Berg in Prag mit Parkanlagen, einem Aussichtsturm von 1891, dem Kostel svatého Vavřince und einer Standseilbahn.

Der Petřín ist ein Berg in Prag, der zu großen Teilen als öffentliche Parkanlage gestaltet ist.[1] Außer den Gärten an seinen Hängen gehören zu ihm der Gipfel mit dem Aussichtsturm, dem Kostel svatého Vavřince, der Bergstation der Standseilbahn und der Štefánikova hvězdárna. Der Name leitet sich laut Praha virtuální wahrscheinlich vom lateinischen Wort für Felsen ab.[1]
Parkanlagen
Der Berg war ursprünglich bewaldet. Nach und nach entstanden auf ihm Weinberge und Obstgärten und schließlich öffentlich zugängliche, von Wegen durchzogene Gärten, deren Hauptweg Vyhlídková heißt.[1] Der Denkmalkatalog des Národní památkový ústav beschreibt den Park Petřín, der aus dem Garten Nebozízek und der Seminářská zahrada besteht, am östlichen und nordöstlichen Hang oberhalb der Straße Újezd. Er entstand an der Stelle eines Obstgartens, der sich bis zum Ende des 16. Jahrhunderts aus einem mittelalterlichen Weinberg entwickelt hatte, und wurde in den Jahren 1891–1895 nach František Thomayer im Landschaftsstil gestaltet. An ihn schließen die Zahrada Kinských und der Růžový sad an.[2] Im Park stehen unter anderem das Denkmal für Karel Hynek Mácha, die Gedenkstätte für Vojtěch Náprstek und die Statue von Jan Neruda.[2]
Über den Petřín verläuft die Hungermauer, die unter Karl IV. in den Jahren 1360–1362 erbaut wurde.[6] Das Gehöft Nebozízek, ein ehemaliger Weinberghof, dient seit 1883 als Ausflugsrestaurant. Nach einem Erdrutsch im Jahr 1965 musste es abgerissen und durch eine Replik ersetzt werden.[4]

Kostel svatého Vavřince
Auf dem Gipfel steht der einschiffige Barockbau Kostel svatého Vavřince, über den die erste Nachricht aus dem Jahr 1135 stammt. Der barocke Umbau nach einem Entwurf von Ignaz Palliardi wurde 1770 abgeschlossen. Die josephinischen Reformen hoben die Kirche 1784 auf, 1840 wurde sie wieder geweiht. Im Jahr 1994 vermietete die Stadt sie an die Altkatholische Kirche.[5]
Aussichtsturm
Mitglieder des Klub českých turistů, die 1889 die Weltausstellung in Paris besucht hatten, beschlossen, in Prag eine Nachbildung des Eiffelturms zu errichten. Die konstituierende Versammlung der Genossenschaft für den Aussichtsturm auf dem Petřín fand am 28. April 1890 statt. Die Montage der Stahlkonstruktion mit einem Gewicht von 174 Tonnen endete am 2. Juli 1891, und der Aussichtsturm wurde am 20. August 1891 eröffnet, im Jahr der Landesjubiläumsausstellung.[3] Der Entwurf wird Vratislav Pasovský zugeschrieben, die Konstruktion entwarfen František Prášil und Julius Souček von der Českomoravská strojírna.[7] Ab 1953 diente der Aussichtsturm der Fernsehübertragung, die 1992 nach der Inbetriebnahme des Senders in Žižkov endete.[3] Den Aussichtsturm verwaltet die Gesellschaft Prague City Tourism. Nach deren Angaben ist der Turm 58,70 m hoch und entspricht dem Eiffelturm im Maßstab 1 : 5; zur Spitze führen 299 Stufen, und ein Aufzug fährt bis zur Aussichtskabine in 51 m Höhe.[10]
Standseilbahn
Die Standseilbahn wurde 1891 als Verbindung zum Aussichtsturm gebaut und fuhr anfangs mit Wasserballast. In den 1920er Jahren war sie außer Betrieb; in den Jahren 1931–1932 wurde sie elektrifiziert und verlängert. Ein Hangrutsch am 7. Juni 1965 zerstörte die Strecke. Nach dem Wiederaufbau in den Jahren 1983–1985 fuhr sie seit dem 15. Juni 1985 wieder.[4] Die Bahn betreibt der Dopravní podnik hlavního města Prahy; die Strecke ist 510,4 m lang und überwindet einen Höhenunterschied von 130,45 m.[8] Die vorherige, dritte Fahrzeuggeneration fuhr zuletzt am 13. September 2024. Nach der Sanierung der Strecke und des Hangs wurde der Betrieb am 22. September 2026 mit Fahrzeugen der vierten Generation von der Gruppe Doppelmayr/Garaventa wieder aufgenommen, die 120 Fahrgäste aufnehmen.[9][11]
Seiten, die hierher verlinken
- Bohuslav Svoboda
- Dopravní podnik hlavního města Prahy
- Jan Lipavský
- Prag
- Standseilbahn auf den Petřín
Quellen
- Magistrát hl. m. Prahy (Praha virtuální)
- Národní památkový ústav (Památkový katalog)
- Magistrát hl. m. Prahy (Praha virtuální)
- Magistrát hl. m. Prahy (Praha virtuální)
- Magistrát hl. m. Prahy (Praha virtuální)
- Městská část Praha 1
- Národní památkový ústav (Památkový katalog)
- Dopravní podnik hl. m. Prahy
- Ekonomický deník — 10. September 2026
- Prague City Tourism
- Echo24.cz — 22. September 2026