Die Liste Ostravská levice aus KSČM und Unabhängigen erhielt bei den Kommunalwahlen 2026 nur 1,69 Prozent der Stimmen, sodass die Kommunisten erstmals seit 1945 nicht im Stadtrat von Ostrava vertreten sind.

Bild aus einer Veröffentlichung von Deník: Moravskoslezský kraj
Bild aus einer Veröffentlichung von Deník: Moravskoslezský kraj, 11.10.2026

Bei den Kommunalwahlen 2026 errangen die Kommunisten kein Mandat im Stadtrat der Statutarstadt Ostrava. Die Kandidatenliste Ostravská levice, ein Zusammenschluss der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSČM) und unabhängiger Kandidaten, erhielt 1,69 Prozent der Stimmen. Laut der Zeitung Deník waren die Kommunisten seit 1945 ununterbrochen in der Selbstverwaltung von Ostrava tätig, es ist also die erste solche Situation seither.[1][2]

Geschichte der Vertretung

In die Selbstverwaltung von Ostrava traten die Kommunisten nach dem Krieg im Jahr 1945 ein, als sie im 13-köpfigen örtlichen Nationalausschuss vier Vertreter hatten. Ab 1948 hatte die Partei in der Stadt und in der gesamten Tschechoslowakei ein politisches Monopol. Seit 1990 war sie im Stadtrat von Ostrava stets vertreten.[2]

Äußerungen kommunistischer Politiker

Josef Babka stand auf der Liste Ostravská levice an vierter Stelle und erhielt auf ihr die meisten Vorzugsstimmen, 1584, doch die Liste schaffte den Einzug in den Stadtrat nicht. Nach den Veröffentlichungen war Babka seit 1986 in der Selbstverwaltung von Ostrava tätig, zunächst als Abgeordneter und Sekretär des Nationalausschusses Ostrava 1, seit 1990 als Stadtrat. Sein Mandat in Ostrava gibt er nun nach vier Jahrzehnten auf; Mitglied des Regionalparlaments des Moravskoslezský kraj bleibt er. Als eine der Hauptursachen des Misserfolgs bezeichnete er die separate Kandidatur der Bewegung Stačilo! mit unabhängigen Einwohnern von Ostrava, die 2,6 Prozent der Stimmen erhielt und seiner Ansicht nach die Mitglieder und Wähler verwirrte. Er sagte auch, dass ANO nach seiner Ansicht langfristig linke Wähler abziehe.[1][2]

Der Spitzenkandidat von Ostravská levice, Ivan Strachoň, nannte das Ergebnis einen Schock. Ihm zufolge gaben die Wähler ANO den Vorzug, bei dem sie sich der Wahl sicher waren, und wollten nicht riskieren, dass ihre Stimmen verfallen.[2]

Bei den Kommunalwahlen in Ostrava kandidierten außer Ostravská levice auch die Sozialdemokraten unter der Bezeichnung Pro naši Ostravu und die Bewegung Stačilo! mit unabhängigen Einwohnern von Ostrava.[1]

Chronologie

  • — Nach den Kommunalwahlen sind die Kommunisten erstmals seit 1945 nicht mehr im Stadtrat von Ostrava vertreten; die Liste Ostravská levice erhielt 1,69 Prozent der Stimmen. Deník: Moravskoslezský kraj Novinky.cz

Quellen

  1. Deník: Moravskoslezský kraj — 11. Oktober 2026
  2. Novinky.cz — 11. Oktober 2026