Das Pluk podpory nasaditelných sil (Regiment zur Unterstützung der verlegbaren Kräfte) ist eine spezialisierte Logistikeinheit der Tschechischen Streitkräfte mit Sitz in Rakovník im Středočeský kraj. Seit dem 1. Oktober 2026 hat es den Status eines Regiments. Bis dahin arbeitete es als Prapor podpory nasaditelných sil (Bataillon zur Unterstützung der verlegbaren Kräfte), das zum 1. Januar 2020 entstanden war.[1][2][3] Es handelt sich um eine spezialisierte Logistikeinheit.[3] Die Einheit untersteht dem Velitelství teritoriálních sil.[1]
Aufgaben
Bei Verlegungen von Soldaten und Technik sorgt die Einheit für vorübergehende Unterkunft und Verpflegung, für technische und medizinische Unterstützung sowie für das Auffüllen von Treibstoff. Nach Angaben von Verteidigungsminister Jaromír Zůna (für die SPD) und des Regimentskommandeurs ist sie die einzige ihrer Art in Tschechien.[1] Zu den Hauptbereichen gehören die Unterstützung durch das Gastland (Host Nation Support), also die Versorgung alliierter Einheiten während ihres Aufenthalts und ihrer Durchreise durch tschechisches Gebiet, sowie Aufnahme, Sammlung und anschließende Weiterverlegung von Kräften (Reception, Staging and Onward Movement).[2] Eine weitere Rolle ist die Vorbereitung und Durchführung internationaler Übungen. Die Einheit arbeitet langfristig mit dem 163. Logistikbataillon der deutschen Armee und mit Logistikeinheiten weiterer verbündeter Staaten zusammen; Angehörige beteiligen sich auch an Auslandseinsätzen und Aufgaben, etwa in Litauen und Lettland.[1]
Entwicklung
Das Bataillon erreichte nach Angaben des Ekonomický deník zwei Jahre nach seiner Gründung die anfängliche Einsatzfähigkeit und zum 1. Januar 2025 die volle Einsatzfähigkeit.[2] Minister Zůna erklärte, die Soldaten aus Rakovník hätten bisher 26-mal die Unterstützung alliierter Einheiten bei deren Aufenthalt oder Durchmarsch durch Tschechien sichergestellt.[2][3] Zůna erinnerte zudem daran, dass er die Gründung eines Bataillons zur Unterstützung durch das Gastland im Zusammenhang mit den Ergebnissen des NATO-Gipfels in Warschau 2016 vorgeschlagen habe, der Mobilität und Resilienz zu den Prioritäten zählte.[2]
An die Umwandlung in ein Regiment erinnerte am 6. Oktober 2026 ein feierlicher Appell auf dem Husovo náměstí in Rakovník in Anwesenheit von Minister Zůna und des Kommandeurs der Territorialkräfte Petr Svoboda.[1][2] Kommandeur des Regiments ist Martin Kuna.[1]
Kapazitäten
Bei Verlegungen von Militärkonvois soll das Regiment nach Angaben des Ministers täglich Unterkunft und Verpflegung für bis zu 500 Personen und die technische Unterstützung von 200 Fahrzeugen bewältigen. In der Basis zur Sammlung von Einheiten (Staging Area) sollen es bis zu 1000 Personen und 350 Fahrzeuge sein.[1][3] Die Zahl der Soldaten soll auf etwa 1200 steigen; nach Angaben von Kommandeur Kuna beruht diese Erweiterung auf dem Entwicklungskonzept bis 2035. iDNES berichtet, die Einheit habe derzeit etwa fünfhundert Angehörige.[3] Die Einheit sucht unter anderem Köche, Mechaniker und Fahrer.[1][3]
Die Garnison Rakovník
In Rakovník war in den Jahren 1931 bis 1939 das Artillerieregiment 301 stationiert. Nach dem Krieg lagen dort Artillerieeinheiten, in den 1960er Jahren das 1. Aufklärungsbataillon und Ende der 1960er Jahre das 2. Panzerregiment, das 1994 aufgelöst wurde. In Rakovník befanden sich ferner Lager für Luftwaffenmunition und Luftwaffenmaterial.[1] Der Bürgermeister von Rakovník, Luděk Štíbr, erklärte, die Garnison bringe der Stadt Arbeitsplätze und Kaufkraft.[3]
Chronologie
- — In Rakovník im Středočeský kraj fand ein feierlicher Appell zur Gründung des Pluk podpory nasaditelných sil statt, das seit dem 1. Oktober das bisherige Bataillon ablöst und 1200 Soldaten haben soll. → ČTK / České noviny Ekonomický deník
Quellen
- ČTK / České noviny — 6. Oktober 2026
- Ekonomický deník
- iDNES.cz — 7. Oktober 2026