ZPMV, mit vollem Namen Zdravotní pojišťovna ministerstva vnitra České republiky, ist eine Krankenversicherung, deren Wirtschaftsführung nach Angaben von Gesundheitsminister Adam Vojtěch und des Finanzministeriums der Tschechischen Republik Gegenstand einer Kontrolle war [1]. Die Versicherung hat laut veröffentlichten Informationen mehrere Jahre in Folge mit Verlust gewirtschaftet [1].
Vergütungen der Führung
Der Exekutivdirektor der Versicherung, Otakar Smolík, soll in den letzten drei Jahren neben einem Jahresgehalt von etwa 2,4 Millionen Kronen auch außerordentliche Prämien und Abfindungen in einer Gesamthöhe von über 35 Millionen Kronen erhalten haben [1]. Im Jahr 2024 zahlte ihm die Versicherung acht Millionen Kronen als Abfindung wegen der Auflösung seiner Position, obwohl er im Unternehmen auf einer anderen Stelle weiterarbeitete [1]. Im Jahr 2026 zahlte ihm die ZPMV den Feststellungen zufolge mehr als 17 Millionen Kronen [1]. Die millionenschweren Vergütungen genehmigte der damalige Generaldirektor der Versicherung, David Kostka, der sein Amt nach elf Jahren verlassen hat [1]. Smolík schied 2026 aus der Versicherung aus [1].
Hohe Abfindungen erhielten von der ZPMV zwischen 2024 und 2025 auch die ehemalige Leiterin des Bereichs im Büro des Generaldirektors, Martina Brzobohatá, in Höhe von 9,3 Millionen Kronen, und die frühere Beraterin des Direktors des Bereichs Leistungen, Edita Vágnerová, in Höhe von rund 6,1 Millionen Kronen [1].
Reaktion des Ministeriums und Prüfung
Den Fall der Auszahlung der Vergütungen prüft die Polizei [1]. Gesundheitsminister Adam Vojtěch schrieb zu der Sache auf dem Netzwerk X, falls sich die unbegründete Auszahlung von Multimillionenbeträgen aus öffentlichen Mitteln in einer Zeit finanzieller Schwierigkeiten der Versicherung bestätige, handle es sich seiner Ansicht nach um ein „absolut skandalöses und unentschuldbares Versagen“ [1]. Er fügte hinzu, das Ministerium für Gesundheitswesen sei „bereit, Strafanzeige zu erstatten, damit alle zur Verantwortung gezogen werden, die an diesem Vorgehen beteiligt waren“ [1]. Laut Vojtěch müsse geprüft werden, ob eine Straftat begangen wurde, etwa eine Pflichtverletzung bei der Verwaltung fremden Vermögens, wobei er neben den Abfindungen auch Wettbewerbsverbotsklauseln und Vergütungen erwähnte [1]. Er gab außerdem an, die Vergütungen in der Führung der ZPMV seien höher gewesen als bei der Všeobecná zdravotní pojišťovna, die seinen Worten zufolge fünfmal mehr Versicherte habe [1].
Der Jurist Ondřej Preuss erklärte zum Fall der an Smolík gezahlten Abfindung, wenn ein Arbeitnehmer erneut beim selben Arbeitgeber anfange, müsse der Anspruch auf die Abfindung entfallen, wobei es darauf ankomme, ob es sich um „odchodné“ oder „odstupné“ gehandelt habe [1].
Chronologie
- — Der ehemalige Manager der Versicherung ZPMV, Smolík, erhielt in den letzten drei Jahren neben dem Gehalt Boni und Abfindungen in Höhe von insgesamt 35 Millionen Kronen. → iROZHLAS Blesk.cz
Quellen
- Blesk.cz (ČTK) — 8. Oktober 2026