Die Dreifaltigkeitssäule ist eine barocke Säule am Horní náměstí in Olmütz, die von 1717 bis 1754 errichtet wurde und seit 2000 in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen ist.

Dreifaltigkeitssäule in Olmütz, 2005
Dreifaltigkeitssäule in Olmütz, 2005Foto: Michal Maňas, 2005 · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Die Dreifaltigkeitssäule ist eine barocke Säule am Horní náměstí in Olmütz. Die Statutarstadt Olmütz bezeichnet sie als Werk des Hochbarock, und seit 2000 ist sie in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen.[1][2]

Entstehung

Der Bau begann 1717 und dauerte 37 Jahre, bis 1754.[1] Wie das Národní památkový ústav angibt, wurde die Säule 1754 geweiht.[2] Ursprünglicher Urheber der Gestalt war der Olmützer Steinmetz und Architekt Václav Render, der die Säule bis zur Höhe des ersten Geschosses errichtete, die Kapelle fertigstellte und einen Teil des Skulpturenschmucks schuf. An der Fertigstellung arbeiteten die Steinmetzmeister František Thoneck, Jan Václav Rokický, Augustin Scholz und Jan Ignác Rokický.[1] Den Skulpturenschmuck begann Filip Sattler, nach dessen Tod Ondřej Zahner fortfuhr, der 18 Heiligenstatuen, die Figuren der Lichtträger und die Skulpturengruppe der Himmelfahrt Mariens schuf. Die Skulpturengruppe an der Spitze trieb Šimon Forstner aus Kupfer und vergoldete sie.[1]

Václav Render war ein kaiserlich privilegierter Architekt und Steinmetz, getauft am 31. August 1669 und gestorben am 3. August 1733 in Olmütz. Im Jahr 1694 kehrte er in seine Geburtsstadt zurück, wo er Bürger und Steinmetzmeister wurde, und seine Werkstatt wurde eine der größten in Mähren. Er ist der Urheber der Marien-Pestsäulen in Litovel, Zábřeh, Mohelnice, Moravská Třebová, Uničov und Šumperk.[1]

Zweck

Pestsäulen verbreiteten sich nach dem Konzil von Trient als barockes Element, inspiriert von der Säule von 1614 auf der Piazza Santa Maria Maggiore in Rom. Laut den Seiten der Stadt verweist die Olmützer Säule nicht mehr auf das Ende der Pest, sondern ist eine ehrenvolle Triumphsäule.[1] Das Národní památkový ústav beschreibt sie als Verherrlichung der Kirche und des Glaubens und als Ausdruck der Dankbarkeit für das Ende zweier Pestwellen in Mähren zu Beginn des 18. Jahrhunderts.[2]

Gestalt und Ausschmückung

Die Säule misst 32 Meter und 25 Zentimeter, und die kreisrunde Basis hat einen Durchmesser von 17 Metern.[2] In drei Geschossen schmücken sie 18 Heiligenstatuen, 12 Figuren von Lichtträgern, 12 Apostelreliefs und drei Reliefs der christlichen Haupttugenden, der Allegorien des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung. Im mittleren Teil steht die vergoldete kupferne Skulpturengruppe der Himmelfahrt Mariens und an der Spitze die Gruppe der Heiligen Dreifaltigkeit mit dem Erzengel Michael.[1] Unten ist eine kleine Kapelle mit Kuppelgewölbe verborgen.[1] Das Národní památkový ústav bezeichnet als außergewöhnlich die Kombination der verwendeten Materialien und die Anordnung der kleinen zentralen Kapelle mit Reliefs im Körper der Säule.[2]

Stellung

Laut dem Národní památkový ústav gehört die Säule seit 2000 als bemerkenswertes Beispiel eines für Mitteleuropa spezifischen Barockdenkmals zur Welterbeliste.[2]

Quellen

  1. Statutární město Olomouc
  2. Národní památkový ústav