Písek ist eine Stadt im nördlichen Teil des Jihočeský kraj. Sie liegt im Tal der Otava, wo sich der historische Kern mit dem Wasserlauf verbindet. An den östlichen Stadtrand schließen sich die Písecké hory an, nach Süden und Südwesten erstreckt sich eine Teichlandschaft, die in das Vorland des Böhmerwalds übergeht. Von Písek fließt die Otava weiter nach Norden und mündet nach etwa zwanzig Kilometern bei der Burg Zvíkov in die Moldau. Die Stadt liegt an der Strecke des ehemaligen Zlatá stezka und heute am touristischen Weg zwischen Prag und Český Krumlov [1].

Gründung und Name

Der Name der Stadt verweist auf den goldhaltigen Sand in der Otava, wo seit mindestens der Zeit der Kelten Gold gewaschen wurde. Diese Tätigkeit gehörte zu den Gründen, warum der böhmische König Wenzel I. in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts an dieser Stelle eine Burg und eine Stadt gründete. Die älteste schriftliche Erwähnung von Písek findet sich in einer Urkunde Wenzels I. aus dem Jahr 1243 [1].

Mittelalterliche Entwicklung

Handel und Produktion brachten der Stadt ein rasches Wachstum. Písek wurde von weiteren Herrschern besucht und gefördert, darunter Ottokar II. Přemysl, Karl IV. und Wenzel IV. Bereits im Hochmittelalter war Písek das Zentrum des ausgedehnten Prácheňský kraj, der einen großen Teil Südwestböhmens umfasste [1].

Hussitenzeit

Vor Ausbruch der Hussitenkriege neigte die Stadt dem Utraquismus zu und fungierte von 1419 bis 1452 als selbstverwaltete hussitische Stadtrepublik. In Písek hielt sich zeitweise der Feldherr Jan Žižka auf, hier residierte der hussitische Bischof Mikuláš Biskupec, und das Gemeindevermögen verwaltete der Hauptmann Matěj Louda von Chlumčany. Die Zeit nach den Hussitenkriegen brachte der Stadt Wohlstand, begleitet von kostspieligen Bauten und dem Ankauf von Gemeindegütern [1].

Katastrophen des 16. und 17. Jahrhunderts

Die Entwicklung der Stadt unterbrachen der missglückte antihabsburgische Aufstand der Jahre 1546 bis 1547 und danach die Erhebung gegen den Herrscher zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges. In den Jahren 1619 und 1620 wurde Písek dreimal erobert. Die letzte Kapitulation am 30. September 1620 bedeutete für die Stadt eine Katastrophe: Habsburgische Soldaten töteten einen großen Teil der Einwohner und brannten die meisten Häuser nieder. Der Wiederaufbau verlief langsam, erschwert durch Brände, Epidemien und Truppendurchzüge, darunter den mehrmonatigen Aufenthalt französischer und bayerischer Soldaten in den Jahren 1741 und 1742 [1].

19. Jahrhundert und Modernisierung

Ab dem 19. Jahrhundert veränderte sich das Gesicht der Stadt: Die Bebauung überschritt die Grenzen der mittelalterlichen Stadtmauern, und in den Vorstädten entstanden Straßen mit Mietshäusern. Im Rathaus setzte sich das Tschechische als Amtssprache durch, es entstanden kulturelle Einrichtungen und Vereine. Písek wurde zu einem gefragten Sommerfrischeort und Ziel von Touristen und als „Stadt im Meer der Wälder“ beschrieben. In dieser Zeit entwickelte sich hier auch die Industrie; gegründet wurden eine Fez-Produktion, eine Tabakfabrik und eine Mälzerei. Am 23. Juni 1887 führte František Křižík in Písek eine Beleuchtung mit Bogenlampen ein, die als erste dauerhafte öffentliche elektrische Beleuchtung in Böhmen genannt wird [1].

20. Jahrhundert und Nachkriegszeit

Die nationalsozialistische Besatzung brachte der Stadt Entbehrungen, die mit dem Eintreffen amerikanischer Truppen am 6. Mai 1945 endeten. Nach dem Krieg entstanden am Stadtrand neue Betriebe, darunter die Textilfabrik Jitex, sowie neue Wohnsiedlungen. In der sozialistischen Zeit gelangte keine Schwerindustrie nach Písek, wodurch die Stadt ihren historischen und ruhigen Charakter bewahrte. Im August 2002 bewältigte Písek ein Hochwasser, das als Jahrtausendflut bezeichnet wird [1].

Charakteristik der Stadt

Die Quelle gibt an, dass man von Písek als dem „südböhmischen Athen“, der „Stadt der Schulen und Studenten“, der „Stadt der Pensionäre“, dem „Mekka der Geiger“ und der „Stadt im Meer der Wälder“ spricht. Diese Bezeichnungen verweisen auf die Rolle des Schulwesens, des kulturellen und Bildungshintergrunds und auf die umgebende Waldlandschaft [1].

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Quellen

  1. Sdružení historických sídel Čech, Moravy a Slezska