Klement Gottwald war ein tschechoslowakischer kommunistischer Politiker, der von 1945 bis zu seinem Tod 1953 Vorsitzender der KSČ, Ministerpräsident und später Präsident der Republik war.

Klement Gottwald auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1948
Klement Gottwald auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1948Foto: Česká tisková kancelář/Urheber unbekannt, 1948 · gemeinfrei · Wikimedia Commons

Klement Gottwald (* 23. November 1896 in Dědice, Bezirk Vyškov; † 14. März 1953 in Prag) war ein tschechoslowakischer kommunistischer Politiker, Vorsitzender der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KSČ), Ministerpräsident und später Präsident der Republik [1][2].

Herkunft und Jugend

Er stammte aus einer armen Familie einer Landarbeiterin und wurde außerehelich geboren [1][2]. Von 1908 bis 1914 lebte er bei Verwandten in Wien, wo er eine Tischlerlehre absolvierte. Seit 1912 war er in der Wiener Arbeiterturnbewegung und in der sozialdemokratischen Jugend aktiv [1]. Nach der Lehre arbeitete er kurz als Tischlergehilfe in Lipník nad Bečvou und in Hranice [1].

Im Ersten Weltkrieg war er ab 1915 Soldat der österreichisch-ungarischen Armee und kämpfte an der Ostfront und später an der italienischen Front. Im Sommer 1918 desertierte er aus der Armee und hielt sich bis Kriegsende versteckt [1][2]. Nach der Gründung der Republik diente er zwei Jahre in der tschechoslowakischen Armee, beteiligte sich im Januar 1919 an den Kämpfen im Teschener Gebiet und im Frühjahr und Sommer 1919 an den Kämpfen gegen die ungarische Rote Armee in der Slowakei und in der Karpatenukraine [1][2].

Der Weg an die Parteispitze

In den Jahren 1920 und 1921 arbeitete er in einer Fabrik in Rousínov. Er nahm am Generalstreik im Dezember 1920 und im Mai 1921 an der Gründung der KSČ teil [1]. Von 1921 bis 1926 war er Parteifunktionär in der Slowakei, redigierte dort kommunistische Blätter und leitete die Zeitschrift der kommunistischen Turnbewegung [1]. Ab 1925 gehörte er dem Zentralkomitee und dem Politbüro der Partei an, und von 1926 bis 1929 arbeitete er im Zentralsekretariat in Prag [1][2].

Seine Anhänger um das Sekretariat im Prager Karlín erhielten die Bezeichnung „Karlíner Jungs“. Auf dem V. Parteitag der KSČ im Februar 1929 gelangte diese Gruppe an die Parteispitze, und Gottwald wurde zum Generalsekretär gewählt [2]. Im selben Jahr wurde er Abgeordneter der Nationalversammlung. Von 1928 bis 1943 war er Mitglied des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale [1][2].

Die dreißiger Jahre und der Krieg

In der ersten Hälfte der dreißiger Jahre verfolgte er laut Úřad vlády České republiky eine radikal linke Politik im Einklang mit der Linie der Komintern [1]. Die Kancelář prezidenta republiky gibt an, dass er und seine engsten Vertrauten den tschechoslowakischen Staat damals als Ergebnis des Ersten Weltkriegs und des Versailler Systems betrachteten [2]. 1934 wurde ein Haftbefehl gegen ihn erlassen, und im August desselben Jahres ging er in die Sowjetunion, wo er an der Vorbereitung des VII. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale 1935 mitwirkte und zum Sekretär ihres Exekutivkomitees gewählt wurde [1]. Im Februar 1936 kehrte er in die Tschechoslowakei zurück. Auf dem VII. Parteitag der KSČ im April 1936 setzte er das Programm einer breiten Volksfront zur Verteidigung der Republik gegen die nationalsozialistische Aggression durch [1].

Im September und Oktober 1938 gehörte er zu den wichtigsten Vertretern der Opposition gegen die Annahme des Münchner Diktats [1][2]. Laut Úřad vlády České republiky reiste er am 9. November 1938 nach Moskau, von wo aus er bis zur Befreiung die Auslandsleitung der KSČ führte. Er stand an der Spitze des Moskauer Zentrums des tschechoslowakischen Widerstands im Ausland, das neben dem Londoner bestand [1]. Im Dezember 1943 verhandelte er in Moskau mit Präsident Edvard Beneš über die politische Ordnung nach dem Krieg, und im März 1945 wirkte er an der Ausarbeitung des Kaschauer Regierungsprogramms mit [1].

Ämter nach dem Krieg

Am 4. April 1945 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der ersten Regierung der Nationalen Front ernannt und zum Vorsitzenden der Nationalen Front gewählt. In den Jahren 1945 bis 1948 war er Abgeordneter. Von 1945 bis zu seinem Tod stand er an der Spitze der KSČ [1]. Nach dem Sieg der Kommunisten bei den Wahlen 1946 wurde er am 2. Juli 1946 zum Ministerpräsidenten ernannt. Dieses Amt hatte er bis zum 25. Februar 1948 inne und dann erneut vom 25. Februar bis zum 14. Juni 1948 [1]. Die Kancelář prezidenta republiky zählt ihn zu den tschechoslowakischen Präsidenten [2].

Quellen

  1. Úřad vlády České republiky
  2. Kancelář prezidenta republiky