Das Landschaftsschutzgebiet Jizerské hory umfasst das Gebiet des Isergebirges und seines Vorlands in Nordböhmen und wurde zum 1. Januar 1968 ausgewiesen.

Oldřichovská vrchovina, Naturreservat Jizerskohorské bučiny, Weg am Westhang des Ostrý hřeben, 2010
Oldřichovská vrchovina, Naturreservat Jizerskohorské bučiny, Weg am Westhang des Ostrý hřeben, 2010Foto: Daniel Baránek, 2010 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Das Landschaftsschutzgebiet Jizerské hory erstreckt sich über das Gebiet des Isergebirges und seines Vorlands, mit Ausnahme des Černostudniční hřeben, ungefähr zwischen den Städten Liberec, Frýdlant, Nové Město pod Smrkem, Kořenov, Tanvald und Jablonec nad Nisou. Im Osten reicht es bis zur Staatsgrenze mit Polen und grenzt an den Krkonošský národní park [2]. Die Höhenlage des Gebiets bewegt sich zwischen 317 und 1124 Metern [1].

Geschichte

Das Landschaftsschutzgebiet wurde am 1. Januar 1968 ausgewiesen [1]. Die Wasserwirtschaft in dem Gebiet hat ältere Wurzeln: In den Jahren 1903 bis 1928 entstanden hier vier Wasserspeicher, Bedřichov, Fojtka, Mšeno und Rudolfov, die dem Hochwasserschutz dienen sollten [1]. Im Jahr 1915 wurde der Bau zweier Erddämme an der Bílá und der Černá Desná fertiggestellt, genannt Souš, von denen einer 1916 mit tragischen Folgen brach [1]. Der Speicher Souš wurde später für die Trinkwasserversorgung umgebaut, und 1982 wurde der Wasserspeicher Josefův Důl am Fluss Kamenice fertiggestellt, der laut der Quelle die größte Talsperre des Isergebirges ist [1].

Geologie und Relief

Das Isergebirge ist ein Gebirge paläozoischen Alters, für das flache Kuppen, Plateaus, abgerundete Rücken und breite Täler charakteristisch sind [1]. An den Rändern des Gebirges befinden sich steile Hänge mit jungen Tälern, die durch Erosion entstanden [1]. Am Kontakt von Granit und kristallinen Schiefern im nördlichen Vorland treten in einem schmalen Streifen von Glimmerschiefern Mineralquellen mit schwacher Mineralisierung auf; es handelt sich um Calcium-Hydrogencarbonat-Säuerlinge mit unterschiedlichem Gehalt an Eisen(II)-Ionen, die in Lázně Libverda und bei Nové Město pod Smrkem vorkommen [1].

Gewässer

Das Gebiet zeichnet sich durch ein dichtes Flussnetz und laut der Quelle außergewöhnlich große natürliche Oberflächenwasservorkommen aus [1]. Die Richtung der Wasserläufe bestimmt der geologische Aufbau des Gebirges: Nach Norden fallen die Läufe steil in die Frýdlantská pahorkatina ab und schneiden sich in felsige und blockreiche Schluchten mit Wasserfällen und Kaskaden ein, zum Beispiel im Tal des Černý potok oder des Velký und des Malý Štolpich [1]. Nach Süden fällt das Gebirge stufenförmig und allmählicher ab, sodass die dortigen Täler nicht so steil und nicht so tief eingeschnitten sind [1]. Die meisten Wasserläufe entspringen in Hochmooren auf der hoch gelegenen Hochfläche, daher haben die oberen Laufabschnitte ein geringeres Gefälle als die mittleren, wo sich bereits die rückschreitende Erosion bemerkbar macht [1]. Für den Wasserhaushalt des Gebiets haben laut der Quelle ausgedehnte Waldkomplexe und Moore grundlegende Bedeutung [1].

Flora

Die Pflanzenwelt des Isergebirges ist im Vergleich zum benachbarten Riesengebirge ärmer, es fehlt die subalpine Stufe, und der wichtigste natürliche Vegetationstyp ist der Wald [1]. Natürliche waldfreie Flächen kommen nur an extremen Stellen vor, auf Schutthalden der höchsten Gipfel, in lebenden Mooren, einigen Feuchtgebieten und natürlichen Wasserflächen [1]. Vor der Besiedlung durch den Menschen bedeckten überwiegend Tannen-Buchen-Urwälder mit Beimischung von Bergulme und Bergahorn die Berge, die höchsten Lagen dann Klimax-Fichtenwälder, die heute nur in Fragmenten erhalten sind [1]. An den Nordhängen blieben Mischbestände mit Vorherrschaft der Buche erhalten, wo zum Beispiel Ausdauerndes Silberblatt, Seidelbast, Alpen-Milchlattich, selten Türkenbund-Lilie und Tannen-Teufelsklaue wachsen [1]. In den Resten der ursprünglichen Fichtenwälder kommen Alpen-Brandlattich, Stängelumfassender Knotenfuß und Berg-Lappenfarn vor [1]. Ein besonderer Standort ist der Berg Bukovec mit Basaltuntergrund, wo sowohl Bergarten, oměj šalamounek und Schwalbenwurz-Enzian, als auch wärmeliebende Pflanzen des Hügellands wachsen, Gelbes Windröschen, Zwiebel-Zahnwurz, Hohler Lerchensporn und dymnivka bobovitá [1]. In den Mooren haben sich die ursprünglichen Gesellschaften mit Latsche, Rauschbeere, Rosmarinheide, Moosbeere und Krähenbeere erhalten [1].

Orte im Gebiet

Der höchste Berg des tschechischen Teils des Isergebirges ist der Smrk mit einer Höhe von 1124 Metern, wo sich laut der Quelle kürzlich ein neuer Aussichtsturm öffnete und wo sich auch ein Grenzübergang nach Polen befindet [2]. Der zweithöchste Berg ist die Jizera (1122 m), von deren Gipfelfelsen sich ein Ausblick auf die Hochfläche des Isergebirges bietet und deren Weg zum Gipfel durch einen ehemaligen Urwald führt [2]. In der Umgebung der Jizera befinden sich die Moore Klečové louky und Na Čihadle sowie die weiter entfernte Černá hora [2]. Die Siedlung Jizerka verbindet zerstreute Bebauung mit den Naturstandorten, dem Basaltberg Bukovec und dem Moor Rašeliniště Jizerky [2]. In Hejnice befinden sich die barocke Kirche der Heimsuchung Mariens mit einem Franziskanerkloster und erhaltene Häuser mit Fachwerkgeschossen, von wo Routen zu den Felsaussichten der Jizerskohorské bučiny, zum Ořešník, zum Frýdlantské cimbuří und zum Paličník führen [2]. Oldřichov v Hájích ist Ausgangspunkt zu den Jizerskohorské bučiny und zu Gemeinden mit erhaltener Volksarchitektur; von dort führt der Lehrpfad Oldřichovské háje a skály über die Lysé skály, den Skalní hrad und den Špičák [2]. Im Jedlový důl sind alte Buchenbestände mit Fichte und Tanne erhalten, durch das Tal des Flüsschens Jedlová führt ein Lehrpfad bis zu einem Wasserfall [2].

Dům přírody

Die Verwaltung des Landschaftsschutzgebiets Jizerské hory betreibt in Oldřichov v Hájích den Dům přírody Jizerských hor mit einer Ausstellung namens „Jizerky všemi smysly“, die laut der Quelle die Besucher mit der Natur des Isergebirges vertraut macht und Informationen über Ausflugsziele und Veranstaltungen im Gebiet bietet [2].

Quellen

  1. Agentura ochrany přírody a krajiny ČR (Správa CHKO Jizerské hory)
  2. Agentura ochrany přírody a krajiny ČR (Správa CHKO Jizerské hory)