Kofola ist ein tschechisches alkoholfreies Getränk vom Colatyp und zugleich der Name einer Gruppe, die weitere Marken in Tschechien und den Nachbarstaaten herstellt. Die Zeitung Hospodářské noviny zählt sie zu den bedeutendsten Herstellern alkoholfreier Getränke in Europa.[2]

Entstehung des Getränks

Der Tschechische Rundfunk erinnert daran, dass die Menschen in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nur rote Himbeerlimonade oder gelbe Zitronenlimonade kaufen konnten. Colagetränke waren teuer und schwer erhältlich. Im Prager Forschungsinstitut für Heilpflanzen (Výzkumný ústav léčivých rostlin) ging deshalb die Anweisung ein, aus heimischen oder aus befreundeten Ländern eingeführten Rohstoffen ein sozialistisches Gegenstück zu den ausländischen koffeinhaltigen Colagetränken zu entwickeln.[3]

Den Auftrag erhielt der Institutsdirektor Zdeněk Blažek, der den jungen Technologen Jaroslav Knap hinzuzog. Die Vereinbarung über das gemeinsame Vorgehen fiel 1959, als sich beide in Karlsbad auf einem Apothekerkongress trafen. Blažek sollte die Rezeptur ausarbeiten und Knap das Getränk herstellen. Blažek mischte aus mehreren Zutaten einen süßsauren Sirup namens Kofo, auf dessen Grundlage die Kofokola entstand. Der Name war zu lang und führte zu Schwierigkeiten mit dem Markenschutz, deshalb kürzte man ihn zu Kofola.[3]

Rezeptur und Herstellung

Die genaue Zusammensetzung kennen laut Rundfunk nur fünf Personen, und das Rezept ist an mehreren Orten aufbewahrt, auch in elektronischer Form. Es besteht aus vierzehn Bestandteilen. Grundlage ist ein Himbeersirup, dazu kommen die Blätter dreier Strauch- und Pflanzenarten (Brombeere, Erdbeere, Himbeere), Zimt, Süßholz, Karamell, getrocknete Orangenschale und Auszüge aus Äpfeln, Kirschen und Johannisbeeren. Das Logo ging ursprünglich vom Symbol einer Kaffeebohne aus, heute steht an seiner Stelle ein Süßholzblatt.[3]

Der Rundfunk nennt weitere Angaben. Kofola enthält etwa ein Drittel weniger Zucker als Coca-Cola, bis zur Hälfte weniger Koffein und keine Phosphorsäure. Für die Herstellung wurden im ganzen Land Kräuter und Orangenschalen gesammelt. Die Nachfrage war so hoch, dass Ende der sechziger Jahre in der Tschechoslowakei die Kräuter ausgingen und eingeführt werden mussten. Als heimische Koffeinquelle diente zeitweise Ruß aus dem Schornstein der Kaffeeröstereien in Vysočany, aus dem dieser Stoff gewonnen wurde.[3]

Die Kofola-Gruppe

Laut Hospodářské noviny hat die Gruppe sieben Produktionsstätten in fünf Ländern: Tschechien, Polen, der Slowakei, Slowenien und Kroatien. Für sie arbeiten über 2100 Menschen, davon rund 700 in Tschechien. Neben Kofola bietet sie die Marke Jupí (Fruchtgetränke und Sirupe), Jupík für Kinder und das Energiegetränk Semtex an, ferner Vinea, Chito, Top Topic und Citro Cola. Die polnische Firma Premium Rosa, die Frucht- und Kräuterprodukte herstellt, erwarb sie 2017.[2]

Auf ihren Seiten erwähnt das Unternehmen eine Werbekampagne mit einem Hund mit Vorbiss und Lispeln, die in Tschechien und der Slowakei den Preis Golden Effie gewann. Seine Aktien wurden an der Prager Börse zugelassen, und Mitarbeiter konnten Aktionäre werden. Der slowenische Mineralwasserhersteller Radenska trat der Gruppe bei, und die Firma begann, in Tschechien und der Slowakei ausschließlich Produkte von Rauch zu vertreiben. Kofola und Jupí wurden in ihren Kategorien auf dem tschechischen Markt zu den vertrauenswürdigsten Marken gewählt.[1]

Kauf der Firma Leros

Hospodářské noviny berichteten, die Gruppe habe die Übernahme des gesamten tschechischen Herstellers von Kräutertees Leros mit allen Produktionskapazitäten und mehr als neunzig Beschäftigten angekündigt. Den Preis behielten die Parteien für sich. Leros geht auf die vierzigjährige Tradition des in den fünfziger Jahren gegründeten Staatsbetriebs Léčivé rostliny Zbraslav zurück, der unter dem ursprünglichen Namen Kofole Kräuter für die Herstellung des Getränks lieferte.[2]

Quellen

  1. Kofola
  2. Hospodářské noviny
  3. Český rozhlas