Landschaftsschutzgebiet in der Umgebung von Beroun und Karlštejn mit ausgedehnten Kalksteinformationen, Höhlen und Felssteppen, ausgewiesen im Jahr 1972.

Das Landschaftsschutzgebiet Český kras (Böhmischer Karst) erstreckt sich in einer Höhe von 199 bis 499 Metern über dem Meeresspiegel auf einem Gebiet, in dem sich nach Angaben der Agentur für Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik (Verwaltung des Landschaftsschutzgebiets Český kras) das größte zusammenhängende Kalksteingebiet in Böhmen befindet [1][2]. Das Gebiet wurde am 19. September 1972 ausgewiesen [2].
Geologie und Karsterscheinungen
Nach Angaben der Verwaltung des Landschaftsschutzgebiets bildet Kalkstein den überwiegenden Teil des geologischen Aufbaus des Gebiets [1]. Es handelt sich um ein Sedimentgestein, das vor 400 Millionen Jahren aus den kalkhaltigen Schalen wirbelloser Meerestiere entstanden ist [1]. Die Fähigkeit des Kalksteins, sich in Wasser zu lösen und unter geeigneten Bedingungen wieder abzulagern, ermöglicht den als Verkarstung bezeichneten Prozess [1]. Dadurch ist die Landschaft des Böhmischen Karsts nach Angaben der Verwaltung von Karren, Canyons und Schluchten zerfurcht und von Höhlen durchlöchert, von denen hier etwa siebenhundert entdeckt wurden [1]. Die Verwaltung gibt an, dass die Entstehung der abwechslungsreichen und hügeligen Landschaft auch durch weitere geologische Prozesse gefördert wurde [1].
Fast jedes Fossil im Gebiet stammt aus Kalkstein, und der Böhmische Karst ist nach Angaben der Verwaltung dank der Fossilienfunde weltweit berühmt [1]. Bereits im 19. Jahrhundert war der Geologe Joachim Barrande von den hiesigen Funden versteinerter Organismen fasziniert [1].
Vegetation und Tierwelt
Die Kalksteinhügel sind nach Angaben der Verwaltung am häufigsten mit artenreichen Eichenhainen, Eichen-Hainbuchen-Wäldern und Waldsteppen bewachsen [1]. Die aufgeheizten Kalksteinfelswände und Steppen beherbergen nach derselben Quelle einzigartige Arten von Pflanzen, Schmetterlingen und anderen wirbellosen Tieren [1]. Die Verwaltung beschreibt das Gebiet als einen Ort mit erhaltenen ausgedehnten Flächen von Felssteppen-, Waldsteppen- und Laubwaldgesellschaften mit reicher Flora und Fauna [2]. Für eine Reihe von Pflanzenarten und wirbellosen Tieren ist der Böhmische Karst nach dieser Quelle der einzige Ort ihres Vorkommens in Böhmen [2]. Die Vielfalt der Natur wird hier deutlich vom Fluss- und Karstphänomen beeinflusst [2].
Kalksteinabbau
Nach Angaben der Verwaltung wurde Kalkstein in der Region seit jeher abgebaut [1]. Eine Vielzahl alter, meist kleinerer Steinbrüche hat heute naturnahen Charakter, während neuere große Steinbrüche deutlich in die Landschaft eingreifen [1].
Schutz des Gebiets
Der Böhmische Karst umfasst nach Angaben der Verwaltung 21 kleinflächige besonders geschützte Gebiete, davon zwei nationale Naturreservate, neun Naturreservate, vier nationale Naturdenkmäler und sechs Naturdenkmäler [2]. Im Rahmen des europäischen Netzes Natura 2000 befinden sich im Gebiet neun Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung [2]. Das Gebiet ist nach Angaben der Verwaltung einzigartig im Hinblick auf die Weltgeologie, die Stratigrafie von Silur und Devon sowie die Erforschung der Entwicklung des Lebens in diesen Abschnitten der Erdgeschichte [2].
Besuch und Informationszentren
Bei den Koněpruské jeskyně befindet sich das Dům přírody Českého krasu, ein Besucherzentrum, das im Gebiet der nationalen Naturdenkmäler Kotýz und Zlatý kůň oberhalb des Großsteinbruchs Čertovy schody liegt [1]. Das Informationszentrum des Landschaftsschutzgebiets Český kras befindet sich in der Gemeinde Svatý Jan pod Skalou [1]. Nach Angaben der Verwaltung ist es an Wochenenden und während der Sommerferien auch an Werktagen außer montags geöffnet [1].