Hainz ist eine 1836 von Ludvík Hainz gegründete Uhrmacherfirma; nach Angaben des Národní technické muzeum (NTM) ist sie die älteste tschechische Uhrmacherfirma [1]. Das Produktionsprogramm richtete sich in den 1880er Jahren auf Turmuhren aus [1]. Die Firma produziert derzeit in Lysá nad Labem [1].

Prager Rathausuhr und weitere Aufträge

Der Gründer Ludvík Hainz beteiligte sich als Prager Uhrmacher an der Rettung des Mechanismus der Prager Rathausuhr, dem in den 1860er Jahren der Untergang drohte [1]. Die Uhr wurde nach der Reparatur an Neujahr 1866 in Gang gesetzt, und die Firma kümmert sich seither um ihren Gang, mit Ausnahme der Jahre 1948 bis 1989, als sie verstaatlicht war [1]. Die Firma lieferte Turmuhren auch für weitere Prager Bauten, unter anderem für den Turm des Průmyslový palác auf dem Výstaviště Praha, wo ihr Uhrwerk ab 1891 bis zur Rekonstruktion des Gebäudes in den 1950er Jahren installiert war [1].

20. Jahrhundert und Verstaatlichung

Im Jahr 1948 wurde die Firma unter dem kommunistischen Regime verstaatlicht [1]. Nach dem Kurator des NTM David Hamr gab es in der Familie Hainz insgesamt fünf Männer namens Ludvík, von denen zwei nach 1948 für ihre Arbeit mit Haft bezahlten [1].

Gegenwart und siebte Generation

Um das Familienunternehmen kümmert sich derzeit die siebte Generation der Familie, vor allem im Bereich der Turmuhren einschließlich der Prager Rathausuhr, erklärte der Direktor des NTM Karel Ksandr [1]. Die Fortführerin der Familie Mariana Nesnídalová schenkte dem Museum ein aktuelles Räderwerk für Turmuhren [1]. Nesnídalová sagte zur Familientradition: „Es ist fast unglaublich, dass wir heute die Möglichkeit haben, die Arbeit fortzusetzen, die unsere Vorfahren vor 190 Jahren begonnen haben.“ [1]

Ausstellung Sága rodu Hainzů

Anlässlich des 190. Jahrestags der Firmengründung eröffnete das NTM in Prag am 13. Oktober 2026 die Ausstellung Sága rodu Hainzů [1]. Sie ist bis zum 28. März 2027 öffentlich zugänglich [1]. Nach Kurator Hamr ist die Ausstellung genealogisch und nicht technisch angelegt und „begleiche eine gewisse Schuld“ gegenüber der Familie Hainz [1]. Ksandr ordnete die Vorstellung der Familie Hainz in ein Programm des NTM ein, in dem das Museum an Firmen erinnert, die die nationalsozialistische Besatzung und das kommunistische Regime überstanden haben und nach den Restitutionen weiterbestehen; dazu gehört auch das Unternehmen Koh-i-noor Hardtmuth [1]. In der Ausstellung sind außerdem ein Modell der Prager Rathausuhr und das Uhrwerk aus dem Turm des Průmyslový palác aus den Sammlungen des NTM zu sehen [1].

Chronologie

  • — Das Národní technické muzeum in Prag eröffnete die Ausstellung Sága rodu Hainzů, die an 190 Jahre seit der Gründung der ältesten tschechischen Uhrmacherfirma Hainz erinnert. → ČTK / České noviny Pražská Drbna

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Quellen

  1. ČTK / České noviny — 13. Oktober 2026