Leoš Janáček (1854–1928) war ein tschechischer Komponist, Dirigent, Pädagoge und Folklorist, der den größten Teil seines Lebens in Brünn wirkte.

Porträt – Leoš Janáček (1854–1928), tschechischer Komponist, 1899
Porträt – Leoš Janáček (1854–1928), tschechischer Komponist, 1899Foto: Anonym, 1899 · gemeinfrei · Wikimedia Commons

Leoš Janáček (1854–1928) war ein tschechischer Komponist, Lehrer, Dirigent, Pianist, Schriftsteller und Folklorist. Er wurde in Hukvaldy geboren, verbrachte aber den größten Teil seines Lebens in Brünn, wo der überwiegende Teil seiner Werke uraufgeführt wurde. Laut der Website des Národní divadlo Brno gehört er zu den bemerkenswertesten Musikschöpfern des zwanzigsten Jahrhunderts.[1]

Stellung in der Musik

Dem Geburtsdatum nach gehört Janáček zur Generation von Antonín Dvořák, mit seinen Kompositionen aber laut dem Národní divadlo Brno zur fortschrittlichsten Musik des vergangenen Jahrhunderts. Im Alter von fast siebzig Jahren stand er neben Komponisten, die eine oder zwei Generationen jünger waren, wie Arnold Schönberg, Alban Berg und Igor Strawinsky. Gegen Ende seines Lebens wurde er zu einem der beliebtesten Komponisten, blieb aber dennoch eng mit Brünn verbunden. Zur Entwicklung des dortigen Kulturlebens trug er durch organisatorische, dirigentische und pädagogische Tätigkeit bei.[1]

Kindheit und Studium

Im Jahr 1865 kam er als Elfjähriger aus Hukvaldy nach Brünn. Der Vater schickte ihn in die Stiftung der Augustinerabtei St. Thomas im Stadtteil Staré Brno. Die Abtei leitete damals der aufgeklärte Abt Cyril Napp, und es wirkten in ihr zum Beispiel der Komponist Pavel Křížkovský, der Begründer der Genetik Gregor Mendel und der Philosoph und Journalist František Matouš Klácel. Die musikalisch begabten Knaben, die in die Stiftung aufgenommen wurden, nannten sich nach ihren hellblauen Uniformen „modráčci“ und erhielten eine hochwertige musikalische Ausbildung, damit sie an den Aufführungen und Konzerten der Abtei mitwirken konnten.[1]

Danach studierte Janáček an einer deutschen Mittelschule mit geistes- und naturwissenschaftlicher Ausrichtung und am Brünner Lehrerinstitut. Nach dem Abschluss im Jahr 1874 blieb er am Institut als Hilfslehrer. Im Jahr 1874 wurde er auch an der Prager Orgelschule aufgenommen. In den Jahren 1879 und 1880 studierte er kurz an den Konservatorien in Leipzig und Wien, kam aber zu dem Schluss, dass er dort nichts mehr lernen könne.[1]

Tätigkeit in Brünn

Er wirkte als Chorleiter und Dirigent im Řemeslnický spolek Svatopluk (1873–1876) und im Filharmonický spolek Beseda brněnská (1876–1888). Die Beseda entwickelte sich unter seiner Leitung zu einem großen Kantatenensemble, mit dem er zum Beispiel Mozarts Requiem, Beethovens Missa solemnis und Dvořáks Stabat Mater aufführen konnte. Zu dieser Zeit komponierte er bereits und wandte sich von der Lehrerlaufbahn ab. Er engagierte sich außerdem in der Družstvo českého národního divadla v Brně, im Ruský kroužek und im Klub přátel umění.[1]

Kurz nach der Rückkehr aus Leipzig heiratete er Zdena Schulzová, die Tochter des Direktors des Lehrerinstituts. Laut der Website des Národní divadlo Brno war die Ehe nicht besonders glücklich, und die erste ernste Krise kam bald nach der Hochzeit, obwohl dem Paar die Tochter Olga geboren wurde.[1]

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Quellen

  1. Národní divadlo Brno (Janáček Brno)