Trdelník ist ein süßes Gebäck in Form einer hohlen zylindrischen Rolle, das aus um eine Walze gewickeltem Hefeteig gebacken wird. Laut dem Tschechischen Rundfunk stammt es aus Siebenbürgen, also aus dem Gebiet des heutigen Rumänien.[1]

Herkunft und verwandtes Gebäck

Da Siebenbürgen einst von den Ungarn erobert wurde, soll Trdelník zum ersten Mal in Ungarn gebacken worden sein. Dort gilt er als Nationalsymbol und heißt Kürtős kalács, also Schornsteinkuchen. In Luxemburg ist er unter dem Namen Baamkuch eine traditionelle Köstlichkeit bei Hochzeiten und Festen. Ähnliches Gebäck, das auf einem sich drehenden Rost gebacken wird, kommt laut dem Rundfunk auch in Schweden, Deutschland und Österreich vor.[1]

Der Skalický trdelník aus Skalica im slowakisch-mährischen Grenzgebiet leitet sich ebenfalls aus Siebenbürgen ab. Die Slowakei hat dafür eine eingetragene geschützte geografische Angabe der Europäischen Union.[1]

Zubereitung

Der Hefeteig wird zu Streifen ausgerollt und auf eine hölzerne Walze mit einem Durchmesser von 8 bis 10 Zentimetern gewickelt, heute wird auch eine metallene verwendet. Er wird über Holzkohle gebacken, beim Backen gedreht und mit Milch bis zur goldroten Farbe bestrichen. Danach wird er vorsichtig von der Walze gezogen, damit die Form erhalten bleibt. Das fertige Gebäck wird je nach Hersteller zum Beispiel in Zimt, Zucker, Kakao, Kokos oder einer Nussmischung gewälzt.[1]

Laut dem Rundfunk bleibt ein richtig gebackener Trdelník noch vier Tage lang schmackhaft. Das Originalrezept und die Backweise seien demnach von Generation zu Generation weitergegeben worden.[1]

Trdelník heute

Früher wurde er nur an Feiertagen und Festen gebacken, heute ist er laut dem Rundfunk auf vielen Märkten und Jahrmärkten erhältlich.[1] In Prag tauchte eine erneuerte Version auf, gefüllt mit Eis, Schlagsahne mit Erdbeeren oder Nussaufstrich. Der Rundfunk vergleicht sie mit modernen Trends wie dem New Yorker Cronut, einer Kombination aus Croissant und Krapfen.[1]

Quellen

  1. Český rozhlas