Die Regierung von Andrej Babiš veröffentlichte am Mittwoch, dem 30. September 2026, Einzelheiten des Entwurfs des Staatshaushalts für das Jahr 2027, den sie eine Woche zuvor beschlossen hatte und in dem sie gegenüber dem Augustentwurf des Finanzministeriums die Ausgaben mehrerer Ministerien zulasten der Haushaltsreserve erhöhte.

Die Regierung von Andrej Babiš (ANO 2011) veröffentlichte am Mittwoch, dem 30. September 2026, in der Bibliothek der Legislativmaterialien Einzelheiten des Entwurfs des Staatshaushalts für das Jahr 2027, den das Kabinett eine Woche zuvor beschlossen hatte. Der Entwurf rechnet mit Einnahmen von 2,199 Billionen Kronen und Ausgaben von 2,585 Billionen Kronen; das Defizit soll 386 Milliarden Kronen erreichen, was der zweithöchste Wert seit Bestehen Tschechiens wäre.[1][2][3] Für das Jahr 2026 beträgt das beschlossene Defizit 310 Milliarden Kronen.[2]
Änderungen gegenüber dem Augustentwurf
Das Finanzministerium schlug Ende August ein Defizit von 389 Milliarden Kronen vor; bei der Beratung in der Regierung erhöhten sich die erwarteten Einnahmen um neun Milliarden und die erwarteten Ausgaben um sechs Milliarden Kronen.[2][3] Die Regierung erhöhte gegenüber dem ursprünglichen Entwurf vor allem die Ausgaben der Ministerien für Inneres, für Arbeit und Soziales, für Bildung sowie für Industrie und Handel.[1][2][3] Den größten Zuwachs verzeichnete das Innenministerium, dessen Ausgaben um 5,6 Milliarden Kronen auf 128,8 Milliarden Kronen stiegen.[2][3] Die Ausgaben des Ministeriums für Arbeit und Soziales stiegen um fünf Milliarden auf 1,031 Billionen Kronen, die für Bildung um 4,2 Milliarden auf 292,1 Milliarden Kronen und die für Industrie und Handel um 3,5 Milliarden auf 71,4 Milliarden Kronen.[2][3] Einen Zuwachs von mehr als einer Milliarde verzeichneten auch die Kapitel Landwirtschaft (um 2,4 Milliarden auf 66,6 Milliarden Kronen), Finanzen (um 1,4 Milliarden auf 29,2 Milliarden Kronen), Justiz (um 1,3 Milliarden auf 43,2 Milliarden Kronen) und Umwelt (um 1,2 Milliarden auf 21 Milliarden Kronen).[2][3]
Kürzung der Haushaltsreserve und Verteidigung
Der deutlichste Rückgang gegenüber dem Augustentwurf entfiel auf das Kapitel Allgemeine Kassenverwaltung, dessen Ausgaben um 19,8 Milliarden Kronen sanken, vor allem wegen geringerer Gehaltsausgaben. Die Haushaltsreserve der Regierung wurde um drei Milliarden Kronen auf neu vorgeschlagene acht Milliarden Kronen gesenkt.[2][3] Die Ausgaben des Ministerstvo obrany České republiky senkte die Regierung dagegen gegenüber dem Augustentwurf um 100 Millionen Kronen auf 190,9 Milliarden Kronen, wobei sie die Mittel für Gehälter erhöhte und die Ausgaben für den Ausbau des staatlichen Verteidigungssystems und für die strategische Aufklärung kürzte.[1] Im Jahresvergleich bedeutet dies bei der Verteidigung einen Zuwachs von etwa 36,1 Milliarden Kronen, also um 23 Prozent; eine Erhöhung um 36 Milliarden hatte Ministerpräsident Andrej Babiš bereits im Juli vor dem NATO-Gipfel in Ankara versprochen.[1]
Gesamtentwicklung der Ausgaben und der Verschuldung
Gegenüber 2026 steigen die Ausgaben der meisten Ministerien, am stärksten die des Ministeriums für Industrie und Handel um 31 Prozent, gefolgt von der Verteidigung mit einem Zuwachs von 23 Prozent. Die Ausgaben des Ministeriums für regionale Entwicklung sinken dagegen um ein Drittel.[2][3] Das Defizit des Staatshaushalts wird 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen, nach 2,5 Prozent des BIP im Jahr 2026. Die Verschuldung Tschechiens soll von den für 2026 erwarteten 45,8 Prozent des BIP auf 47,3 Prozent des BIP steigen, und die Kosten des Schuldendienstes sollen 130 Milliarden Kronen erreichen, nach 110 Milliarden Kronen im Jahr 2026.[2][3]
Chronologie
- — Die Regierung erhöhte im Haushaltsentwurf die Ausgaben der Ministerien und senkte die Haushaltsreserve. ČTK / České noviny Novinky.cz
Quellen
- ČTK / České noviny — 30. September 2026
- Novinky.cz — 30. September 2026
- Echo24 — 30. September 2026