Laut einem Bericht über die Wolfsüberwachung auf beiden Seiten der tschechisch-polnischen Grenze ernähren sich die Wölfe im Gebiet Broumovsko vor allem von Wildtieren.

Im Bild: Broumovsko (Illustrationsfoto)
Im Bild: Broumovsko (Illustrationsfoto)Foto: Daniel Baránek, 2008 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Naturschützer haben auf ihrer Website einen Bericht veröffentlicht, der die Überwachung der Wölfe im tschechisch-polnischen Grenzgebiet über ein Jahr ab Mai 2025 zusammenfasst. Er entstand im grenzüberschreitenden Projekt Interreg CZ-PL. In Broumovsko im Královéhradecký kraj machen Wildtiere mehr als neun Zehntel der Wolfsnahrung aus.[1][2]

Ergebnisse des Berichts

Im überwachten Gebiet vom Lausitzer Gebirge bis zum Gesenke wurden 18 Wolfsterritorien nachgewiesen, in denen 16 Rudel und zwei Paare leben. Ein Wolf-Hund-Hybrid wurde in keinem der überwachten Gebiete festgestellt. Für die Broumovská vrchovina und Umgebung schätzt der Bericht 20 bis 27 Wölfe, die in drei Rudeln leben, welche über die Grenze hinausreichen.[1][2]

Nutztiere, vor allem Schafe, machen in Broumovsko 6,9 Prozent der Nahrung aus, der höchste Anteil aller überwachten Gebiete. Im Adlergebirge, am Glatzer Schneeberg und im Frýdlantsko liegt der Anteil bei etwa drei Prozent. Hauptbestandteil der Nahrung ist das Reh, ein weiterer bedeutender das Wildschwein.[1][2]

Zwei Wölfe aus Broumovsko tragen seit dem Frühjahr GPS-Halsbänder, die sie nach einer gemeldeten nahen Begegnung eines Wolfs mit einem Menschen erhielten. Laut dem Bericht sind sie scheu, suchen die Nähe von Menschen nicht und leben verborgen.[1][2]

Einschätzung eines Experten

Miroslav Kutal von der Mendel-Universität Brünn, fachlicher Garant des Projekts Hnutí Duha Šelmy, sagte, der höhere Anteil an Nutztieren hänge mit der größeren Zahl von Schafhaltungen in Broumovsko zusammen. Die Sicherung der Weiden verbessere sich seiner Aussage nach, doch einige Halter erfüllten weiterhin nicht die Mindestanforderungen der Agentur für Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik an die Weidesicherung. Zugleich sagte er, nichts deute auf eine Spezialisierung der Wölfe auf Nutztiere hin.[1][2]

Am Projekt auf einem zusammenhängenden Gebiet von 7000 Quadratkilometern arbeiten Hnutí Duha Šelmy, die Mendel-Universität Brünn und der polnische Park Narodowy Gór Stołowych; in Broumovsko kooperieren sie mit dem CHKO Broumovsko.[1][2]

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Chronologie

  • — Naturschützer haben einen Bericht über das Wolfsmonitoring im tschechisch-polnischen Grenzgebiet für die zwölf Monate ab Mai 2025 veröffentlicht: In der Region Broumovsko bei Náchod im Královéhradecký kraj machen Wildtiere über 90 Prozent der Nahrung der Wölfe aus, Nutztiere 6,9 Prozent, und zwei dortige Wölfe tragen GPS-Halsbänder. ČTK / České noviny Ekolist.cz

Quellen

  1. ČTK / České noviny — 16. Oktober 2026
  2. Ekolist.cz — 16. Oktober 2026