Jiří Menzel war ein tschechischer Film- und Theaterregisseur, Schauspieler und Schriftsteller. Er wurde am 23. Februar 1938 in Prag geboren und starb dort am 5. September 2020.

Jiří Menzel war ein tschechischer Film- und Theaterschauspieler, Regisseur und Schriftsteller. Er wurde am 23. Februar 1938 in Prag geboren und starb dort am 5. September 2020 [1].
Film
Das Studium der Regie an der Prager FAMU bei Otakar Vávra schloss er 1962 ab. Sein erster Spielfilm, „Scharf beobachtete Züge“ von 1966, entstand nach einer Vorlage von Bohumil Hrabal und brachte ihm den Oscar für den besten fremdsprachigen Film ein. Damit zählte Menzel zu den Begründern der sogenannten tschechoslowakischen Neuen Welle [1]. Laut der Enzyklopädie von Prag 2 führte er bei rund zwanzig Filmen Regie, oft nach Vorlagen von Hrabal, und spielte häufig auch selbst mit. Regie und Schauspiel verband er 1968 im Film „Launischer Sommer“, der nach einer Novelle von Vladislav Vančura gedreht wurde. Er führte Regie und spielte darin den Zauberer Arnoštek [1].
Einschränkungen nach 1968 und die Anti-Charta
Der Tschechische Rundfunk gibt an, dass Menzel seit 1968 Berufsverbot hatte. Er selbst sagte, er habe nach der Ankunft der Russen nicht arbeiten dürfen, sei aber nach einiger Zeit allmählich wieder zur Arbeit gekommen, und dann habe es so ausgesehen, als werde er sie erneut verlieren [2]. Bei der Erinnerung an den vierzigsten Jahrestag der Kampagne gegen die Charta 77 in der Sendung Pro a proti erzählte er, dass man ihn zur Zeit der Unterzeichnung der sogenannten Anti-Charta gejagt habe und er sich versteckt habe. Er berichtete, man habe ihn in die Direktion bestellt, er solle etwas unterschreiben und habe dann Ruhe [2]. Die Anti-Charta werde seiner Aussage nach auch heute unterschrieben, etwa in einer Firma, in der es nicht funktioniert, in der die Leute aber Angst haben, darüber zu sprechen [2].
Divadlo Járy Cimrmana
Zum Ensemble des Divadlo Járy Cimrmana stieß Menzel 1976 und gehörte ihm bis 1979 an. Die nähere Bekanntschaft mit Zdeněk Svěrák und Ladislav Smoljak brachte ihm die Arbeit am Film „Na samotě u lesa“. Im Theater übernahm er von seinem Vorgänger die Rollen des Großvaters Vševěd und des Majer, später spielte er den Arzt in „Bobš“. An seine Zeit dort erinnerte er sich nach eigenen Worten gern und bedauerte, dass daraus nichts wurde, weil er anderswo Theater machte und nicht im laufenden Programm sein konnte [3].
Das Grab auf dem Vyšehrad
Menzel ist auf dem Vyšehrader Friedhof im Grab Nummer 13-11 beigesetzt, neben dem Grab des Architekten Jan Kaplický. Den Grabstein entwarf der Architekt David Vávra, ausgeführt haben ihn die Brüder Petr und Tomáš Váňa gemeinsam mit David Beneš. Er besteht aus weißem Marmor von der Insel Brač und enthält eine Glasfüllung mit der Figur des Zauberers Arnoštek auf einem Drahtseil vor dunkelblauem Hintergrund. Die Platte ändert je nach Blickwinkel und Beleuchtung ihre Farbe. Die Installation erfolgte im Jahr 2022 [1].