Adolf Loos war ein Architekt und Architekturtheoretiker, geboren in Brünn als Sohn eines Steinmetzes und Bildhauers, der laut der Palacký-Universität Olmütz zu den bedeutendsten Architekten und Architekturtheoretikern des 20. Jahrhunderts zählt.

Adolf Loos auf einer Aufnahme von 1920
Adolf Loos auf einer Aufnahme von 1920Foto: Franz Löwy, 1920 · gemeinfrei · Wikimedia Commons

Adolf Loos wurde in Brünn als Sohn eines Steinmetzes und Bildhauers geboren [1]. Nach Angaben der Palacký-Universität Olmütz gilt er als einer der bedeutendsten Architekten und Architekturtheoretiker des 20. Jahrhunderts, der sich durch eine Reihe von Aufsätzen, Analysen und satirischen Polemiken durchsetzte und mit seinem Werk die Geschichte der Kunst, der Kultur und des Denkens beeinflusste [1]. Die Palacký-Universität Olmütz räumt ihm aus diesem Grund einen wichtigen Platz in der mährischen Literatur ein [1].

Jugend in Brünn

Brünn am Ende des 19. Jahrhunderts hatte nach derselben Quelle eine überwiegend deutschsprachige Bevölkerung und lag im Einflussbereich Wiens, wobei es mit seiner historisierenden Architektur und dem Makartschen Geschmack zu einer typischen Stadt der Habsburgermonarchie wurde [1]. Der Schriftsteller Robert Musil beschrieb Brünn im Roman Der Mann ohne Eigenschaften als typische Gemeinde des sogenannten Kakaniens [1]. Loos lernte in Brünn das Leben einer mehrsprachigen Kultur kennen, und seine frühen Jahre prägten der technische und fortschrittsoffene Geist der mährischen Metropole sowie das Bürgertum der Gründerzeit, dessen Repräsentationsbedürfnis sich in historisierenden Bauten zeigte [1].

Studium

Nach dem Abschluss des Gymnasiums, wo er die Grundlagen klassischer und moderner Sprachen (Deutsch, Tschechisch, Französisch und Englisch) sowie eine bürgerlich-klassische Bildung erwarb, studierte Loos in den Jahren 1887 und 1888 an der bautechnischen Abteilung der staatlichen Gewerbeschule in Liberec [1]. In den Jahren 1890 bis 1893 setzte er sein Studium an der Technischen Hochschule in Dresden fort, schloss es jedoch nicht mit einem Diplom ab [1].

Reise in die Vereinigten Staaten

Nach einem heftigen Streit mit seiner Mutter reiste Loos in den Jahren 1893 bis 1896 zur Weltausstellung nach Chicago [1]. Er besuchte einen Onkel in den Vereinigten Staaten und lebte zeitweilig in St. Louis, Philadelphia und New York, wo er sich mit verschiedenen Berufen seinen Lebensunterhalt verdiente [1]. Nach Europa kehrte er über London und Paris zurück nach Wien [1]. Die Eindrücke und Erfahrungen aus der Neuen Welt beeinflussten nach Angaben der Palacký-Universität Olmütz sein Denken und Schaffen ähnlich wie der klassische Humanismus [1]. Aus Amerika brachte er Anregungen für eine moderne funktionale Architektur mit, vor allem unter dem Einfluss der in Chicago verwendeten Stahlskelettkonstruktion, und er war fasziniert von zweckmäßigem, schmucklos gestaltetem und dem Material entsprechendem Design von Gebrauchsgegenständen sowie von der Wirtschaftlichkeit der Herstellung [1]. Die Palacký-Universität Olmütz bringt diese Hinwendung zur amerikanischen Kultur mit dem Romanfragment Amerika von Franz Kafka (erstmals 1912, veröffentlicht 1927) und mit der Oper Jonny spielt auf von Ernst Krenek aus dem Jahr 1927 in Zusammenhang [1].

Architektonische Tätigkeit und Publikationen

Ab 1896 war Loos als Architekt tätig, zunächst in der Firma des Baumeisters Carl Mayreder [1]. Neben seiner architektonischen Praxis veröffentlichte er eine Reihe von Aufsätzen, vor allem in der Tageszeitung Neue Freie Presse, die später in Buchform unter den Titeln Ins Leere gesprochen (1921) und Trotzdem (1931) erschienen [1].

Verweisende Seiten

Quellen

  1. Univerzita Palackého v Olomouci