Die St.-Barbara-Kirche ist eine spätgotische Kirche in der Stadt Kutná Hora, die seit 1995 zusammen mit dem historischen Stadtkern und der Kathedrale in Sedlec auf der UNESCO-Welterbeliste steht.

Die St.-Barbara-Kirche ist ein spätgotischer Bau kathedralen Typs in Kutná Hora im Středočeský kraj. Sie ist in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen, und zwar zusammen mit dem historischen Stadtkern und der Kathedrale in Sedlec, die der Himmelfahrt Mariens und dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist.[1] Der Národní památkový ústav gibt an, dass das Zentrum der einstigen königlichen Bergstadt und beide Kirchen seit 1995 auf der Liste stehen.[2]
Patrozinium und Bedeutung für die Stadt
Die Kirche trägt den Namen der heiligen Barbara, einer frühchristlichen Märtyrerin. Die Menschen rufen sie als Helferin in der Not und Fürsprecherin für einen guten Tod an, sie ist auch die Patronin von Menschen mit gefährlichen Berufen, vor allem der Bergleute.[1] Laut der offiziellen Website der Kirche waren es gerade die Bergleute, die am meisten zur Blüte der mittelalterlichen Stadt und zum Bau der Kathedrale beitrugen, die sie ihrer Beschützerin widmeten.[1] Kutná Hora erhielt dank der reichen Silbervorkommen in der Umgebung und der königlichen Münzstätte im Vlašský dvůr den Beinamen „Schatzkammer des Königreichs Böhmen“.[2] Die Entwicklung der Stadt erreichte Ende des 15. Jahrhunderts ihren Höhepunkt, und in dieser Zeit wurde die der Patronin der Bergleute geweihte Kirche gegründet, die als architektonisch bedeutendste in Kutná Hora bezeichnet wird.[2]
Baugeschichte
Die Anfänge des Baus reichen in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück und sind mit der Parler-Bauhütte verbunden. An deren Arbeit knüpften weitere Künstler und Baumeister an, darunter Benedikt Ried. Er wird als Urheber der Empore, also der inneren Galerie im Obergeschoss, sowie der Konzeption der Zeltdächer und der kreisförmig geführten Wölbung des Hauptraums genannt.[1]
Mitte des 16. Jahrhunderts gingen die Silbervorkommen in den Gruben von Kutná Hora zur Neige, und der Bau musste provisorisch beendet werden.[1] Die folgenden Jahrhunderte brachten Rekonstruktionen und Ausstattungswechsel, überwiegend im barocken Geist. Die heutige Gestalt der Kirche entstand an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert bei einer umfassenden Regotisierung und Gesamterneuerung.[1] Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts zeigte sich laut dem Národní památkový ústav in der Stadt eine Stagnation, die im 17. Jahrhundert voll hervortrat.[2]
Ausschmückung und Ausstattung
Die Kirche ist vor allem eine Galerie gotischer Fresken und Steinmetzkunst, doch hinterließen alle Generationen ihre Spuren darin.[1] Im Hauptschiff steht eine Renaissancekanzel mit barocker Verkleidung. Die Jesuiten beschafften für die Kirche eine große Zahl barocker Altäre, Skulpturen und Gemälde.[1]
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließen die Stifter der neugotischen Erneuerung einen großen Teil der Fenster mit Glasmalereien schmücken. Der Maler František Urban stellte darauf christliche Motive und bedeutende Ereignisse seiner Zeit dar.[1] Im Jahr 2014 entstand die bisher letzte künstlerische Gestaltung, ein Glasfenster mit der heiligen Agnes von Böhmen im letzten klaren Fenster des südlichen Seitenschiffs.[1]
Kutná Hora als Welterbestätte
Zu den symbolträchtigen Bauten von Kutná Hora zählt der Národní památkový ústav beide Hauptkirchen, also die St.-Barbara-Kirche und die Kathedrale in Sedlec, ferner die Jakobskirche, den Vlašský dvůr und die Jesuitenkollegien.[2] Der Welterbestatus hat der Stadt laut dem Národní památkový ústav bei der Erneuerung der meisten bedeutenden Denkmäler geholfen.[2]