Karel des Fours Walderode gehörte einem Adelsgeschlecht an, das ausgedehnte Güter in den Gebieten um Semily, Jablonec nad Nisou und Liberec besaß. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor er diesen Besitz als Deutscher aufgrund der Beneš-Dekrete [1].

Staatsbürgerschaftsnachweis und Verlust der Staatsbürgerschaft

Das Innenministerium der Tschechoslowakischen Republik stellte ihm am 16. Dezember 1947 eine Bescheinigung über die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft aus [2]. Der beschlagnahmte Besitz wurde ihm dennoch nicht zurückgegeben [1]. Nach dem kommunistischen Umsturz im Februar 1948 emigrierte er und verlor die Staatsbürgerschaft erneut [1].

Wiedererlangung der Staatsbürgerschaft und Restitutionsanspruch

Im Jahr 1992 gab ihm das Innenministerium die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft zurück, woraufhin er die Herausgabe des früheren Familienbesitzes beantragte, darunter des Schlosses Hrubý Rohozec in Turnov [1]. Die Erfüllung seines Anspruchs erlebte er nicht mehr; er starb im Jahr 2000 im Alter von 95 Jahren [1].

Fortgang des Falls nach seinem Tod

Nach seinem Tod verficht seine Witwe und Erbin Johanna Kammerlanderová den Restitutionsanspruch [1]. Das Verfassungsgericht der Tschechischen Republik stellte in seinem Erkenntnis vom 19. September 2024 fest, dass sich des Fours Walderode in der Zeit des Protektorats nicht gegen den tschechoslowakischen Staat vergangen habe und die Justiz von der Entscheidung des Innenministeriums aus dem Jahr 1947 über die Beibehaltung seiner Staatsbürgerschaft ausgehen müsse [3][2]. Auf der Grundlage dieses Erkenntnisses entschied das Okresní soud v Semilech im September 2025 über die Herausgabe eines Teils der strittigen Grundstücke [2]. Das Krajský soud v Hradci Králové hob diese Entscheidung am 13. Oktober 2026 auf und verwies die Sache zur neuen Verhandlung zurück, mit der Vorgabe, mehr als tausend Grundstücke genauer zu identifizieren; zugleich erklärte es, die Frage der Berechtigung des Restitutionsanspruchs für geklärt zu halten [3][4].

Verweisende Seiten

Quellen

  1. ČTK / České noviny — 13. Oktober 2026
  2. Novinky.cz — 13. Oktober 2026
  3. ČT24 — 13. Oktober 2026
  4. Echo24 — 13. Oktober 2026