Das Agneskloster, auch Kloster Na Františku genannt, ist ein gotischer Klosterkomplex in Prag 1, der Anfang der 1230er Jahre von der heiligen Agnes von Böhmen gegründet wurde. Das Gebäude führt die Národní galerie Praha unter ihren Objekten auf.

Das Agneskloster, auch Kloster Na Františku genannt, ist ein Klosterkomplex in Prag 1 an der Adresse U Milosrdných 17. Es gehört zu den ältesten gotischen Bauten Prags und trägt den Namen seiner Gründerin, der Přemyslidenprinzessin der heiligen Agnes von Böhmen.[1] Nach den Seiten der Nationalgalerie Prag ist das Gebäude eines der Objekte, die die Galerie betreibt.[1]
Gründung und erste Jahrhunderte
Agnes von Böhmen aus dem Geschlecht der Přemysliden, die wohl 1211 geboren wurde und 1282 starb, gründete mit Unterstützung der königlichen Familie zu Beginn der 1230er Jahre ein Kloster der Klarissen und der Minderbrüder. Bald darauf trat sie selbst ein und wurde seine Vorsteherin.[1] Nach der englischen Version der Seiten war sie die Tochter von Ottokar I. Přemysl und Konstanze von Ungarn.[2] Heiliggesprochen wurde sie 1989.[1]
Das Kloster Na Františku war das erste gemeinsame Doppelkloster der Klarissen und der Minderbrüder nördlich der Alpen. Zugleich entstand es als Familiengrabstätte der Přemysliden. In ihm fanden eine königliche Krönung und Bestattungen von Herrschern statt, und auch die heilige Agnes ruhte hier.[1] Die Bedeutung des Klosters nahm nach ihrem Tod nicht ab, und auch die Luxemburger, die Nachfolger der Přemysliden, verehrten es.[1]
Wandlungen von den Hussitenkriegen bis zur Aufhebung
Die Ordensfrauen lebten im Kloster bis zum Beginn der Hussitenkriege. Als die Kriege endeten, kehrten sie zurück und versuchten, das Kloster zu erneuern. In der rudolfinischen Zeit übernahmen die Dominikaner das Kloster, wodurch das Kloster der Minderbrüder endgültig unterging. Die Grundstücke wurden verkauft, und nach und nach entstand auf ihnen ein neuer Stadtteil. Die Dominikaner zogen ab und die Klarissen kehrten zurück, den Verfall des Klosters hielten sie jedoch nicht auf.[1] Im Jahr 1782 hob Joseph II. das Kloster auf, und es wurde anschließend versteigert.[1]
Rettung und Zugänglichmachung
Dem verfallenen, für verschiedene Zwecke vermieteten Kloster drohte wiederholt der Abriss. Zuletzt schlug Ende des 19. Jahrhunderts der Assanierungsplan Prags seinen Untergang vor, doch das Kloster blieb dank seiner Bedeutung verschont.[1] Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es nach und nach dokumentiert, erforscht und instand gesetzt. Erhalten blieb der Kern der einzigartigen Anlage des ehemaligen Doppelklosters.[1] Zum nationalen Kulturdenkmal wurde es in den 1970er Jahren erklärt und nach langer Rekonstruktion in den 1980er Jahren zugänglich gemacht.[1]
Besichtigung und Gärten
Im Erdgeschoss der Anlage befindet sich ein Besichtigungsrundgang über die Geschichte des Doppelklosters und seine Gründerin. Dazu gehört das Lapidarium, das im ehemaligen Konvent der Klarissen untergebracht ist, nämlich in der Schwarzen Küche und im Refektorium, sowie im Teil der Minderbrüder, wo es den Kreuzgang einnimmt. Ausgestellt ist eine bedeutende Sammlung architektonischer Fragmente aus der Entstehungszeit des Klosters, ferner Gründungsplatten von Altären und Grabsteine.[1] Die beiden Klostergärten sind ganzjährig und kostenlos zugänglich. Durch sie führt ein Rundgang, auf dem sich Klosterarchitektur mit Skulpturen führender tschechischer Künstler verbindet.[1] In den Gärten sind fast zwanzig Werke zeitgenössischer tschechischer Autoren installiert. Eine Ausnahme bildet das Werk Golgatha von František Bílek aus dem Jahr 1892, eine der ersten Realisierungen des Bildhauers.[1]
Praktische Informationen
Nach den Seiten der Nationalgalerie Prag erfolgt der Zugang aus den Straßen Na Františku und Anežská. Die Haltestellen sind Staroměstská (U-Bahn-Linie A), U-Bahnhof Náměstí Republiky (Linie B), Dlouhá třída (Straßenbahnen 6, 8, 15, 26 und Bus 207) und Právnická fakulta (Straßenbahn 17).[1] Die englische Version der Seiten nennt als Öffnungszeit Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.[2] Die Gärten sind nach den Seiten jeden Tag einschließlich Montag geöffnet: von März bis Mai 10–18 Uhr, von Juni bis August 10–20, von September bis Oktober 10–18 und von November bis Februar 10–16 Uhr. Bei ungünstigem Wetter sind sie geschlossen.[1] Die Angaben sind so wiedergegeben, wie sie der Betreiber auf seiner Seite veröffentlicht.