Žižkov ist ein Prager Stadtteil östlich des Stadtzentrums. Zusammen mit einem Teil von Královské Vinohrady bildet er das Gebiet des Stadtbezirks Prag 3 [2].

Žižkov ist ein Prager Stadtteil östlich des Stadtzentrums. Zusammen mit einem Teil von Královské Vinohrady bildet er das Gebiet des Stadtbezirks Prag 3 [2].
Von den Weinbergen zu Žižkov
An der Stelle des heutigen Žižkov erstreckte sich früher eine dünn besiedelte Landschaft außerhalb von Prag. Eine Veränderung brachte die Entscheidung Karls IV. aus dem Jahr 1358, die Hänge im Umkreis von drei Meilen um Prag mit Weinreben zu bepflanzen. Der Grundbesitzer musste Weinberge anlegen, und wenn er dies nicht konnte, sollte er anderen Personen die Anlage erlauben. In den Weinbergen galt ein besonderes Weinbergsrecht, das spätere Herrscher bestätigten. Die ungeschützten Weinberge wurden mehrfach durch Heereszüge zerstört, und die Besitzer machten daraus lieber Felder und Gärten [2].
Das erhaltene zusammenhängende Gebiet erhielt im Juni 1849 den Namen Vinohrady, und Kaiser Franz Joseph I. erlaubte 1867, den Namen Královské Vinohrady zu verwenden. Nach dem Verzeichnis von 1837 standen in der Gemeinde 66 Häuser und Gehöfte, in denen 169 Einwohner lebten und 216 Stück Vieh standen. Die meisten Gehöfte verschwanden, an sie erinnern die Flurnamen Hrabovka, Ohrada, Parukářka und Pražačka [2].
Stadtmauern und Teilung der Gemeinde
Interessenten für einen Bau innerhalb der Prager Festung wurden von der Militärverwaltung abgeschreckt, weil diese für den Kriegsfall Häuser in der Nähe der Befestigung abreißen ließ. Der verlorene Krieg mit Preußen im Jahr 1866 führte zur Erklärung Prags zur offenen Stadt. Die Prager Gemeinde kaufte nach langwierigen Verhandlungen die Stadtmauern und beseitigte sie seit 1874. Den größten Teil der Mauerfläche erhielt die Eisenbahn, was eine durchgehende Verbindung zwischen Prag und Žižkov unmöglich machte [2].
Der Landesausschuss teilte am 16. Juli 1875 Královské Vinohrady in zwei Teile, das heutige Žižkov und Královské Vinohrady, obwohl die Gemeindevertretung damit nicht einverstanden war. Der Name Žižkov wurde im August 1877 amtlich erlaubt; der Name Rudolfov, der den österreichischen Kronprinzen ehrte, setzte sich nicht durch [2]. Erster Bürgermeister wurde Karel Hartig, der sich darum verdient machte, dass Straßen, Plätze und Häuser die Namen berühmter Tschechen erhielten, von Hus bis Komenský [2].
Die Stadt Žižkov
Franz Joseph I. erhob Žižkov am 15. Mai 1881 zur Stadt. Mit Prag wurde es am 1. Januar 1922 vereinigt [2].
Prag 3 und Erinnerungen an die Geschichte
Der Stadtbezirk Prag 3 hat ein Wappen und eine Flagge, deren Autor der Heraldiker Milan Buben ist [2]. Nach den Seiten des Stadtbezirks widmet sich Žižkov die Dauerausstellung Žižkov 1881–1922, die zum 140. Jahrestag der Erhebung zur Stadt eröffnet wurde. Sie stellt die Geschichte des Stadtteils in diesen Jahren dar und ist in fünf Sprachen übersetzt. Sie befindet sich am Havlíčkovo náměstí 700/9; geöffnet ist laut den Seiten des Stadtbezirks von Montag bis Freitag von 10 bis 20 Uhr [2].
Zum 145. Jahrestag der Erhebung bereitete der Stadtbezirk die Ausstellung „Od Hor Viničních k pražské čtvrti Žižkov“ vor, die den ganzen Sommer 2026 über aus Außentafeln auf dem Náměstí Jiřího z Poděbrad bestand; der Stadtbezirk bietet auch eine Online-Version an. Der Lehrpfad von Prag 3 hat zwanzig Informationstafeln zu Geschichte, Städtebau, Entwicklung, Veränderungen der Bebauung sowie zu Persönlichkeiten und Ereignissen, vor allem aus dem 19. und 20. Jahrhundert [2].