Das Kloster Kladruby ist ein Benediktinerkloster in Westböhmen, das nach den meisten Quellen 1115 von Fürst Vladislav I. gegründet wurde.

Das Kloster Kladruby ist ein Benediktinerkloster in Kladruby in Westböhmen. Nach der Darstellung des Národní památkový ústav wurde es 1115 vom Fürsten Vladislav I. gegründet.[1]
Gründung und Lage
Das westliche Grenzgebiet des fürstlichen Böhmen war zu Beginn des 12. Jahrhunderts von der Kolonisation nahezu unberührt. Unter der Herrschaft Vladislavs I. begannen die westlichsten Teile des Landes Siedler aus dem Landesinneren und aus dem Ausland anzuziehen und gerieten unter den unmittelbaren Einfluss der Přemysliden. Vladislav I. gründete nach den meisten Quellen im Jahr 1115 ein Benediktinerkloster, das an der Gründung von Dörfern und der Anlage von Wegen beteiligt war.[1] Kladruby wurde auch aus strategischen Gründen gewählt, da es in der Nähe des Nürnberger Handelswegs lag, der aus der Umgebung von Nürnberg über Prag bis zur Ostsee führte.[1] Die spätromanische dreischiffige Basilika wurde 1233 fertiggestellt und in Anwesenheit König Wenzels I. geweiht.[1]
Ende des 14. Jahrhunderts
Die politische Lage am Ende des 14. Jahrhunderts spiegelte sich auch in der Geschichte des Klosters wider. König Wenzel IV. wollte das Kloster aufheben und sein Vermögen zur Gründung eines neuen Bistums für Westböhmen verwenden, wodurch er den Einfluss des Erzbischofs Johann von Jenstein geschwächt hätte. Der Erzbischof erkannte jedoch die Wahl eines neuen Abtes aus den Reihen der Kladruber Benediktiner an und verhinderte die Auflösung des Klosters.[1] Den Generalvikar Johannes von Pomuk konnte er nicht mehr retten; dessen Tod vertiefte den Bruch zwischen dem König und dem Erzbischof. Johannes von Pomuk wurde 1729 als Johannes von Nepomuk heiliggesprochen und zum Landespatron Böhmens, zum zweiten Patron Bayerns und zum Mitpatron Münchens erklärt.[1]
Barocker Umbau
Seine größte künstlerische Blüte erreichte das Kloster unter Abt Maurus Fintzguth, der 1701 gewählt wurde. Dieser ließ die Klosterkirche umbauen. Er wandte sich an zwei Architekten, Christoph Dientzenhofer und Johann Blasius Santini-Aichel, und wählte den Entwurf Santinis. Die Kirche wurde in den Jahren 1711 bis 1726 in der Form der Barockgotik umgebaut, die ihr Alter und ihre architektonische Bedeutung hervorhob.[1] Santini nutzte die ursprünglichen Konstruktionen der romanischen Dreischiffigkeit im Umfassungsmauerwerk und im Querschiff und bewahrte im Chorbereich teilweise die romanischen Pfeiler der Mittelschiffarkaden.[1]