Praha 21 ist ein Stadtbezirk und Verwaltungsbezirk der Hauptstadt Prag, der dem Katastralgebiet Újezd nad Lesy entspricht und im Südosten Prags an der Grenze zum Středočeský kraj liegt.

Praha 21 ist ein Stadtbezirk der Hauptstadt Prag, der mit dem Katastralgebiet Újezd nad Lesy übereinstimmt. Er liegt im Südosten Prags und bildet einen Teil der Grenze der Hauptstadt zum Středočeský kraj.[1]
Geschichte
Die Entstehung von Újezd lässt sich auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts datieren, als entlang des Weges von Koloděje ein Straßendorf entstand. Dieser Weg bildete die Achse des Dorfangers, in dessen Mitte ein Gehöft sowie eine Kirche mit Friedhof standen.[1]
Die älteste schriftliche Nachricht über das Dorf stammt aus dem Jahr 1309. Der damalige Besitzer, Vítek von Švábenice und Heřmanice, verpfändete in jenem Jahr das Dorf Sibřina und Újezd dem Kloster Zderaz als Sicherheit für eine Schuld für Tuch und Pfeffer, die er bei Prager Bürgern auf Kredit gekauft hatte. Da er die Schuld nicht fristgerecht beglich, fielen beide Dörfer am 29. Juli 1309 an das Kloster.[2]
Der Hintergrund dieser Beziehung reicht ins Jahr 1190 zurück, als die Brüder Kojata und Všebor aus dem Geschlecht der Hrabischitzen den Orden der Kreuzherren, der Wächter des Heiligen Grabes zu Jerusalem, nach Böhmen holten und für ihn in Zderaz bei der Kirche St. Peter und Paul, die bereits seit 1115 bestand, ein Haus gründeten. Kojata starb 1227 ohne Nachkommen, Všebor 1238. Das Vermögen erbte Idík von Švábenice, der Ehemann von Všebors Tochter Markéta und spätere Burggraf von Olmütz, Vater des erwähnten Vítek. Kojata, Všebor und ihre Nachkommen vermachten dem Kloster Dörfer im Gebiet von Žatec, Litoměřice und Pilsen, Vítek verringerte das Familienvermögen durch seine Freigebigkeit erheblich. Er starb 1312 und wurde in der Familiengruft der Kirche St. Peter und Paul in Zderaz beigesetzt, wo bereits sein Vater Idík und die Gründer des Konvents, Kojata und Všebor, ruhten.[2]
Das Kreuzherrenkloster Zderaz gehörte nach Angaben der Quelle zu den reichsten Klöstern in Böhmen und in Mähren. Es besaß das Patronatsrecht über die Kirche St. Bartholomäus in Újezd, entschied also über die Besetzung der Pfarrei, und betrieb außerdem mehrere Spitäler. Im Wappen führte es ein doppeltes rotes Kreuz auf schwarzem Tuch. Am 31. Juli 1419 drangen die Hussiten in das Kloster ein und plünderten es.[2]
Mit der Geschichte von Újezd ist die des benachbarten Koloděje eng verbunden, von dem sich Újezd erst 1921 trennte. Die Feste Koloděje wird erstmals 1346 erwähnt, die Siedlung selbst ist älter. Den Namen Koloděje leitet die Quelle von den „koloději“ ab, also Wagnern, die sich an der Furt über die Rokytka niederließen und dort beschädigte Wagen reparierten.[2]
Der Name Újezd nad Lesy entstand am 7. Februar 1922 für eine selbständige Gemeinde, die bis 1921 überwiegend Teil von Koloděje gewesen war. An Prag wurde Újezd nad Lesy am 1. Juli 1974 gemeinsam mit Běchovice, Klánovice und Koloděje angeschlossen und gehörte zum damaligen Prag 9. Der eigene Verwaltungsbezirk Praha 21 entstand im Juli 2001.[1] Die Schule hat zwei Küchen, in der Staroklánovická- und in der Polesná-Straße; die meisten Erkrankten hatten aus der Küche in der Polesná gegessen, die laut Rathaus mehrere Wochen außer Betrieb sein wird, während die Küche in der Staroklánovická am 8. Oktober 2026 wieder in Betrieb gehen sollte. [3] Ab dem 30. September 2026 konnten gesunde Kinder in die Schule zurückkehren, die Mittagessen liefert vorerst ein externes Unternehmen. [6] Die Prager Hygienestation legte für die Wiederaufnahme des Betriebs der Schulküchen Bedingungen fest, darunter eine vollständige Desinfektion der Räume, negative Salmonellentests des Personals und eine Überprüfung der Hygieneverfahren. [6] Die Polizei prüft den Fall seit Ende September 2026 wegen des Verdachts der fahrlässigen Gefährdung der Gesundheit durch fehlerhafte Lebensmittel, und am 7. Oktober 2026 erstattete der Bezirksrat als Träger der Schule Strafanzeige gegen Unbekannt. [3] Mit Stand vom 7. Oktober 2026 hatten die Hygieniker 485 Erkrankte erfasst, davon 272 laborbestätigte Fälle; seit Beginn der Epidemie wurden 103 Personen stationär aufgenommen, fünf Patienten blieben in Krankenhäusern. [3] Nach dem am 21. September 2026 in der Kantine der Masaryk-Grundschule (Masarykova základní škola) in Újezd nad Lesy servierten Mittagessen brach eine Salmonellose-Epidemie aus; laut der Prager Hygienestation wurden in der Küche unzureichend erhitzte Eier mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum verwendet. [3] Bei niemandem, der nicht das Schulessen gegessen hatte, haben die Hygieniker bisher Salmonellose festgestellt. [5] Die Schule besuchen etwa 1100 Kinder, aus der Schulküche bezogen auch zwei Kindergärten und ein Pflegedienst ihre Mahlzeiten. [5]
Verwaltungsstellung
Praha 21 ist eine von 57 Selbstverwaltungseinheiten, in die Prag nach dem Gesetz Nr. 131/2000 Slg. gegliedert ist, und zugleich einer von 22 Verwaltungsbezirken der Hauptstadt. Sie nimmt die staatliche Verwaltung auch für die benachbarten Stadtbezirke Praha-Koloděje, Praha-Klánovice und Praha-Běchovice wahr.[1]
Gebiet und Bevölkerung
Die Gesamtfläche von Praha 21 beträgt 1015 Hektar. Davon entfallen 175 ha auf Ackerland, 152 ha auf Gärten, 2 ha auf Obstgärten, 516 ha auf Waldflächen, 8 ha auf Wasserflächen, 51 ha auf bebaute Flächen und 96 ha auf sonstige Flächen. Zum 31. Dezember 2013 lebten im Stadtbezirk 10 396 Einwohner mit einem Durchschnittsalter von 37 Jahren.[1]
Was man besuchen kann
In Újezd nad Lesy befinden sich nach Angaben der Quelle ein örtliches Museum und eine Bibliothek, außerdem kann man den Lehrpfad im Klánovický les begehen.[1] Am 1. Oktober 2026 vor Mittag rückten Feuerwehrleute und Polizisten in die Hodkovská-Straße wegen eines Gasaustritts aus, bei dem bei Arbeiten an einem Anschluss eine Leitung durchstoßen worden war; die Feuerwehr evakuierte sieben Personen aus umliegenden Einfamilienhäusern, niemand wurde verletzt. [4]
Seiten, die hierher verlinken
Quellen
- Městská část Praha 21 — 5. März 2015
- Městská část Praha 21 — 26. Juni 2014
- Pražský patriot — 7. Oktober 2026
- Pražský deník — 1. Oktober 2026
- Pražský deník — 7. Oktober 2026
- Pražský patriot — 29. September 2026