínovo nábřeží (1945) → nábřeží Bedřicha Engelse (1951) → Rašínovo nábřeží (1990).[14][19]
- Mariánské náměstí → náměstí primátora Dr. Václava Vacka (1952) → Mariánské náměstí (1990).[16]
- Wilsonova, Mezibranská und Sokolská → třída Vítězného února (1978) → Wilsonova, Mezibranská und Sokolská (22. 3. 1990).[16]
- Poděbradova → Brněnská (während der Besatzung) → Poděbradova (1945) → Koněvova (1946) → Hartigova (1. 10. 2023).[25]
- náměstí Pod Kaštany → Náměstí Borise Němcova (2020).[21]
- Korunovační, Abschnitt vor der russischen Botschaft → Ukrajinských hrdinů (2022).[4]
Chronologie
- 12. 2. 1919: Entfernung der Namen nach Mitgliedern der Dynastie Habsburg-Lothringen.[6]
- 4. 4. 1940: Die Pelléova ulice wird in ulice generála Roettiga umbenannt; im April erscheint das Úřední seznam ulic.[1][6]
- 14. 10. 1952: Beschluss des Rates des ÚNV zur Entfernung von Namen, die den Grundsätzen widersprachen.[1]
- 13. 12. 1989: Gründung der Unabhängigen Gruppe für die Benennung von Straßen und öffentlichen Plätzen.[1]
- 20. 12. 1989: Das náměstí Krasnoarmějců wird in Náměstí Jana Palacha umbenannt.[24]
- 21. 2. 1990: Genehmigung neuer Namen von Straßen, Plätzen und U-Bahn-Stationen.[20]
- 27. 2. 2020: Náměstí Borise Němcova.[22]
- 22. 4. 2022: Ulice Ukrajinských hrdinů und Skakunův most.[18]
- 1. 10. 2023: Die Koněvova wird zur Hartigova.[25]
Zusammenfassung: fünf große Wellen und dreitausend umbenannte Straßen
Die großen Wellen politisch motivierter Umbenennungen fallen in die Jahre 1919, 1940, 1945–1947, 1952 und 1990–1996.[1][7] Dazwischen kam es bei der Erweiterung der Stadt in den Jahren 1922, 1960, 1968 und 1974 zu Verwaltungsänderungen.[2] Nach dem Pražský uličník änderten mehr als 3 000 Straßen ihren Namen, also knapp die Hälfte, und im Stadtzentrum sind unveränderte Namen die Ausnahme; die Dlouhá etwa trägt ihren Namen seit dem 14. Jahrhundert.[8] Am häufigsten wechselten die Namen des Rašínovo nábřeží (11 Änderungen) sowie der Zenklova und der Wilsonova (je 10 Änderungen).[8]
Die Umbenennungen betrafen vor allem die Namen des Herrscherhauses, von Politikern und Feldherren des In- und Auslands, von verbündeten Staaten und deren Vertretern sowie von Ereignissen, die das jeweils herrschende Regime hervorhob; in den Jahren 1940–1945 kamen die Namen deutscher Städte und Persönlichkeiten hinzu.[1][6] Nach 1945 wurden alle Vor-München-Namen wiederhergestellt.[1] Nach 1989 kehrte die Mehrzahl der Straßen zu ihren ursprünglichen Namen zurück, und für Orte, die nach 1948 entstanden waren, wurden neue Namen gewählt.[19] Die Pařížská kehrte zweimal zu ihrem Namen zurück (1945 und 1947), das Vítězné náměstí und das Rašínovo nábřeží in den Jahren 1945 und 1990.[9][12][14] Den Namen Masarykovo trug seit 1919 das heutige Smetanovo nábřeží und seit 1990 das benachbarte Ufer beim Nationaltheater.[6][16] Gegenwärtig werden Straßen meist aus technischen Gründen umbenannt.[7]
Quellen
- Hlavní město Praha — 27. September 2021
- Hlavní město Praha — 16. März 2009
- Hlavní město Praha — 15. Oktober 2025
- Hlavní město Praha — 25. März 2022
- Hlavní město Praha — 29. Oktober 2014
- Pražský uličník (MHMP, Archiv hl. m. Prahy, IPR Praha)
- Pražský uličník (MHMP, Archiv hl. m. Prahy, IPR Praha)
- Pražský uličník (MHMP, Archiv hl. m. Prahy, IPR Praha)
- Pražský uličník (MHMP, Archiv hl. m. Prahy, IPR Praha)
- Pražský uličník (MHMP, Archiv hl. m. Prahy, IPR Praha)
- Pražský uličník (MHMP, Archiv hl. m. Prahy, IPR Praha)
- Pražský uličník (MHMP, Archiv hl. m. Prahy, IPR Praha)
- Pražský uličník (MHMP, Archiv hl. m. Prahy, IPR Praha)
- Pražský uličník (MHMP, Archiv hl. m. Prahy, IPR Praha)
- Pražský uličník (MHMP, Archiv hl. m. Prahy, IPR Praha)
- Městská část Praha 1
- Encyklopedie Prahy 2, Městská část Praha 2
- Městská část Praha 6 — 22. April 2022
- ČT24, Česká televize — 20. November 2019
- ČT24, Česká televize — 14. Dezember 2014
- ČT24, Česká televize — 24. Februar 2020
- ČT24, Česká televize — 27. Februar 2020
- Seznam Zprávy — 15. Februar 2020
- Blesk.cz — 1. Oktober 2023
- Pražský deník — 19. Juni 2023