Die Bazilika svatého Jiří steht am Jiřské náměstí auf der Prager Burg. Sie gehört zu den bedeutendsten romanischen Denkmälern des Landes und ist laut Prague City Tourism die zweitälteste Prager Kirche. Sie wird von zwei weißen Steintürmen von 41 Metern Höhe beherrscht. [2]
Gründung und mittelalterliche Umbauten
Die Kirche gründete um das Jahr 920 Fürst Vratislav I. Im Jahr 925 wurden hier die Gebeine der ermordeten Fürstin Ludmilla beigesetzt, der Großmutter des heiligen Wenzel und ersten böhmischen Märtyrerin. Nach der Gründung von Kloster St. Georg nebenan im Jahr 973 wurde das Gotteshaus erweitert und zu einer dreischiffigen Basilika im ottonischen, frühromanischen Stil umgebaut. Nach einem Brand im Jahr 1142 erneuerte sie die Äbtissin des Klosters, Berta, fast bis zur heutigen Gestalt. An den Seitenschiffen im Osten kamen damals zwei Türme aus Pläner-Sandstein mit Steindach und zwei Reihen romanischer Fenster hinzu. [2]
Türme und Ausstattung
Der schmalere Nordturm heißt Eva und ist leicht geneigt, um etwa 40 Zentimeter. Der breitere Südturm trägt den Namen Adam und entstand über einer ursprünglich freistehenden Kapelle. Der Turm Eva wurde in den siebziger Jahren im Rahmen von Bauarbeiten gefestigt. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts kam die Kapelle der heiligen Ludmilla mit ihrem Grab hinzu. In der Krypta, die über eine Barocktreppe erreichbar ist, befindet sich eine schwarze Skulptur, die den Körper eines toten Mädchens als Symbol menschlicher Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit darstellt. Reste romanischer Wandmalereien haben sich im Gewölbe des Presbyteriums und in der Kapelle der heiligen Ludmilla erhalten. Von der ursprünglichen romanischen Ausstattung sind Teile eines Reliefs erhalten, mit der von Engeln gekrönten Madonna, der knienden Äbtissin Mlada und Berta sowie seitlich Ottokar I. Přemysl und seiner Schwester, der Äbtissin Agnes. [2]
Die Grabstätte der Přemysliden und spätere Veränderungen
Bis zum Jahr 1055 diente die Basilika als offizielle Grabstätte der Přemysliden, bis der Veitsdom gebaut wurde. Hier ist Fürst Vratislav bestattet, wahrscheinlich auch Oldřich und Jaromír. Der romanische Innenraum mit der Grabstätte der Přemysliden ist laut Prague City Tourism in den Besichtigungsrundgang der Prager Burg einbezogen. Der Raum wird auch als Konzertsaal genutzt und ist nicht beheizt. [2]
Der Blick auf den Ostabschluss der Basilika von der Jiřská ulice aus ist laut der Website der eindrucksvollste. Das Portal in der Jiřská ulice fertigte um 1520 die Gießerei des Benedikt Ried, und im Tympanon zeigt es einen Ritter im Kampf mit einem Drachen. Im 14. Jahrhundert entstand eine neue Westfassade, die im 17. Jahrhundert im frühbarocken Stil mit dem typischen Terrakottaputz umgestaltet wurde. Sie schmückt eine Sandsteinskulptur des Gründers Vratislav I., deren Autor wahrscheinlich Jan Jiří Bendl war. In den Jahren 1718 bis 1722 fügte František Maxmilián Kaňka an der südwestlichen Ecke eine barocke Kapelle des heiligen Johannes von Nepomuk hinzu, die zur Feier seiner Seligsprechung errichtet wurde. [2]