
Der Stadtbezirk Prag 5 liegt am linken Ufer der Moldau in der Nachbarschaft des historischen Kerns von Prag. Laut den Webseiten des Stadtbezirks gehört er mit einer Fläche von 27,49 km² und seiner Einwohnerzahl zu den größten in Prag.[1]
Lage und Gebiet
Die Hungermauer, eine erhaltene mittelalterliche Befestigung, trennt ihn größtenteils vom historischen Kern von Prag. Funde belegen eine Besiedlung des Gebiets bereits aus der Urzeit. Der fünfte Stadtbezirk besteht aus Smíchov, Košíře und Motol, ferner Hlubočepy, Radlice und Jinonice-Butovice, zu denen noch ein südlicher Ausläufer der Kleinseite namens Újezd hinzukommt.[1] Das Gebiet ist vielfältig. Man findet hier Straßenbebauung und Villenviertel, kleinere Wohnsiedlungen sowie neue Wohnkomplexe, ferner Fabriken und mehrere geschützte Naturgebiete. Typisch für das Gebiet sind auch Lusthäuser und ehemalige Gutshöfe, die in Gärten stehen. Das Gelände wird von mehreren parallelen Tälern gegliedert, durch die Bäche fließen, die in die Moldau münden. Das Wappen des Stadtbezirks basiert auf dem abgewandelten ursprünglichen Wappen von Smíchov.[1]
Smíchov
Smíchov ist der zentrale Teil von Prag 5. Erwähnt wird er wohl erstmals Ende des 13. Jahrhunderts. Die Zbraslaver Chronik führt ihn im Zusammenhang mit der Krönung Wenzels II. an, bei der hier ein hölzerner Palast für das Krönungsfestmahl errichtet wurde. Der Name Smíchov erscheint erstmals 1406 in den Landtafeln.[1] Den größeren Teil des Gebiets nahmen seit dem Mittelalter Weingärten und Hopfengärten ein, dazu Höfe, Felder und Kirchengärten, an der Moldau standen Mühlen. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts, besonders während des Aufenthalts Rudolfs II. in Prag, legten sich hier Prager Bürger und Adelige Lusthäuser in Gärten an. Ende des 17. Jahrhunderts ging ein Teil von Smíchov in den Besitz des Hauses Schwarzenberg über.[1]
Im 18. Jahrhundert entstanden mehrere Manufakturen, und ab Beginn des 19. Jahrhunderts wandelte sich Smíchov. Gärten und Lusthäuser wichen Fabriken, und Smíchov erhielt den Beinamen „hundertschlotiges Manchester“. Zur Vorstadt, der zweitältesten in Prag, wurde er 1838. Zur Stadt wurde er 1850 erklärt, was jedoch erst 1903 rückwirkend bestätigt wurde. Eine eigene Selbstverwaltung besitzt er seit 1848. Das Rathaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts steht noch heute in der Štefánikova-Straße, und ihm gegenüber steht die Kirche St. Wenzel. Die Bautätigkeit erreichte ihren Höhepunkt im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlagerte sich das Zentrum auf den heutigen Platz 14. října, wo an der Stelle des ursprünglichen Botanischen Gartens die Markthalle und das Nationalhaus entstanden, beide Jugendstilbauten.[1]
Košíře
Die erste Aufzeichnung über Košíře stammt aus dem Jahr 1185. Im Mittelalter gehörten die Grundstücke der Kirche und der königlichen Kammer. Unter Karl IV. wurden hier Weingärten Prager Bürger angelegt. Die Gemeinde gehörte später verschiedenen Adelsgeschlechtern und teilweise dem Oberstburggrafenamt. Kriegsverwüstungen im 18. Jahrhundert zerstörten fast alle Weingärten. Im 19. Jahrhundert nahm die Einwohnerzahl zu, und es entstanden mehrere Fabriken. 1851 wurde Košíře Smíchov angeschlossen, seit 1859 ist es wieder eine selbständige Gemeinde, und 1896 wurde Košíře zur Stadt mit eigenem Wappen und eigenem Rathaus. Dieses steht noch heute in der Plzeňská-Straße.[1]
Chronologie
- — Die Prager Stadträte nahmen die Absicht zur Kenntnis, in der Villa Mrázovka in Prag 5 ein Zentrum für seelische Gesundheit für Senioren einzurichten, das von der städtischen Organisation Palata genutzt werden soll. Pražský patriot Pražský deník