Šumperk ist eine Stadt im Olomoucký kraj im Nordwesten Mährens mit rund 27 000 Einwohnern, das wirtschaftliche, administrative und kulturelle Zentrum der Region.

Lage und Stellung
Šumperk ist eine Stadt im Olomoucký kraj im Nordwesten Mährens. Nach der Website der Stadt gehört sie zu den bedeutenden wirtschaftlichen, administrativen und kulturellen Zentren dieser Region und hat rund 27 000 Einwohner [1].
Gründung und Mittelalter
Das genaue Entstehungsdatum der Stadt lässt sich nicht bestimmen, da keine Gründungsurkunde erhalten ist; die Gründung erfolgte wohl nach der Mitte des 13. Jahrhunderts auf landesherrlichem Besitz. Die ersten Siedler kamen nach Angaben der Stadt vermutlich aus Schlesien. Eine Deutung leitet den Namen vom deutschen Schön-Berg ab, also „schöner Berg“ [1].
Die erste unzweifelhafte schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1281 und nennt den landesherrlichen Verwalter Jenec von Šumperk, der in einer kleinen Burg am Stadtrand residierte. Ein Dominikanerkloster, dessen Gebäude heute eine mittlere medizinische Fachschule nutzt, ist seit 1297 schriftlich belegt [1].
Im Jahr 1340 erwarb das Geschlecht der Herren von Lipá die Stadt von Markgraf Karl, dem späteren Kaiser Karl IV., und 1352 hielt sie erneut der mährische Markgraf Johann. Die Herrschaft Šumperk besaß seit 1340 das Bergrecht, da die Umgebung Edelmetalle lieferte. Im Jahr 1391 verlieh Markgraf Jobst der Stadt das Magdeburger Recht samt Meilenrecht, das den Handwerkern ein Produktionsmonopol und den Absatz ihrer Waren sicherte; 68 Bürger erhielten damals das Braurecht und die Gemeinde das Heimfallrecht [1].
Frühe Neuzeit
Im Jahr 1470 übernahm Jiří Tunkl der Ältere von Brníčko die Stadt als Pfand. Das Geschlecht der Tunkl ist in Nordmähren für die Anlage zahlreicher Teiche und das harte Vorgehen gegen die Untertanen bekannt [1]. Anfang des 16. Jahrhunderts fiel die Stadt dauerhaft an eine Linie der Žerotín, die das hiesige Schloss zu ihrem Stammsitz wählten und die Stadt nach dem Brand von 1513 verschönerten. Schon 1562 kauften sich die Bürger aus der Untertänigkeit los, und Šumperk wurde freie königliche Kammerstadt [1].
Wegen der Teilnahme am Ständeaufstand verlor die Stadt ihre königlichen Privilegien und kam 1622 unter die Herrschaft der Liechtensteiner. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde sie mehrfach von schwedischen Truppen erobert und geplündert. Der Aufschwung nach dem Krieg wurde 1669 durch einen Brand unterbrochen; ab 1679 fanden Hexenprozesse statt, denen bis 1696 etwa 25 Bürger zum Opfer fielen [1].
Leinenweberei und Textilindustrie
Im 18. Jahrhundert sicherten die Leinenweberei und das Monopol auf die Herstellung einer Samtart namens Trip den Wohlstand der Stadt. An diese Tradition knüpfte 1785 die Gründung der ersten Manufaktur für Manchester in der Habsburgermonarchie an, später die Entwicklung der Textilindustrie, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer außergewöhnlichen Verschönerung der Stadt beitrug. Wegen ihrer Stattlichkeit nannte man Šumperk „kleines Wien“ [1].
Nach 1945
Der ausgeprägt deutsche Charakter der Stadt änderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Aussiedlung des Großteils der Einwohner. Der Zuzug neuer Siedler bedeutete eine kurze Stagnation, später stieg die Einwohnerzahl auf fast das Doppelte des Vorkriegsstands [1]. Nach 1989 wurde eine städtische Denkmalzone ausgewiesen, und die aufwendige Erneuerung von Häusern und Straßen veränderte den zuvor vernachlässigten historischen Kern erheblich [1].
Zeittafel
- nach der Mitte des 13. Jahrhunderts – Gründung der Stadt [1]
- 1281 – erste unzweifelhafte schriftliche Erwähnung [1]
- 1297 – Erwähnung des Dominikanerklosters [1]
- 1340 – Bergrecht; die Stadt geht an das Geschlecht der Herren von Lipá [1]
- 1391 – Magdeburger Recht und Meilenrecht [1]
- 1562 – Loskauf aus der Untertänigkeit, freie königliche Kammerstadt [1]
- 1622 – Übergang an die Liechtensteiner [1]
- 1785 – erste Manchester-Manufaktur in der Habsburgermonarchie [1]
Chronik
- — In Šumperk brannte in der Nacht zum 6. Oktober 2026 ein Wohnheim; die Feuerwehr evakuierte 14 Menschen, der Schaden überstieg eine Million Kronen. → iDNES.cz Novinky.cz
- — Kriminalbeamte der Policie České republiky im Olomoucký kraj schlossen die Ermittlungen zum Mord an einer Taxifahrerin in Šumperk vom 17. Februar 2026 ab und übergaben der Staatsanwaltschaft einen Anklagevorschlag gegen den 39-jährigen Beschuldigten; neben dem Mord legt die Polizei ihm den versuchten Mord an zwei weiteren Menschen zur Last, wofür ihm 15 bis 20 Jahre Haft oder eine Ausnahmestrafe drohen. Česká tisková kancelář iDNES.cz
Seiten, die hierher verlinken
- Brand in einem Wohnheim in Šumperk am 6. Oktober 2026
- David Ondříček
- Dreifaltigkeitssäule (Olmütz)
- Kinostart des Films Kluci to vidí jinak než holky (2026)
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- Zusammenstoß eines Zuges mit einem Pkw in Bohdíkov am 4. Oktober 2026