Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt steht in Sedlec, einem Ortsteil von Kutná Hora. Sie ist eine ehemalige Kirche des Zisterzienserklosters und nach den Sedlecer Denkmälern weiterhin eine aktive Pfarrkirche.[1] Zusammen mit dem historischen Kern von Kutná Hora und der Kirche der hl. Barbara steht sie seit 1995 auf der Welterbeliste.[1][2]

Das Kloster und die erste Kirche

Mit der Gründung des Klosters von Sedlec ist die Ankunft von zwölf Zisterziensern aus dem bayerischen Waldsassen verbunden, die irgendwann nach 1142 erfolgte. Die Gründungsurkunde entstand um 1145, und ihr Faksimile ist in der Schatzkammer der Kathedrale ausgestellt. In den Jahren 1142 bis 1148 wurde an der Stelle der heutigen Kathedrale die ursprüngliche romanische Kirche errichtet; ein Teil ihrer Fundamente wurde bei der Rekonstruktion im Jahr 2008 freigelegt.[1] Das Národní památkový ústav zählt das Kloster von Sedlec zu den Sehenswürdigkeiten von Kutná Hora und nennt als Gründungszeit die Mitte des 12. Jahrhunderts.[2]

Der gotische Bau und seine Zerstörung

Die gotische Kathedrale wurde laut den Seiten innerhalb von dreißig Jahren um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert erbaut. In der Nacht vom 24. auf den 25. April 1421 brannten die Hussiten das Kloster nieder: Die Mönche kamen ums Leben, das Kloster wurde geplündert und die Kathedrale in Brand gesetzt. Das Leben kehrte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts nach Sedlec zurück, und der Torso der Kathedrale wartete fast dreihundert Jahre auf seine Erneuerung. Die erhaltenen Reste erregten dennoch durch ihre Großzügigkeit Staunen, und die Kathedrale erhielt den Beinamen Splendissima Basilica.[1]

Die Erneuerung durch Santini

Die Erneuerung entwarf der Architekt Jan Blažej Santini Aichel. Er bewahrte die schlichten gotischen Linien und verband sie mit Elementen des verzierten Barocks, was die Sedlecer Seiten als Barockgotik bezeichnen. Nach Angaben des Národní památkový ústav entwarf Santini bei der Erneuerung ein neues Gewölbe.[1][2] Gerade für diese Verbindung der Stile wurde sie laut den Seiten 1995 in die UNESCO-Liste eingetragen.[1]

Ausstattung

Im Innenraum sind barocke Gemälde vom Anfang des 18. Jahrhunderts ausgestellt. Zwei davon, die Niederbrennung des Klosters von Sedlec und das Martyrium der hll. Philippus und Jakobus, malte Michael Leopold Willmann (1630 bis 1706). Nach dem Führer erlernte er die Malerei bei seinem Vater, reiste um 1650 in die Niederlande und um 1660 nach Polen. Dort trat er zum Katholizismus über und verbrachte den Großteil seines Lebens im Kloster Leubus. Für Sedlec arbeitete er erst im hohen Alter, nachdem er Abt Jindřich Snopek kennengelernt hatte.[1]

Praktische Informationen

Laut den Seiten der Sedlecer Denkmäler können Eintrittskarten nur über das Internet oder im Informationszentrum Sedlec in der Zámecká-Straße 279 gekauft werden; die aktuellen Öffnungszeiten und außerordentlichen Einschränkungen nennen diese Seiten.[1]

Quellen

  1. Římskokatolická farnost Kutná Hora – Sedlec (oficiální web sedleckých památek)
  2. Národní památkový ústav