
Die Senatorin und Prager Stadträtin Hana Kordová Marvanová sagte am 5. Oktober 2026 als Zeugin in einer Gerichtsverhandlung in der Dozimetr-Affäre aus. Sie erklärte, einige Aufträge des Dopravní podnik hlavního města Prahy habe sie als intransparent und für die Hauptstadt nachteilig empfunden. [1][2]
Inhalt der Aussage
Als Beispiel nannte sie das Projekt Nové Holešovice. Nach ihren Worten besaß der Verkehrsbetrieb darin keinen ausreichenden Anteil, um es kontrollieren zu können, brachte aber wertvolle Grundstücke ein. Sie habe Druck verspürt, das Projekt trotz Vorbehalten durchzusetzen; die Bedingungen seien später angepasst worden, aber ihrer Meinung nach unzureichend. [1]
Vom damaligen stellvertretenden Oberbürgermeister Petr Hlubuček und von Stanislav Polčák habe sie nach ihrer Aussage Schikane, Bossing und Druck gespürt, im Prager Stadtrat nach ihren Wünschen abzustimmen. Das Verhältnis zu Hlubuček sei ihren Worten zufolge anfangs gut gewesen und habe sich später wegen Streitigkeiten um mehrere Verträge, etwa über externe Rechtsdienstleistungen, verschlechtert. Mit Bezug auf beide benutzte sie auch das Wort Mafia und sagte, sie habe sich vor ihnen gefürchtet. Die übrigen Angeklagten in der Sache kenne sie nicht. [1][2]
Verfahren vor Gericht
Vor Gericht stehen sechs Angeklagte. Die Anklage wirft ihnen unter anderem die Beteiligung an einer organisierten kriminellen Gruppe, Bestechlichkeit, Bestechung und Geldwäsche vor; die rechtliche Einordnung ist nicht bei allen gleich. Laut Staatsanwalt Adam Borgula beeinflusste die Gruppe über eingesetzte Manager des Verkehrsbetriebs Ausschreibungen und nahm dafür Bestechungsgelder an. Petr Hlubuček weist die Schuld von Anfang an zurück. [1]
Die Aussage Marvanovás setzte das Gericht für Montag und Dienstag an, weitere Zeugen wollte es in derselben Woche vernehmen. Der Vorsitzende Richter Jakub Kriebel sagte, die Hauptverhandlung werde bis Ende 2026 nicht abgeschlossen sein. [1]
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Chronologie
- — Die Senatorin und Prager Stadträtin Hana Kordová Marvanová sagte vor Gericht im Fall Dozimetr aus, sie habe einige Aufträge des Dopravní podnik hlavního města Prahy für intransparent gehalten und im Prager Stadtrat bei Abstimmungen Druck und Mobbing empfunden. ČTK / České noviny ČT24