Die Technische Universität Brünn ist eine technische Hochschule mit acht Fakultäten, die an die 1899 gegründete tschechische Technik in Brünn sowie an die ältere deutsche Technik anknüpft.

Nach eigener Darstellung bietet die Technische Universität Brünn (Vysoké učení technické, VUT) Bildung von technischen bis zu naturwissenschaftlichen, wirtschaftlichen und künstlerischen Fächern an. Sie ist an der Tätigkeit zweier Exzellenzforschungszentren beteiligt.[1]
Struktur
Die VUT besteht aus den Fakultäten für Bauwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Kommunikationstechnologien, Informationstechnologien, Architektur, Chemie, Betriebswirtschaft und Bildende Künste. Zu den Hochschulinstituten gehören das Centrum sportovních aktivit, das Ústav soudního inženýrství und das Středoevropský technologický institut (CEITEC). Ferner gehören zur Universität die Ústřední knihovna, der Verlag VUTIUM, die Koleje a menzy, das Institut celoživotního vzdělávání und das Centrum informačních služeb.[1]
Anfänge der technischen Bildung in Mähren
Der Bedarf an einer technischen Schule in Brünn wuchs mindestens seit den 1840er Jahren im Zusammenhang mit der industriellen Entwicklung der Stadt. Konkrete Gestalt nahmen die Bemühungen 1847 an, als Kaiser Ferdinand I. am 28. November die Gründung einer technischen Lehranstalt genehmigte. Mit einer Urkunde vom 27. Dezember 1847 erteilte der Kaiser dann Salomon Mayer Rothschild die Erlaubnis, eine Finanzstiftung zu gründen, die eine künftige öffentliche technische Schule für Mähren und Schlesien fördern sollte. Rothschild gründete die Stiftung als Ausdruck der Dankbarkeit für die kaiserliche Erlaubnis, in Mähren Grundstücke für seine Unternehmungen zu kaufen.[1]
Die wichtigste materielle Absicherung der Schule übernahmen die mährischen Stände. Der Mährische Landtag fasste am 24. Januar 1849 den Beschluss zur Errichtung der Lehranstalt, die den deutschen Namen K.k. technische Lehranstalt und den tschechischen C.k. technické učiliště trug und als deutsch-tschechische Anstalt konzipiert war. Der Kaiser genehmigte ihre Organisation am 13. September 1849, die ersten Professoren wurden am 29. Dezember 1849 ernannt, und der Unterricht wurde am 14. Januar 1850 feierlich aufgenommen. Die Schule kämpfte mit Geldmangel, und viele Studenten und Professoren gingen nach Wien und Prag.[1]
Ein neues Organisationsstatut und den Namen C.k. technický institut genehmigte der Kaiser am 8. Juli 1867. Durch das Reichsratsgesetz Nr. 92 vom 4. Mai 1873 wurde das Institut zur Hochschule mit dem Namen Deutsche Technische Hochschule Brünn erklärt. Von den Studenten wurden Deutschkenntnisse verlangt, und Tschechisch war nicht mehr Unterrichtssprache. Diese deutsche Technik wurde im Herbst 1945 aufgehoben.[1]
Die tschechische Technik in Brünn
Die Einführung des Deutschen, nationale Zusammenstöße und die Politisierung sprach- und schulpolitischer Forderungen führten seit den 1890er Jahren zu Bemühungen der tschechischsprachigen Bevölkerung um eine eigenständige tschechische Technik und Universität. Den Höhepunkt bildete das kaiserliche Dekret vom 19. September 1899 über die Errichtung einer technischen Hochschule mit tschechischer Sprache in Brünn, die zunächst Císařská a královská česká vysoká škola technická v Brně hieß.[1]