Karel Kryl war ein Dichter und Liedermacher, geboren am 12. April 1944 in Kroměříž. Über zwanzig Jahre lebte er im deutschen Exil und gab die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft nie auf.

Karel Kryl war ein Dichter und Liedermacher, der am 12. April 1944 in Kroměříž geboren wurde und am 3. März 1994 starb. Eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus zählt ihn zu den Persönlichkeiten des Prager Frühlings und der Samtenen Revolution [1].
Geburtsort und Kindheit
Er wurde in einem Haus in Kroměříž geboren, in dem die Familie des Druckers Karel Kryl senior lebte, nachdem sie nach der deutschen Besetzung des Sudetenlandes 1938 aus Nový Jičín hatte wegziehen müssen. In Kroměříž lebte er bis 1957 [1].
Gedenktafel
Am Geburtshaus in der Březinova 1041/9 in Kroměříž befindet sich eine Tafel aus schwarzem Terrazzo. Sie wurde am 12. April 2014 in Anwesenheit von Vertretern der Stadt Kroměříž enthüllt, auf deren Anregung sie entstand. Die Inschrift besagt, dass in dem Haus Karel Kryl geboren wurde, und nennt die Daten 12. 4. 1944 und 3. 3. 1994. Sie bezeichnet ihn als Dichter und Liedermacher, der zu den Persönlichkeiten des Prager Frühlings von 1968 und der Revolution von 1989 gehört [1].
Exil in Deutschland
Der Rundfunksender Radio Wave bereitete zum nicht mehr erlebten siebzigsten Geburtstag von Karel Kryl ein Gespräch mit seiner langjährigen Lebensgefährtin vor, die von 1976 bis zu seinem Tod 1994 mit ihm lebte. Darin ging es um sein Parallelleben, um die kommunistische Tschechoslowakei und um Persönlichkeiten, die sich später zu Kryl bekannten [2].
Kryl lebte über zwanzig Jahre im Exil in Deutschland und wollte dennoch nie auf die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft verzichten. Nach den Worten seiner Lebensgefährtin war er fest mit seiner Heimat und seinen Wurzeln verbunden, lebte nach den Traditionen seiner Großmutter und sagte stets, dass sich ein wahrer Dichter nur in seiner Muttersprache äußere. Als sie sich 1976 kennenlernten, lebte er seit sieben Jahren im Exil und wohnte im Münchner Olympiadorf, wohin er aus dem Münchner Stadtteil Schwabing gezogen war. Er hatte viele Freunde um sich, und die Bungalows, in denen sie wohnten, dienten auch als Treffpunkt junger Tschechen und Slowaken [2].
Doppeltes Leben
Dem Gespräch zufolge lebte Kryl dauerhaft in Deutschland, fuhr aber oft zu Konzerten in die Tschechoslowakei. Deutschland war nach den Worten seiner Lebensgefährtin ein Ort der Ruhe, die Konzertreisen waren das Gegenteil, denn er wollte Ereignisse verändern und Dinge in Bewegung setzen. Über die Lage in der Heimat, wo er Familie in den kommunistischen Strukturen hatte, sprach er sehr oft. Sein ganzes Geld steckte er in die Herausgabe seiner Platten und Bücher [2].
Nach 1989 kehrte er zur Beerdigung seiner Mutter in die Tschechoslowakei zurück. Seine Lebensgefährtin bezeichnete diese Rückkehr als traurig, weil die Mutter für ihn alles bedeutet habe. Sie selbst kam 1991 zum ersten Mal nach Prag [2].