Die Universität Pardubice ist eine Hochschule universitären Typs in Pardubice. Laut ihrer Website hat sie sich in mehr als fünfundsiebzig Jahren ihres Bestehens von einer Hochschule mit nur einer Fachrichtung zu einer modernen Bildungseinrichtung entwickelt. Ihre Geschichte ist eng mit der Entwicklung des Verkehrsnetzes sowie der Lebensmittel-, Maschinenbau- und Chemieindustrie der Stadt und der Region verbunden.[1]

Gründung der Hochschule

Im Herbst 1945, einige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, kamen die Pardubicer Chemiefabriken auf die Idee, direkt in Pardubice eine Hochschule für Chemie zu gründen. Errichtet werden konnte sie erst fünf Jahre später, am 27. Juni 1950 durch Beschluss der tschechoslowakischen Regierung. Der Unterricht begann am 15. Oktober 1950 in umgebauten Räumen der Fachschule für Bäckerei und Konditorei. An der Spitze der neuen Hochschule stand Dekan Vilém Santholzer.[1]

Im folgenden Studienjahr erhielt die Hochschule das Gebäude der ehemaligen staatlichen Fachschule am Platz der Tschechoslowakischen Legionen zur Nutzung. Das Gebäude wurde vor Kurzem umfassend saniert und ist bis heute ein bedeutender Campus der Universität. Es dient der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik, dem Zentrum für Materialien und Nanotechnologien sowie weiteren Bildungs- und Forschungstätigkeiten, überwiegend für Doktoranden.[1]

Chemisch-technologische Hochschule

Im November 1953 änderte sich der Status der Hochschule. Durch Regierungsverordnung entstand die Chemisch-technologische Hochschule, in Pardubice als VŠChT abgekürzt, und ihr Rektor war Jiří Klikorka. Die Universität gibt an, dass neben ihm weitere bedeutende Wissenschaftler und Pädagogen an der Hochschule wirkten, zum Beispiel Miroslav Jureček, der Begründer der tschechischen Schule der organischen Analyse, und der Analytiker Jan Wanka. Gemeinsam mit anderen Fachleuten gründeten sie die ersten spezialisierten Lehrstühle.[1]

Die Hochschule entwickelte sich in Pardubice, das als Stadt der Chemie bezeichnet wird, rasch. Das ursprünglich vierjährige Studium wurde auf fünf Jahre verlängert, und die Studierenden konnten zwischen sieben Spezialisierungen in Chemie und technischer Chemie wählen, deren Zahl sich später verdoppelte. Wegen der wachsenden Zahl von Studierenden und Lehrenden mussten weitere Hörsäle und Labore geschaffen werden. Der Bau der Infrastruktur dauerte mehr als fünfzehn Jahre. Anfang der sechziger Jahre entstand am Stadtrand ein Pavillon für die technologischen Lehrstühle, und das historische Gebäude im Zentrum erhielt einen Nord- und einen Westflügel. Am rechten Ufer der Elbe wurden neue Wohnheime, eine Mensa und Sporteinrichtungen errichtet, die den Studierenden bis heute dienen.[1]

Fakultäten nach 1991

Ein bedeutender Meilenstein war der 17. Januar 1991, als ein neues Statut angenommen wurde. Erstmals wurde darin die Existenz von zwei Fakultäten verankert, der Fakultät für Chemie und Technologie und der neu gegründeten Fakultät für Gebietsverwaltung, der Grundlage der späteren Universität. Die Fakultät für Gebietsverwaltung reagierte auf den Bedarf an qualifizierten Fachkräften für Staatsverwaltung und Selbstverwaltung sowie für neu entstehende Privatunternehmen und wurde 1993 in Fakultät für Wirtschaft und Verwaltung umbenannt.[1]

Seiten, die hierher verlinken

Quellen

  1. Univerzita Pardubice