Die Karls-Universität ist eine Prager Universität, gegründet mit einer Urkunde Karls IV. vom 7. April 1348. Sie gehört zu den alten europäischen Universitäten.

Die Karls-Universität in Prag ist eine der alten europäischen Universitäten. Als ihr Gründer gilt Karl IV., böhmischer und römischer König, der sie mit einer Urkunde vom 7. April 1348 errichtete. Es war die erste Hochschule des Typs Studium generale nördlich der Alpen und östlich von Paris.[1]
Mittelalter und Hussitenzeit
Die Universität orientierte sich an den Vorbildern in Bologna und Paris und erlangte bald internationales Ansehen. Es bestanden vier Fakultäten, nämlich die theologische, die juristische, die medizinische und die Fakultät der freien Künste. Es lehrten und studierten dort einheimische wie auswärtige Angehörige der akademischen Gemeinschaft, vor allem aus Mitteleuropa.[1] Seinen Einfluss auf die Universität baute Wenzel IV. aus, und das Kuttenberger Dekret von 1409 stärkte die Stellung der einheimischen Mitglieder. Ein Teil der Magister und Scholaren verließ Prag aus Protest.[1]
Danach wurde die Universität von der hussitischen Reformbewegung geprägt. Großen Einfluss gewann hier der Rektor Jan Hus. In der folgenden gesellschaftlichen und politischen Revolution schrumpfte die Universität auf die einzige Fakultät der freien Künste.[1] Unter der Herrschaft von Rudolf II. wurde Prag zur Kulturmetropole. Am Hof wirkten die Gelehrten Johannes Kepler und Tycho Brahe, und auch die universitäre Bildung entwickelte sich.[1]
Karl-Ferdinands-Universität
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gewannen die in die antihabsburgische Opposition eingebundenen Landstände starken Einfluss auf die Universität. Nach deren Niederlage vereinigte Ferdinand III. im Jahr 1654 das Karolinum mit der Jesuitenuniversität im Clementinum, deren Anfänge in das Jahr 1556 zurückreichen. Es entstand die Karl-Ferdinands-Universität, deren Name bis 1918 Bestand hatte. Sie stellte alle vier ursprünglichen Fakultäten wieder her und wandelte sich allmählich von einer freien Körperschaft zu einer staatlichen Bildungseinrichtung, was durch die Reformen Josephs II. in den 1780er Jahren vollendet wurde.[1]
Die Gestalt einer modernen Hochschule erhielt die Universität in den Reformen der Jahre 1848/49. Im Jahr 1882 wurde sie in eine tschechische und eine deutsche Universität geteilt.[1]
Persönlichkeiten und das 20. Jahrhundert
Beide Universitäten erreichten an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein hohes wissenschaftliches Niveau. An der deutschen lehrte Professor Albert Einstein, an der tschechischen Tomáš G. Masaryk, der 1918 der erste Präsident der Tschechoslowakischen Republik wurde.[1] Als Karls-Universität wurde die tschechische Universität im selbständigen Staat bezeichnet. Professor Jaroslav Heyrovský erhielt 1959 für Entdeckungen auf dem Gebiet der Polarographie den Nobelpreis.[1]
Am 17. November 1939 wurden die tschechischen Hochschulen geschlossen, als Reaktion auf die Studentendemonstrationen vom 28. Oktober 1939 und auf die Beerdigung des Medizinstudenten Jan Opletal. Studierende und Lehrende der Universität wurden anschließend verfolgt.[1]
Seiten, die hierher verweisen
- Hochwasser in Tschechien (2002)
- Karolinum
- Katolická teologická fakulta Univerzity Karlovy
- Martin Kupka
- Pilsen
- St. Nikolaus auf der Kleinseite
- Umbenennung Prager Straßen und Plätze