Die Palacký-Universität Olmütz ist nach eigenen Seiten die zweitälteste Universität in der Tschechischen Republik. Ihre Tradition reicht in das Jahr 1573 zurück, als das Jesuitenkolleg die Rechte einer Universität erhielt.

Zbrojnice - pohled z prvního patra budovy, Olomouc, 2014
Zbrojnice - pohled z prvního patra budovy, Olomouc, 2014Foto: Jiří Komárek, 2014 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Die Palacký-Universität Olmütz ist eine Hochschule mit Sitz in Olmütz. Nach den Seiten der Universität ist sie die zweitälteste Universität in der Tschechischen Republik.[1]

Anfänge und erster Untergang

Die Tradition der Schule reicht in das Jahr 1573 zurück. Damals erhielt das ursprüngliche Jesuitenkolleg alle Rechte wie die anderen europäischen Universitäten. Verliehen wurden sie von Kaiser Maximilian II. Anfangs hatte die Schule zwei Fakultäten, gewidmet den freien Künsten und der Theologie.[1] Der Unterricht begann drei Jahre später. Die Vorlesungen über Philosophie eröffnete damals, im Jahr 1576, der Engländer George Warr. Im selben Jahr fand die erste Eintragung in die Universitätsmatrikel statt. Nach der Universität reichte ihr Einfluss von Mähren und Schlesien nach Polen und Ungarn, über die österreichischen Länder nach Deutschland. Er erreichte auch Skandinavien und Osteuropa.[1]

Zur Zeit des Ständeaufstands wurde der Jesuitenorden aus Mähren verwiesen, und die Olmützer Universität ging für einige Zeit unter. Wiederhergestellt wurde sie 1621 nach der Niederschlagung des Aufstands.[1]

Dreißigjähriger Krieg und Barock

Im Dreißigjährigen Krieg war die Stadt acht Jahre lang von schwedischen Truppen des Generals Torstensson besetzt und wurde geplündert. Die Universität verlor ihre reiche Bibliothek. Der Olmützer Kollektar, ein Kodex aus dem Jahr 1142, entstanden im Skriptorium des Bischofs Heinrich Zdik, gelangte so in die Königliche Bibliothek in Stockholm. Student der Universität war auch der Feldherr Albrecht von Wallenstein.[1]

Nach dem Abzug der Schweden erlebte die Universität ihre größte Blüte. Die Jesuiten errichteten ein neues Kollegiengebäude, zwei Konvikte, ein Schulgebäude, die Kirche Maria Schnee und das Seminar des heiligen Franziskus. Gepflegt wurden Mathematik, Physik, Kartographie und Hebraistik. Mit der Universität sind die Namen des jesuitischen Mathematikers Jakub Kresa und auch Gregor Mendels, des Begründers der Genetik, verbunden. Mit ihr wird auch der Astronom Karel Slavíček in Verbindung gebracht, der am Hof des chinesischen Kaisers diente. Den Astronomieunterricht übernahmen die Jesuiten Valentin Stansel und auch Jan Zimmermann.[1]

Wandlungen im 18. und 19. Jahrhundert

Nach der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr 1773 ging die Schule in staatliche Verwaltung über. Am 24. Mai 1778 wurde die mährische Universität nach Brünn verlegt, doch am 12. September 1782 versetzte sie ein Dekret Kaiser Josephs II. zurück nach Olmütz. Hier wurde sie zu einem dreijährigen Lyzeum herabgestuft, weil der Kaiser Universitäten nur in Wien, in Lemberg und in Prag beließ. Ein besonderer Teil des Studiums wurde das medizinisch-chirurgische Fach, bestimmt für Wundärzte und Hebammen.[1]

Im Jahr 1827 setzte der Olmützer Erzbischof Erzherzog Rudolf Johann die Erhebung des Lyzeums zur Franzens-Universität durch. Sie hatte eine philosophische, eine theologische und eine juristische Fakultät, hinzu kam das medizinisch-chirurgische Studium. Im Jahr 1851 wurde wegen des Einsetzens des Neoabsolutismus und des Rückgangs der Studierenden die philosophische Fakultät geschlossen und zu Beginn des Studienjahres 1855 bis 1856 auch die juristische Fakultät.[1]

Seiten, die hierher verweisen

Quellen

  1. Univerzita Palackého v Olomouci