Znojmo ist eine ehemalige königliche Stadt und Grenzfestung im Süden Mährens, heute die zweitgrößte Siedlung des Jihomoravský kraj und eine Gemeinde mit erweiterter Zuständigkeit.

Znojmo liegt im Grenzgebiet zwischen dem südlichen Mähren und Niederösterreich. Nach dem Sdružení historických sídel Čech, Moravy a Slezska war es nach Brünn und Olmütz das dritte historische Zentrum Mährens und ist heute die zweitgrößte Siedlung im Jihomoravský kraj [1]. Die Stadt ist das Eingangstor zum Národní park Podyjí [1].
Geschichte
Das Gebiet der heutigen Stadt war bereits im Altpaläolithikum besiedelt, und seit der Ankunft der Slawen in Mähren im 6. Jahrhundert ist die Besiedlung ununterbrochen [1]. Im 9. Jahrhundert entstand auf dem Hradiště eine Höhenburg, die zum Großmährischen Reich gehörte [1]. In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts verlagerte sich das Verwaltungs- und geistliche Zentrum auf den gegenüberliegenden Sporn, wo eine Burg als Sitz des Přemyslidenfürsten und eine große Pfarrkirche entstanden, die Rotunde der Jungfrau Maria, später der heiligen Katharina geweiht [1]. Um das Jahr 1100 wurde die ursprüngliche Kirche des heiligen Nikolaus erbaut [1].
Die im Vorburgbereich entstandenen Dörfer wurden vor dem Jahr 1226 ummauert, und in diesem Jahr erhob sie König Přemysl Otakar I. zur königlichen Stadt [1]. Südlich der Stadt, an der Furt über die Thaya, wurde im Jahr 1190 ein Prämonstratenserkloster gegründet [1]. In die neu gegründete Stadt wurden deutsche Kolonisten eingeladen, und auch die Juden bildeten hier ihre Gemeinde [1]. Im 13. Jahrhundert kamen Vertreter der Orden in die Stadt, Minoriten, Dominikaner und Klarissen [1]. Nach der Schlacht auf dem Marchfeld wurde der böhmische König Přemysl Otakar II. in den Jahren 1279 bis 1297 vorübergehend im Minoritenkloster in Znojmo beigesetzt [1].
Die Stadt entwickelte sich dank der Unterstützung des herrschenden Königsgeschlechts weiter, wurde reicher und nach und nach durch ein System von Mauern und Türmen befestigt [1]. Die Gestalt einer Festung bewahrte sie bis zur Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, als Teile der Mauern abgetragen wurden und sich die Bebauung auch außerhalb des mittelalterlichen Grundrisses auszubreiten begann [1]. Im 19. Jahrhundert folgte eine neue Bauetappe: Es entstanden eine Ringstraße mit Parkanlagen und ein runder Platz, von dem sieben Straßen ausgehen, die nach und nach mit Wohnhausblöcken bebaut wurden [1]. Die neue Bebauung entstand auf dem Gelände ehemaliger Weinberge, sodass der historische Kern, in dem zahlreiche Bauten verschiedener Stilepochen erhalten sind, großflächigen Abrissen entging [1].
An die entstehende Tschechoslowakei wurde Znojmo nach der Besetzung durch tschechoslowakisches Militär am 18. Dezember 1918 angeschlossen [1]. Im Jahr 1938 wurde es an das Großdeutsche Reich angeschlossen, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es wieder Teil der Tschechoslowakei [1].
Wofür Znojmo bekannt ist
Die Quelle gibt an, dass Znojmo die geschlossenste Sammlung von Renaissance-Bürgerhäusern in der gesamten Tschechischen Republik besitzt [1]. Die Stadt wird auch mit der Herstellung von eingelegten Gurken sowie mit dem Anbau von Weinreben und Obst in Verbindung gebracht und wird heute im touristischen Angebot als „Stadt voller Geschichte und Stadt des Weins“ präsentiert [1].
Stellung und Verwaltung
Bis Ende 2002 war Znojmo Sitz eines Bezirksamts. Nach der Auflösung der Bezirksämter und der Reform der öffentlichen Verwaltung ist es seit 2003 eine Gemeinde mit erweiterter Zuständigkeit, deren Verwaltungsbezirk 111 Gemeinden umfasst, und eine Gemeinde mit beauftragtem Gemeindeamt für 78 Gemeinden [1]. Die Stadt gliedert sich intern in neun Ortsteile und zehn Katastralgebiete [1]. Das Stadtzentrum ist ein städtisches Denkmalschutzgebiet [1].
Verkehrstechnisch ist Znojmo über Straßen erster Klasse mit Prag, Brünn und Wien verbunden, der Personenzugverkehr ist am dichtesten in Richtung Wien, Jihlava und Břeclav [1].