Die Luftstreitkräfte sind Teil der Tschechischen Streitkräfte. Die Texte über sie beschreiben Wechsel in der Führung, den Kauf amerikanischer H-1-Hubschrauber und eine Vereinbarung über den Schutz des slowakischen Luftraums.

Die Luftstreitkräfte der Tschechischen Streitkräfte sind Teil der tschechischen Armee. Zu ihnen gehören zum Beispiel der 21. Stützpunkt der taktischen Luftwaffe, der 22. Stützpunkt der Hubschrauberluftwaffe in Náměšť nad Oslavou und der 24. Stützpunkt der Transportluftwaffe (Prag 19) [1][2].
Wechsel in der Führung
Das Amt des Befehlshabers der Luftstreitkräfte übernahm am 1. November 2020 Generalmajor Petr Mikulenka. Zuvor war er als militärischer Vertreter der Tschechischen Republik im Hauptquartier SHAPE im belgischen Mons tätig. Seine Laufbahn begann er als Jagdpilot, später führte er den 21. Stützpunkt der taktischen Luftwaffe und leitete unter anderem das Gemeinsame Operationszentrum des Ministerstvo obrany České republiky. Er diente mehr als fünfunddreißig Jahre in der Armee und trat danach in die Reserve.[2]
Die Amtsübergabe wurde von einem feierlichen Appell begleitet, der in Prag 19 auf dem 24. Stützpunkt der Transportluftwaffe stattfand. Zur Zeremonie gehörten die Übergabe der Gefechtsfahne der Luftstreitkräfte und die Unterzeichnung eines Protokolls über die Amtsübergabe. Ab dem 1. November wurde Brigadegeneral Petr Čepelka neuer Befehlshaber, der bis dahin die Sektion für Streitkräfteentwicklung des Ministerstvo obrany České republiky geleitet hatte. In seiner ersten Rede im neuen Amt nannte er als seine Prioritäten Modernisierung, das Halten von Spezialisten, die Personalgewinnung und Teamarbeit. Er sprach auch über die schrittweise Ablösung veralteter Technik durch neue Waffensysteme und über die Einführung von künstlicher Intelligenz, Robotisierung und weiteren sogenannten Schlüsseltechnologien [2].
Hubschrauber H-1
Der Hubschrauberstützpunkt in Náměšť nad Oslavou erhielt amerikanische Maschinen des Systems H-1, und zwar den Kampfhubschrauber AH-1Z Viper und den Mehrzweckhubschrauber UH-1Y Venom. Nach Angaben der Armee soll die Luftwaffe zwanzig Hubschrauber beider Typen erhalten, von denen zwölf neu sein werden, und damit die älteren Mi-35 und Mi-24V ersetzen [1].
Das Regierungsabkommen vom 12. Dezember 2019 über den Kauf von acht Venom und vier Viper schlossen die damaligen Verteidigungsminister beider Länder, Lubomír Metnar für die Tschechische Republik und Mark Esper für die Vereinigten Staaten. Im April 2022 handelte Ministerin Jana Černochová in Washington die Lieferung von weiteren acht älteren Hubschraubern aus (zwei Venom und sechs Viper), die Tschechien von den USA unentgeltlich erhielt. Mehr als ein Drittel des Auftrags geht an tschechische Unternehmen, darunter das Staatsunternehmen LOM PRAHA und die Firmen VR Group und Ray Service, die auch die Ausrüstung für Simulationsflüge liefern werden [1].
Die Armee gibt an, dass beide Typen zu 85 Prozent gemeinsame Teile haben und ihre Wartung deutlich einfacher ist als bei den russischen Mi-24. Der Kommandeur des 22. Stützpunkts der Hubschrauberluftwaffe, Brigadegeneral Rudolf Straka, betonte, dass die Viper über moderne Eigenschutzsysteme verfügt: Sie liefern dem Piloten mehr Informationen über eine Bedrohung, erkennen deutlich mehr davon, ordnen sie nach dem Grad der Gefahr und reagieren bei direkter Bedrohung automatisch darauf [1].
Nach der Lieferung eines Hubschraubers folgen laut Straka stets zwei Einflüge. Der erste findet im Beisein von Vertretern der amerikanischen Regierung statt, der zweite mit einer gemischten tschechisch-amerikanischen Besatzung. Amerikanische Spezialisten haben die Hubschrauber gemeinsam mit den tschechischen Kollegen zusammengebaut und in Betrieb genommen, und die Ausbildung der Soldaten aus Náměšť leitet ein amerikanisches mobiles Ausbildungsteam [1].
Prioritäten und Modernisierungspläne
Ministerin Jana Černochová erklärte bei der Übernahme der Hubschrauber, der Übergang auf die neuen Maschinen verringere die Abhängigkeit von russischer Technik und bedeute eine Hinwendung zum stärksten Verbündeten in der NATO [1]. Der Chef des Generalstabs, Karel Řehka, sagte, angesichts des russischen Krieges in der Ukraine müsse die Armee Kampfkraft und Bereitschaft noch stärker betonen, und die neue Technik könne seiner Ansicht nach weitere Interessenten für den Dienst in der Armee anziehen [1].
Bei der Kommandoübergabe sagte Řehka, die Armee müsse sich an die ernste Lage anpassen, und die Kampfkraft bleibe die zentrale Priorität. Ältere Ausrüstung solle durch modernere ersetzt und strategische Dokumente sowie Pläne sollten überprüft werden. Nach Aussage von František Šulc, dem Ersten Stellvertreter der Verteidigungsministerin, werde das künftige Schlachtfeld zu einem komplexen System voller Sensoren und Rechenzentren, sodass die Soldaten der Luftstreitkräfte einen Wandel durchlaufen müssten, der an den Übergang von Drehern zu Programmierern von CNC-Maschinen erinnere. Der Austausch der Raketensysteme und der gesamten Luftwaffe beginne, und für das nächste Jahr würden neue Hubschrauber Viper und Venom erwartet. Tschechien habe zudem mit den USA Verhandlungen über einen möglichen Kauf von überschallschnellen Mehrzweckflugzeugen F-35 aufgenommen [2].
Zusammenarbeit beim Schutz des Luftraums
Die tschechische Armee soll laut einer Vereinbarung der Slowakei beim Schutz ihres Luftraums helfen. Den Vertrag schloss die tschechische Verteidigungsministerin Jana Černochová mit Jaroslav Naď, dem Verteidigungsminister der Slowakei. Beteiligen wird sich auch Polen, weshalb Mariusz Błaszczak, der polnische Verteidigungsminister, die Vereinbarung ebenfalls unterzeichnete. Beide Länder werden außerdem bei der Beschaffung von Schützenpanzern CV90 zusammenarbeiten [3].