Der Prager Stadtteil Prag-Vinoř am nordöstlichen Stadtrand mit einem Barockschloss, dem Vinořský park und dem Schloss Ctěnice; 1974 nach Prag eingemeindet.

Vinoř ist der Stadtteil Prag-Vinoř am nordöstlichen Rand der Hauptstadt, der aus der Katastralgemeinde Vinoř besteht. Er gehört zum Verwaltungsbezirk Prag 19. Einen großen Teil seiner nördlichen und östlichen Grenze hat er mit dem Středočeský kraj.[1]
Gebiet und Einwohner
Ende 2024 hatte der Stadtteil eine Fläche von 599,8 ha und 4604 Einwohner. Vorherrschend ist die Bebauung mit Ein- und kleineren Mehrfamilienhäusern rund um den historischen Kern des ursprünglichen Dorfes. Durch das Gebiet fließt der Vinořský potok, in dessen Tal das Naturreservat Vinořský park und mehrere Teiche liegen. Die Hauptstraße ist die Mladoboleslavská ulice. Eine Eisenbahn führt nicht durch die Gemeinde; Busse verbinden sie unter anderem mit der Station Letňany an der U-Bahn-Linie C.[1] Zum Katastralgebiet gehört auch die Siedlung Ctěnice.[2]

Geschichte
Das Gebiet war schon in der Vorzeit besiedelt. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1088, als König Vratislav II. Vinoř dem Wyschehrader Kapitel schenkte. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt das Dorf große Schäden. Im Jahr 1650 erwarben die Czernin von Chudenitz die Herrschaft und hielten sie bis 1917. Nach Prag wurde Vinoř am 1. Juli 1974 gemeinsam mit 29 weiteren Gemeinden eingemeindet.[1]
Sehenswürdigkeiten
Mit dem Bau des Schlosses Vinoř begann 1719 František Josef Černín, fertiggestellt wurde es 1724. Das Gebäude nutzt heute das Ministerstvo vnitra ČR. Die Kirche der Kreuzerhöhung ist das älteste belegte Bauwerk der Gemeinde. Ursprünglich war sie romanisch, barock umgebaut wurde sie in den Jahren 1727 bis 1728.[1] Das Schloss Ctěnice, ursprünglich eine mittelalterliche Feste, verwaltet das Museum der Hauptstadt Prag.[2] Im Osten von Vinoř stand eine 1868 gegründete Zuckerfabrik. In ihrer Nachbarschaft hat ein Maschinenbauunternehmen seinen Sitz, das Weichen und andere Gleisbauteile an das Dopravní podnik hlavního města Prahy liefert.[1]
Kläranlage
Im September 2026 begann die Pražská vodohospodářská společnost mit der Modernisierung und Erweiterung der Kläranlage von Vinoř für etwa 503 Millionen Kronen. Die Anlage dient auch den umliegenden Gemeinden und arbeitete an der Kapazitätsgrenze, weshalb für sie zuvor ein Anschlussstopp galt, der den Anschluss neuer Bebauung beschränkte. Die Kapazität soll von 8923 auf 16 500 Einwohnergleichwerte steigen. Der Bau muss mit dem geplanten Bau der Dálnice 0 zwischen Satalice und Březiněves koordiniert werden.[3]
Ablauf der Modernisierung der Kläranlage
Den Bau führt aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung die Arbeitsgemeinschaft Společnost ČOV Vinoř aus, die aus den Firmen SMP Vodohospodářské stavby, VHS stavby, ARKO TECHNOLOGY und SMP Construction besteht. Die Arbeiten sollen 84 Wochen dauern, danach folgt ein einjähriger Probebetrieb. Das Projekt umfasst die Sanierung der bestehenden biologischen Straßen, neue Nachklärbecken, ein Gebäude zur Grobvorreinigung, eine neue Schlammwirtschaft, eine Pumpstation, ein Gebläsehaus und eine Trafostation. Die Stadt will bis 2030 die Anschlussstopps bei allen Nebenkläranlagen in Prag aufheben.[4]
Chronik
- — In Vinoř entsteht die Prager Kläranlage; neue Häuser in der Umgebung wird das Anschlussverbot an die Kanalisation nicht mehr bremsen. → Pražský deník Pražský patriot
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Quellen
- Český statistický úřad —
- Městská část Praha-Vinoř
- Pražský deník (ČTK) — 23. September 2026
- Pražský patriot — 23. September 2026