Die Basilika in Velehrad ist eine ehemalige Zisterzienser-Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert, heute eine von der örtlichen Pfarrei verwaltete Wallfahrtsbasilika.

Zisterzienserkloster (Velehrad), Velehrad 1, 2013
Zisterzienserkloster (Velehrad), Velehrad 1, 2013Foto: Bjalek Michal, 2013 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Die Bazilika Nanebevzetí Panny Marie a svatého Cyrila a Metoděje ist eine ehemalige Klosterkirche in Velehrad im Zlínský kraj. Die Verwaltung der Basilika obliegt der römisch-katholischen Pfarrei Velehrad, nach deren Text Velehrad zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten der Tschechischen Republik zählt.[1]

Das Zisterzienserkloster

Im Jahr 1205 kamen Zisterziensermönche in das Tal. Das Kloster, benannt nach dem nahen Dorf Veligrad, dem heutigen Staré Město, knüpfte an eine ältere Tradition an, die bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht, als Konstantin und Method nach Mähren kamen. Gründer waren der mährische Markgraf Vladislav Heinrich und sein Bruder Ottokar I. Přemysl. Nach dem Text der Pfarrei konnten sie den Ort deshalb wählen, weil hier der Legende nach Fürst Bořivoj von dem heiligen Method getauft worden war. Velehrad sollte als Grabstätte des mährischen Zweigs der Přemysliden dienen.[1]

Der Bau der Konventskirche begann um das Jahr 1215. Die Kirche wurde, wie bei Zisterzienserkirchen üblich, der Himmelfahrt Mariens geweiht; das Mitpatronat der heiligen Kyrill und Method kam 1932 durch ein Dekret von Papst Pius XI. hinzu. Der ursprüngliche romanisch-gotische Bau hatte die Gestalt einer dreischiffigen Basilika auf lateinischem Kreuzgrundriss, war neunundneunzig Meter lang und erweiterte sich auf der Ostseite zu fünfschiffigen Chorkapellen mit Apsiden. Anfangs diente sie nur den Mönchen, die Bewohner der Vorklostersiedlung nutzten das Kirchlein Cyrilka vor dem Klostertor.[1]

Veränderungen des Baus

Im Jahr 1421 brannten mährische Hussiten die Abtei von Velehrad nieder, und das Kloster verfiel danach hundertfünfzig Jahre lang. Der Bau veränderte sich durch Reparaturen, unter anderem entstand ein hundert Meter hoher Renaissanceturm. Die mittelalterliche Gestalt verlor die Kirche nach dem großen Brand von 1681, auf den ein frühbarocker Umbau folgte. Der Bau wurde um die Fassade mit dem romanischen Portal verkürzt, es entstand eine neue Fassade mit zwei Türmen, aus den Seitenschiffen wurden durch Querwände vierzehn Kapellen gebildet, über der Vierung wurde eine Kuppel gewölbt, und der hohe Turm wurde durch eine barocke Laterne ersetzt. Die Basilika ist seitdem 86 Meter lang und bewahrte die Proportionen und den Grundriss des romanisch-gotischen Baus.[1]

Ein kleinerer Brand im Jahr 1719 gab den Anstoß zu Reparaturen des Innenraums, dem nach dem Text der Bildhauer und Stuckateur B. Fontana und die Freskenmaler I. Egstein und I. Etgens die heutige Gestalt gaben. Nach Jahrzehnten der Instandsetzung wurde die Kirche 1735 erneut geweiht.[1]

Von der Aufhebung des Klosters zum Wallfahrtsort

Das Kloster wurde 1784 aufgehoben, und die Kirche begann als Pfarrkirche zu dienen. Den Bewohnern der Vorklostersiedlung fehlten die Mittel zur Instandhaltung, sodass das Gebäude jahrzehntelang verfiel. Erneuert wurde es im Zusammenhang mit dem Kult um Kyrill und Method, der bei den Jubiläumsfeiern in den Jahren 1863 und 1885 seinen Höhepunkt erreichte. Für die Entwicklung von Velehrad war auch die Ankunft der Jesuiten im Jahr 1890 von Bedeutung. Den Ort besuchten Tausende von Pilgern, und es fanden hier Unionskongresse statt, die die Pfarrei als Vorläufer der heutigen ökumenischen Bemühungen bezeichnet.[1]

Quellen

  1. Římskokatolická farnost Velehrad (správa baziliky)