Das Vojenský historický ústav Praha ist eine Prager Einrichtung für Militärgeschichte, deren Wurzeln auf das Památník odboje von 1919 und das Památník osvobození auf dem Vítkov zurückgehen.

Das Vojenský historický ústav Praha ist eine Prager Museums- und Forschungseinrichtung, die sich der Militärgeschichte widmet. Seine Website beschreibt die Entwicklung ausgehend von den Zwischenkriegseinrichtungen, die nach 1918 entstanden und ihren Sitz in einem Areal am Fuß des Vítkov hatten.[1]
Vorgänger nach 1918
Nach der Gründung der Tschechoslowakei erkannten ihre Repräsentanten unter Präsident T. G. Masaryk die Notwendigkeit, politische wie militärische Traditionen zu pflegen und sie wissenschaftlich sowie in einer Museumsausstellung aufzuarbeiten. Bereits 1919 entstand beim Ministerium für Landesverteidigung das Památník odboje als beratendes Gremium zur Sammlung von Zeugnissen des Widerstands im Ersten Weltkrieg. Mit dem Wachstum der Sammlungen, besonders nach der Rückkehr der Legionäre aus Russland, wurde es zu einer Abteilung des Ministeriums und danach zum selbständigen Archiv legií.[1]
Das Archiv fand vorübergehend Unterkunft im Gebäude des Nationalmuseums. Die Sammlungen wurden provisorisch im Schloss Troja, im Lustschloss Hvězda und in der Trojická-Straße verteilt. 1919 entstand außerdem das Archiv národního osvobození, ein Jahr später das Vojenský archiv und das Vojenské muzeum, das Zeugnisse aus der Zeit vor 1914 sammelte.[1]
Památník osvobození
Am 28. Oktober 1929 wurden diese Einrichtungen zum wissenschaftlichen Institut Památník osvobození zusammengelegt. Es hatte seinen Sitz in einem neu errichteten Gebäudekomplex am Fuß des Vítkov; nur ein Teil der militärhistorischen Sammlungen blieb in der Invalidovna in Karlín. In der Zwischenkriegszeit leitete es General Rudolf Medek.[1] Das Areal wurde in den Jahren 1927 bis 1929 nach einem Entwurf des Architekten Jan Zázvorka, eines ehemaligen Legionärs, errichtet.[1]
Auf dem Gipfel des Vítkov entstand zugleich das Pantheon národního osvobození, vor dem ein Reiterstandbild von Jan Žižka von Trocnov von Bohumil Kafka stehen sollte. Die für den 28. Oktober 1938 geplante Eröffnung fand wegen der politischen Lage nicht statt; das Gebäude wurde erst 1950 mit einer anderen Bestimmung fertiggestellt und eröffnet.[1]
Laut der Seite des Instituts bestand das Památník osvobození nur etwa zehn Jahre. Es richtete sich an die Öffentlichkeit, an die Museums- und Publikationstätigkeit sowie an moderne Trends des militärischen Museumswesens und der historischen Forschung. Ende der 1930er Jahre stärkte es das patriotische Empfinden durch den Verweis auf den nationalen Widerstand der Jahre 1914 bis 1918.[1]
Während der Besatzung
Nach der Besetzung der böhmischen Länder im Jahr 1939 wurde das Památník osvobození als Träger der sogenannten Legionärsideologie bezeichnet. Als Teil des aufgelösten Ministeriums wurde das gesamte Areal zum Eigentum der deutschen Wehrmacht erklärt. Im August 1939 besetzte die Gestapo den Komplex und brachte darin eine Dienststelle namens Kriegswissenschaftliche Verbindungstelle unter, zu der eine Abteilung für die Errichtung eines deutschen Heeresmuseums (Heeresmuseum Prag) gehörte.[1]