Praha 9 ist einer von zweiundzwanzig großen Stadtbezirken der Hauptstadt Prag und liegt in deren nordöstlichem Teil.

Das Rathaus von Praha 9 in der Straße Sokolovská in Vysočany, 2007
Das Rathaus von Praha 9 in der Straße Sokolovská in Vysočany, 2007Foto: Czech Wikipedia user Packa, 2007 · CC BY-SA 2.5 · Wikimedia Commons

Nach eigenen Angaben gehört Praha 9 zu den zweiundzwanzig großen Stadtbezirken der Hauptstadt. Er liegt im nordöstlichen Teil der Stadt und umfasst die Katastralgemeinden Vysočany, Prosek sowie Teile von Střížkov, Libeň, Hrdlořezy und Hloubětín.[1] Die Fläche beträgt etwa 1331 ha.[1]

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl steigt in den letzten Jahren dank neuer Bautätigkeit. Im Jahr 2025 hatte das Gebiet über 58 000 Einwohner. Zum 1. Juli 2025 waren darunter 9032 ausländische Staatsangehörige.[1] Der Stadtbezirk beschreibt die Bevölkerung als vielfältig, mit zunehmend mehr jungen Familien und Ausländern.[1]

Geschichte und Sehenswürdigkeiten

Die Seiten des Stadtbezirks geben an, dass die Bezeichnung von Praha 9 als Industrieviertel der Stadt keine Berechtigung mehr habe und dass es sich um einen Stadtbezirk handle, durch den die nationale Geschichte gegangen sei.[1] Der Legende nach kehrte Herzog Boleslav II. am 13. Juni 970 aus Stará Boleslav zurück, wo er das Grab seines Onkels, des hl. Wenzel, besucht hatte. Er wählte den kürzeren, aber beschwerlicheren Weg durch den Wald, schlief an der Stelle des heutigen Prosek ein, und im Traum befahl ihm der Onkel, dort eine Kirche errichten zu lassen. Am Rand der Prosecer Siedlung steht deshalb die römisch-katholische Kirche St. Wenzel. Die ursprüngliche romanische Basilika stand hier tatsächlich wahrscheinlich seit der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts.[1]

Das neorenaissancistische Gebäude des Vysočaner Rathauses errichtete nach eigenen Plänen der Vysočaner Baumeister und Architekt Václav Haase. Der Bau begann 1910 und endete Ende 1911, wie die Wetterfahne mit der eingeprägten Jahreszahl 1911 belegt. Das Rathaus wurde am 17. Januar 1912 in Nutzung genommen und erfüllt seinen Zweck bis heute.[1]

Wandel des Gebiets

Der mittlere Teil von Vysočany vom Rathaus bis zum Bahnhof Vysočany wurde kurz vor 1989 abgerissen und nach und nach mit Wohn- und Verwaltungsgebäuden bebaut. Laut den Seiten deutet schon die Straße Sokolovská vom Park Podviní bis nach Palmovka, wo in der Straße U Školičky die Arbeiterhäuser des Architekten J. Chochol stehen, die Nähe des Zentrums einer Großstadt an.[1]

Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts entwickelten sich Vysočany und Libeň rasch an Orten verlassener Fabriken. An der Grenze beider Viertel entstanden auf dem Gelände des ehemaligen ČKD Lokomotivka die O2 arena, das Multifunktionszentrum O2 universum und das Stages Hotel Prague.[1] Einige funktionalistische Fabrikhallen wurden saniert und dienen als Wohnungen, zum Beispiel Lofty Kolbenova, oder als Kulturzentren, zum Beispiel Pragovka Gallery und Beseder Gallery.[1]

Wohnen

Der Stadtbezirk bietet verschiedene Wohnformen. In Prosek überwiegen zum Beispiel Plattenbauten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.[1]

Bei den Wahlen zur Stadtbezirksvertretung im Oktober 2026 erhielt die Koalition Spolu pro Prahu 9 (ODS, TOP 09) über 42 Prozent der Stimmen und 15 von 33 Mandaten. [2]

In die Vertretung zogen sechs Gruppierungen ein: STAN erhielt fünf Mandate, Praha 9 sobě und ANO 2011 je vier, die Česká pirátská strana drei und SPD zwei. [2]

Bürgermeister Tomáš Portlík (ODS) erklärte nach den Wahlen, die Koalitionsverhandlungen begännen erst und er werde keine Ämter häufen; ob er Bürgermeister bleibt, hängt laut Blesk.cz auch von den Verhandlungen im Magistrát hlavního města Prahy ab. [2]

Im Senatswahlkreis Praha 9 erhielt im ersten Wahlgang Senator David Smoljak (STAN) 48,92 Prozent der Stimmen und Dagmar Pecková (ODS) 23,06 Prozent, bei einer Wahlbeteiligung von 44,77 Prozent; beide sollten in die zweite Runde einziehen. [3] Vor den Wahlen 2026 wurde das Rathaus von Praha 9 von einer Koalition aus ODS, TOP 09, Praha 9 Sobě und STAN geführt. [4]

Chronologie

  • — In Vysočany in Praha 9 begann der Bau des neuen Gebäudes des Gymnasiums und Wirtschaftslyzeums GAELY, das die Kapazität der Schule auf bis zu 360 Schüler erhöhen und im Sommer 2028 fertig sein soll. → Pražský patriot Pražský deník

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Quellen

  1. Městská část Praha 9
  2. Blesk.cz — 12. Oktober 2026
  3. ČT24: regiony — 11. Oktober 2026
  4. Pražský deník — 12. Oktober 2026