Orlen Unipetrol ist das größte tschechische Raffinerie- und Petrochemieunternehmen. Es gehört zur Orlen-Gruppe mit Sitz in Polen.[1] Es verarbeitet Erdöl, produziert, vertreibt und verkauft Kraftstoffe und petrochemische Erzeugnisse, vor allem Kunststoffe und Düngemittel.[1] Es ist der einzige inländische Erdölverarbeiter und betreibt beide tschechischen Raffinerien, in Litvínov und in Kralupy nad Vltavou.[3]
Gruppe
Zur Gruppe gehören die Raffinerien und Produktionsbetriebe in Litvínov und Kralupy nad Vltavou, die Gesellschaft Paramo in Pardubice, Spolana in Neratovice, Remaq in Otrokovice und ein Forschungszentrum in Brünn.[1]
Wirtschaftslage und Eigentümer
Das Unternehmen gibt an, seit 2018, als die Muttergruppe Orlen den hundertprozentigen Anteil erwarb, von ihr keine Dividende erhalten zu haben und seine Erträge in die tschechischen Raffinerien zu investieren.[1][3] Für das Jahr 2025 wies es einen Nettoverlust von knapp sechs Milliarden Kronen aus, der nach der Verbuchung von Wertberichtigungen fast 47 Milliarden Kronen erreichte. Im Jahr davor hatte der Nettoverlust 16 Milliarden Kronen betragen.[1][3]
Außerordentliche Steuer auf Raffineriemargen
Die Regierung der Tschechischen Republik billigte Ende September 2026 eine außerordentliche Steuer auf Raffineriemargen für die Jahre 2026 und 2027 in Höhe von 50 Prozent des Anstiegs der Bruttomarge gegenüber 2025. Sie betrifft Firmen mit Jahreseinnahmen von mindestens zwei Milliarden Kronen und Einnahmen aus der Raffinerietätigkeit von mindestens 50 Millionen Kronen.[1] Finanzministerin Alena Schillerová begründete sie damit, dass ein Teil der außerordentlichen Erträge des Raffineriesektors helfen solle, die Kosten der Krise zu finanzieren.[2] Generaldirektor Mariusz Wnuk erklärte am 29. September 2026, die Steuer werfe wegen ihrer Rückwirkung und weil sie nur ein einziges Unternehmen treffe verfassungsrechtliche Zweifel auf und werde die Mittel für die Modernisierung der Raffinerien einschränken.[1][2][3]
Chronologie
- — Das Unternehmen Orlen Unipetrol äußerte Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der neuen Steuer auf die Margen von Raffinerien und erklärte, sie könne Investitionen gefährden. → ČTK / České noviny iDNES.cz
Quellen
- ČTK / České noviny — 29. September 2026
- iDNES.cz — 29. September 2026
- Novinky.cz — 29. September 2026