Der Úřad pro ochranu hospodářské soutěže (ÚOHS) ist die tschechische Kartellbehörde, die Zusammenschlüsse von Wettbewerbern prüft.

Der Úřad pro ochranu hospodářské soutěže (ÚOHS) ist laut der Česká tisková kancelář die tschechische Kartellbehörde. Unter anderem prüft er Zusammenschlüsse von Wettbewerbern und veröffentlicht Informationen zu den Verfahren auf seiner Website [1].
Prüfung von Transaktionen der PPF-Gruppe
Der ÚOHS prüft den Kauf einer Gruppe von Firmen mit geplanten Immobilienprojekten in der Umgebung der Prager O2 arena, den die Gesellschaft PPF Real Estate von der Gruppe Kaprain vorbereitet. Den Zusammenschluss behandelt er in einem vereinfachten Verfahren, in dem er innerhalb von 20 Tagen entscheiden soll [1][2][3]. Laut dem Amt findet der Zusammenschluss vor allem in den Bereichen der Vermietung von Gewerbeflächen, vor allem Büro- und Lagerflächen, sowie der Vorbereitung von Grundstücken und Projekten für die weitere Entwicklung statt [1]. Laut der Zeitung iDNES.cz gehören zu den verkauften Firmen Mototech Real, die ein Areal von 16 Hektar in Stodůlky besitzt, und C&R Office Center One, die das Bürogebäude Harfa Business Center A besitzt. [4] Gegenstand des Geschäfts sind auch die Gesellschaften Harfa BC C, Harfa District, Českomoravská Invest und Kovářská 939, die Entwicklungsprojekte in Prag 9 vorbereiten, unter anderem Harfa SO16 und das Verwaltungsgebäude Českomoravská. [7]
Zugleich begann das Amt, den Kauf der Firma IK Invest 3 durch die Gesellschaft PPF reality 2 zu prüfen. Die Firma besitzt den Golfplatz Oaks Prague in Nebřenice in Mittelböhmen und das gleichnamige geplante Wohnprojekt. Das Amt gab an, der Zusammenschluss betreffe die Entwicklungstätigkeit beim Bau eines Wohnkomplexes mit Villen, Apartment- und Einfamilienhäusern sowie den Betrieb des Golfplatzes einschließlich zweier Restaurants. [4] Auch über diese Transaktion soll das Amt innerhalb von 20 Tagen entscheiden [1]. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig, und die Firmen können beim Vorsitzenden des Amtes, Petr Mlsna, Berufung einlegen. [5] Die Firmen Prysmian, Kablo Vrchlabí und NKT stimmen der Entscheidung nicht zu, und NKT teilte mit, dass sie dagegen Berufung einlegen werde. [6] Die Gesellschaft Prakab erhielt keine Geldbuße, weil sie das Kronzeugenprogramm beantragt und dem Amt Informationen über das Kartell geliefert hatte, und die Firma Precon erhielt keine, weil sie sich in der Insolvenz befindet und kein Vermögen hat. [5] Laut dem Amt waren an dem Kartell in den Jahren 2010 bis 2022 sechs Firmen beteiligt, die sich auf die Berechnung eines Teils des Verkaufspreises von Kabeln mit Kupfer oder Aluminium einigten, den sogenannten Metallzuschlag. [5] Laut dem Amt einigten sich die Gesellschaften Kablo Vrchlabí, NKT, Prakab, Precon, Prysmian Kabely und Tele-Fonika Kabely CZ auf eine gemeinsame Formel für die Berechnung des Metallpreises, kontrollierten gegenseitig die Richtigkeit der Werte und legten deren Geltungsdauer fest. [6] Der Gesellschaft Prysmian aus Velké Meziříčí wurde eine Geldbuße von 955 Millionen Kronen auferlegt und der Firma NKT aus Kladno eine von 910 Millionen Kronen; das sind die höchsten Geldbußen, die das Amt bisher einzelnen Firmen auferlegt hat. [5] Laut einer Pressemitteilung des Amtes vom 1. Oktober 2026 verhängte der ÚOHS gegen vier Hersteller und Händler von Kabeln wegen einer Kartellabsprache Geldbußen in Gesamthöhe von 1,94 Milliarden Kronen. [5]
Chronologie
- — Die Gesellschaft PPF Real Estate soll von der Gruppe Kaprain mehrere Firmen mit geplanten Immobilienprojekten in der Umgebung der Prager O2 arena kaufen; die Transaktion prüft der Úřad pro ochranu hospodářské soutěže. → ČTK / České noviny Novinky.cz
- — Der Úřad pro ochranu hospodářské soutěže verhängte gegen Hersteller und Händler von Kabeln wegen einer Kartellabsprache Geldbußen in Gesamthöhe von 1,94 Milliarden Kronen. → ČTK / České noviny iROZHLAS
- — Der Úřad pro ochranu hospodářské soutěže teilte mit, dass er wegen des Verdachts des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung beim Verkauf von Bier an die Gastronomie eine unangekündigte Prüfung vor Ort bei einem der Bierhersteller durchgeführt habe; Plzeňský Prazdroj bestätigte, dass die Prüfung bei ihm stattfand, er Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens des Amtes habe und sich wehren wolle. → Novinky.cz Hospodářské noviny
- — Die Technická správa komunikací hlavního města Prahy schrieb eine gesonderte Ausschreibung für die Fertigstellung des unfertigen Teils der Libeňský most aus, den sie nach dem Eingriff des Úřad pro ochranu hospodářské soutěže hatte konservieren müssen. → Blesk.cz Pražský deník
Seiten, die hierher verlinken
- Auftrag zur Fertigstellung eines Teils der Libeňer Brücke
- Baubeginn der Straßenbahnstrecke Malovanka – Strahov
- Czech Airlines
- Geldbußen des ÚOHS wegen eines Kartells von Kabelherstellern (2026)
- Kaprain
- Karel Pražák (Unternehmer)
- Kauf von Immobilienentwicklungsfirmen bei der O2 arena durch die Gruppe PPF
- Plzeňský Prazdroj
- PPF Real Estate
- Renáta Kellnerová
- Smartwings
- Strahov
- Übernahme von Czech Airlines und Smartwings durch Pegasus Airlines (Oktober 2026)
- Unangekündigte Prüfung des ÚOHS bei Plzeňský Prazdroj (2026)
- Vorschlag zur Entlassung eines Zehntels der Beamten (2026)
Quellen
- ČTK / České noviny — 29. September 2026
- Novinky.cz — 29. September 2026
- Echo24 — 29. September 2026
- iDNES.cz — 30. September 2026
- ČTK / České noviny — 1. Oktober 2026
- Novinky.cz — 1. Oktober 2026
- Blesk.cz — 29. September 2026