Prag 3 ist ein Stadtbezirk der Hauptstadt östlich des Zentrums, bestehend aus Žižkov und einem Teil von Královské Vinohrady. Žižkov wurde 1881 zur Stadt erhoben und 1922 an Prag angeschlossen.

Prag 3 ist der dritte Prager Stadtbezirk und liegt östlich des Stadtzentrums. Er besteht aus dem Stadtteil Žižkov und einem Teil von Královské Vinohrady.[1]
Geschichte des Gebiets
Das heutige Gebiet von Žižkov lag früher außerhalb der Grenzen Prags und war nur dünn besiedelt. Eine Veränderung brachte die Entscheidung von Karl IV. aus dem Jahr 1358, die Hänge im Umkreis von drei Meilen um Prag mit Weinbergen zu bepflanzen. Der Grundbesitzer musste einen Weinberg anlegen oder dessen Anlage durch andere Personen gestatten. Für die Bewohner der sogenannten Weingebirge galt ein besonderes Weinbergsrecht. Die Weinberge wurden mehrmals durch Truppeneinfälle verwüstet, und die Besitzer verwandelten sie daher lieber in Felder und Gärten.[1]
Das erhaltene geschlossene Gebiet erhielt im Juni 1849 den Namen Vinohrady, und 1867 erlaubte Franz Joseph I. die Bezeichnung Královské Vinohrady. Ein Verzeichnis von 1837 nennt für die Gemeinde 66 Häuser und Gehöfte, in denen 169 Einwohner lebten. Die meisten Gehöfte verschwanden, an sie erinnern die Flurnamen Hrabovka, Ohrada, Parukářka und Pražačka.[1]
Bauherren in der Umgebung der Festungswälle der Prager Festung wurden von der Militärverwaltung abgeschreckt. Diese erzwang für den Fall einer Kriegsgefahr, dass Gebäude nahe den Wällen abgerissen wurden. Die Niederlage im Krieg gegen Preußen 1866 führte zur Erklärung Prags zur offenen Stadt, und die Prager Gemeinde kaufte nach Verhandlungen die Wälle auf und begann 1874 mit ihrem Abriss. Den größten Teil der Wallflächen erhielt die Eisenbahn, die eine ungehinderte Verbindung zwischen Prag und Žižkov verhinderte.[1]
Žižkov als Stadt
Der Landesausschuss teilte am 16. Juli 1875 Královské Vinohrady gegen den Willen der Gemeindevertretung in zwei Teile, von denen der eine das heutige Žižkov und der andere das heutige Královské Vinohrady ist. Die Behörden genehmigten den Namen Žižkov im August 1877, weil sich der loyale Name Rudolfov, der den österreichischen Kronprinzen ehren sollte, nicht durchgesetzt hatte. Karel Hartig, der erste Bürgermeister von Žižkov, sorgte dafür, dass Straßen, Plätze und Häuser die Namen berühmter Tschechen von Hus bis Komenský erhielten. Franz Joseph I. erhob Žižkov am 15. Mai 1881 zur Stadt; an Prag wurde es am 1. Januar 1922 angeschlossen.[1]
Wappen und Angebot für die Öffentlichkeit
Der Autor des Wappens und der Fahne des Stadtbezirks ist der Heraldiker Milan Buben.[1] Der Stadtbezirk bietet nach eigenen Seiten einen Lehrpfad an, der auf zwanzig Informationstafeln ausgewählte Orte, ihre Geschichte, den Städtebau, den Wandel der Bebauung und Persönlichkeiten vorstellt. Die zentralen Zeiträume sind das 19. und das 20. Jahrhundert.[1]
Die Dauerausstellung Žižkov 1881–1922 wurde zum 140. Jahrestag eröffnet, an dem Žižkov zur Stadt wurde. Sie zeichnet seine Geschichte in diesem Zeitraum nach und ist in fünf Sprachen übersetzt. Nach den Seiten des Stadtbezirks ist sie von Montag bis Freitag von 10 bis 20 Uhr an der Adresse Havlíčkovo náměstí 700/9, Praha 3, geöffnet.[1]