Johannes von Nepomuk ist ein tschechischer Heiliger und Märtyrer, der in einem silbernen Grabmal im Veitsdom in Prag bestattet ist. Nach der überlieferten Erzählung starb er unter der Herrschaft Wenzels IV., nachdem er von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt worden war.

Johannes von Nepomuk ist ein tschechischer Heiliger und Märtyrer, dessen Leib im Veitsdom auf der Prager Burg ruht. Sein Fest wird im Dom jedes Jahr am 16. Mai begangen, und die Verehrung für ihn reicht laut dem Dom in verschiedene Erdteile [1].
Die Erzählung von seinem Tod
Laut einer Sendung des Tschechischen Rundfunks aus dem Jahr 2016 fällt die Geschichte in die Regierungszeit Wenzels IV., als das Papstschisma durch Europa zog, die Stadt von einer Pestepidemie heimgesucht wurde und kirchliche Prälaten in Streit mit dem Herrscher gerieten. Die lange überlieferte Version besagt, dass Johannes von Nepomuk sich weigerte, dem eifersüchtigen König zu verraten, was ihm die Königin in der Beichte anvertraut hatte. Wenzel IV. ließ ihn festnehmen und foltern, war bei der Folter persönlich anwesend und ließ den zu Tode geprügelten Priester anschließend in die Moldau stürzen [2].
Was an der Erzählung der Wirklichkeit entspricht und was ein späterer Mythos ist, untersucht der Historiker Jiří Rak in der Reihe Jak to bylo doopravdy [2].
Zeichen und mit dem Kult verbundene Orte
Zu seinem Kult gehören fünf Sterne, die sein Attribut sind, eine Kirche seines Namens in Hradčany und die Statue von Brokoff auf der Karlsbrücke [2]. Die Stelle, von der der Heilige in den Fluss gestürzt wurde, ist am Brückengeländer durch ein Kreuzchen und ein barockes Gitter mit einer Bronzeplastik des Leichnams im Fluss gekennzeichnet [1].
Das silberne Grabmal im Dom
Das Grab befindet sich im Chorumgang des Doms. Es besteht aus einem Sarkophag aus Silber, auf dem eine Statue des Heiligen kniet, begleitet von Engelsfiguren, und über ihm hängt ein Baldachin mit einer Vielzahl von Ewigen Lichtern. Der Leib des Heiligen in der Chorkleidung eines Domherrn liegt in einem Kristallsarg, der in den Sarkophag eingelassen ist. Die Marmorbalustrade schmücken silberne Vasen und Leuchter, und auf dem Sockel befinden sich Bronzereliefs, darunter die Szene, wie der Leichnam von der Karlsbrücke gestürzt wird [1].
Den Anstoß zum Bau gaben Kaiser Karl VI. und Kaiserin Elisabeth Christine, die Eltern Maria Theresias. Die Kaiserin war 1721 in Prag bei den Feierlichkeiten zur Seligsprechung zugegen, der Kaiser setzte sich beim Papst für eine Beschleunigung der Heiligsprechung ein. Nach der Krönung zum König von Böhmen im Jahr 1723 besuchten beide das Grab wiederholt und baten um einen männlichen Nachfolger. Die Sammlung für das Mausoleum erbrachte 115 000 Gulden [1].
Die Anfertigung übernahm 1736 der Wiener Goldschmied Josef Würth. Der Sarkophag aus reinem Silber mit Draperie, Statuen des Heiligen und der Engel und zwei Tabernakeln entstand nach einem Entwurf des Bildhauers Antonio Corradini aus Venedig und des Wiener Architekten Josef Emanuel Fischer von Erlach [1].
Verehrung heute
Der Dom gibt an, dass das Grabmal trotz mehrerer schwerer Zeiten der tschechischen Geschichte erhalten blieb und dass es nach seiner Darstellung durch die Autorität des Heiligen, für den es entstand, bewahrt wurde. Beim Fest im Mai besuchten Verehrer des Heiligen von den Philippinen das Päpstliche Kolleg Nepomucenum in Rom [1].