Národní hřebčín Kladruby nad Labem ist ein staatlicher Zuchtbetrieb im Pardubický kraj und die Heimat des Kladruber Pferdes. Die Landschaft für Zucht und Ausbildung zeremonieller Kutschpferde in Kladruby nad Labem ist seit dem 10. Juli 2019 in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen.[1]

Geschichte

Kladruby nad Labem wurde nach 1491 vom Adelsgeschlecht der Pernštejner verwaltet, das dort einen Wildpark anlegte. Die Herrschaft Pardubice samt Wildpark kaufte 1560 im Namen des Monarchen die Böhmische Königliche Kammer. 1563 gründete Kaiser Maximilian II. das Gestüt, und am 6. März 1579 erhob es Kaiser Rudolf II. per Dekret zum kaiserlichen Hofgestüt. Seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts spezialisierte sich das Gestüt in enger Verbindung mit der umgebenden Landschaft auf die Zucht zeremonieller Kutschpferde vom Typ Galakarossier für den kaiserlichen Hof.[1]

Das Gestüt gehört nach den Angaben auf seiner Website zu den ältesten der Welt und ist die Heimat der ältesten ursprünglichen tschechischen Rasse, des Kladruber Pferdes. Dieses wurde offenbar als einzige Rasse für die zeremoniellen Zwecke der Herrscherhöfe gezüchtet, und die Zuchttradition reicht mindestens bis ins 14. Jahrhundert zurück.[2] Die Habsburger betrieben das Gestüt etwa dreihundert Jahre lang.[3]

Landschaft

Die Landschaft liegt im mittleren Elbegebiet in der Elbniederung und umfasst die Gemeinden Kladruby nad Labem, Selmice und Semín. Felder, Wiesen, eingezäunte Weiden, ein Landschaftspark, Wälder, Gebäude und Gehöfte entwickelten sich im Hinblick auf Zucht und Ausbildung der Pferde.[3] Die drei Hauptachsen der Landschaft kreuzen sich am Eingang der monumentalen Stallungen, nicht am kaiserlichen Palast, der abseits hinter einer Baumreihe steht. An die Achsen schließt ein Raster von Weiden an, die durch Baumreihen abgegrenzt sind, sowie der Landschaftspark Mošnice. Ein wichtiger Bestandteil ist das Wassersystem, das im Lauf der Jahrhunderte verbessert wurde.[3] Die historischen Gehöfte im Gebiet sind bis heute in Betrieb.[1]

Schutz und UNESCO-Eintragung

1995 wurde das Gestüt mit der Stammherde schwarzer und weißer Kladruber Pferde zum Kulturdenkmal erklärt, 2002 zum nationalen Kulturdenkmal. Auf die nationale Tentativliste wurde es am 29. Mai 2007 aufgenommen. 2010 entstand ein Managementplan, und am 16. Dezember 2015 wurde das Gestüt zur Denkmalzone Kladrubské Polabí erklärt. Seit dem 1. Mai 2016 ist die Landschaft ein Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung im Netz Natura 2000.[1]

Die intensivste Vorbereitung der Nominierung begann 2015, die vollständige Dokumentation entstand in den Jahren 2016 bis 2019. Eingereicht wurde sie am 29. Januar 2018 in Paris, und die Bewertungskommission besuchte das Gebiet am 30. und 31. August 2018. Über die Eintragung entschied das Welterbekomitee auf seiner 43. Sitzung im aserbaidschanischen Baku am 10. Juli 2019.[1]

Quellen

  1. Národní hřebčín Kladruby nad Labem, s.p.o.
  2. Národní hřebčín Kladruby nad Labem, s.p.o.
  3. Národní památkový ústav