Der Radhošť ist ein Berg in den Beskiden im Osten Mährens, in dessen Sattel das Touristenzentrum Pustevny mit Bauten von Dušan Jurkovič liegt.

Skulpturengruppe der heiligen Kyrill und Method von Albín Polášek auf dem Radhošť, 2005
Skulpturengruppe der heiligen Kyrill und Method von Albín Polášek auf dem Radhošť, 2005Foto: en:User:Twisp (Author: Twisp, Source: Photo was made by me), 2005 · gemeinfrei · Wikimedia Commons

Der Radhošť ist ein Berg in den Mährisch-Schlesischen Beskiden im Osten Mährens. In seinem Sattel, auf 1018 Metern Höhe, liegt das Touristenzentrum Pustevny, auf das sich die meisten überlieferten Angaben zum Ort beziehen.[1]

Anfänge der Besiedlung und Wallfahrtsort

Pustevny trägt seinen Namen nach den Einsiedlern, die sich Mitte des 18. Jahrhunderts hier aufhielten, in der Zeit der höchsten barocken Frömmigkeit. Bis dahin war das gesamte Massiv des Radhošť schwer zugänglich und wurde nur von den Bewohnern der Bergweiden und von Sammlern von Waldfrüchten besucht.[1] Religiöses Gemeinschaftsleben ist auf dem Berg erst für die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts belegt, als man in der Barockzeit bemüht war, auch abgelegene Orte mit christlichen Symbolen zu kennzeichnen.[1]

Zu den bedeutenden Daten der Bebauung auf dem Berg zählen das Jahr 1735, in dem das Radhošť-Kreuz angefertigt wurde, und wahrscheinlich das Jahr 1768, in dem eine hölzerne Kapelle entstand. Ein steinernes Kreuz wurde 1805 errichtet und 1808 erneut aufgestellt. Die Kapelle der heiligen Kyrill und Method wurde 1898 geweiht.[1]

Touristische Infrastruktur

Die Entwicklung des Tourismus hing mit dem Verein Pohorská jednota Radhošť zusammen, der seinen Sitz in Frenštát hatte und als ältester tschechischer Touristenverein gilt. Sein Ziel war es, abgelegene Orte der Beskiden zugänglich zu machen, Wege zu markieren und ein Netz von Berghotels und Unterkünften aufzubauen. Der Verein entstand 1884 und erwarb 1886 ein Grundstück in der Nähe einer längst verfallenen Einsiedelei.[1] Im Jahr 1891 errichtete er dort die erste Touristenhütte, einen ebenerdigen Holzbau mit sechzehn Betten, einem Ausschank und einem gemeinsamen Schlafraum, der Pustevňa genannt wurde.[1]

Weitere Daten zur Baugeschichte:[1]

Im Jahr 1894 wurden die zweite Hütte Šumná und der Aussichtsturm Cyrilka eröffnet. In den Jahren 1897 bis 1899 entstanden das Speisehaus Libušín und das Hotel Maměnka und 1899 der Glockenturm nach einem Entwurf von Dušan Samuel Jurkovič. Die Straße von Trojanovice nach Ráztoka wurde 1906 gebaut und 1911 bis nach Pustevny verlängert. Im Jahr 1926 wurde die Hütte Tanečnica eröffnet, 1931 wurden die Statue des Radegast und die Skulpturengruppe von Kyrill und Method enthüllt, und 1933 wurde das Hotel Radegast eröffnet.

Das Werk von Dušan Jurkovič

Libušín und Maměnka sind Holzbauten im volkstümlichen Stil, die der slowakische Architekt Dušan Samuel Jurkovič entwarf und der Baumeister Michal Urbánek errichtete. Sie entstanden in den Jahren 1897 bis 1899 auf Anregung des Vereins Pohorská jednota Radhošť, der sie nach und nach in eigener Regie verwirklichte.[1] Das Areal von Pustevny wurde 1995 wegen seines einzigartigen architektonisch-städtebaulichen Ensembles zum nationalen Kulturdenkmal erklärt.[1]

Verwaltung und heutige Nutzung

Seit 1995 verwaltet das Národní muzeum v přírodě, zu dem das Valašské muzeum v přírodě in Rožnov pod Radhoštěm gehört, Libušín, Maměnka, Pustevenka und den Glockenturm. Hotel und Speisehaus dienen bis heute ihrem ursprünglichen Zweck als Unterkunft und Gastronomie. Laut der Seite des Museums ist Pächter beider Objekte die Gesellschaft Beskydy4all.[1]

Quellen

  1. Národní muzeum v přírodě