Oto Klempíř ist Kulturminister der Tschechischen Republik für die Bewegung Motoristé.

Oto Klempíř, tschechischer Sänger und Textdichter, 2022
Oto Klempíř, tschechischer Sänger und Textdichter, 2022Foto: David Sedlecký derivative work: Kacir, 2022 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Oto Klempíř ist Kulturminister der Tschechischen Republik für die Bewegung Motoristé.[3][4] Laut Novinky.cz hat das Kulturministerium keine Pressestelle und kommuniziert vor allem über soziale Netzwerke.[1]

Národní galerie Praha

Nach der Abberufung der Direktorin der Národní galerie Praha, Alicja Knast, im März schrieb Klempíř ein Auswahlverfahren für ihre Nachfolge aus und betraute Olga Kotková, bislang Direktorin der Sammlung alter Kunst, mit der Leitung der Institution.[1] Das Auswahlverfahren hob der Minister am 2. Juli 2026 auf; den Teilnehmern teilte er dies laut Novinky.cz vorher nicht mit.[1] Die Aufhebung kritisierten zum Beispiel die Gewerkschafter der Národní galerie Praha.[2]

Das neue Auswahlverfahren ist zweistufig. Bewerbungen mit Konzepten können bis zum 5. November 2026 eingereicht werden; über die neue Leitung will das Kulturministerium Anfang Dezember entscheiden, damit der Direktor am 1. Januar 2027 antreten kann.[1][2] In die Auswahlkommission berief das Ministerium unter anderem den Direktor des Wiener Leopold Museums Hans-Peter Wipplinger, den Komponisten und Pädagogen Vladimír Franz, den Direktor der Pariser Galerie Louis Carré & Cie Patrick Bongers und die frühere Direktorin der Wiener Galerie Belvedere Agnes Husslein-Arco.[1][2]

Staatliche Kulturpolitik

Die Regierung billigte den Entwurf der Staatlichen Kulturpolitik der Tschechischen Republik für den Zeitraum 2026–2029, den Klempíř auf einer Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung vorstellte.[3][4][5] Nach Aussage des Ministers ruht das Dokument auf drei Säulen: auf den Menschen, die Kultur schaffen, auf dem kulturellen Erbe und auf der Zukunft.[3][5] Umgesetzt werden soll es durch einen anschließenden Aktionsplan, der der Regierung bis zum 30. November vorgelegt werden soll.[3][5] Laut dem Vorlagebericht wird für 2027 mit Ausgaben des Kapitels des Kulturministeriums von etwa 19,3 Milliarden Kronen gerechnet, also 1,66 Milliarden mehr als im laufenden Haushalt.[3][5]

Das Dokument rief Kritik der Opposition und eines Teils der Kulturszene hervor.[3][4] Der frühere Kulturminister Martin Baxa (ODS) sagte, es sei ohne Einbeziehung der Kulturakteure entstanden und das Stellungnahmeverfahren sei nicht nach den Regeln verlaufen.[3] Die Abgeordnete Andrea Hoffmannová (Česká pirátská strana) kritisierte, das Dokument ignoriere die Fachöffentlichkeit.[3][5] Die Kulturní a kreativní federace erklärte, die Berufsorganisationen würden vom Ministerium wiederholt umgangen.[5]

Auswahlverfahren für den Direktor der Národní galerie Praha

Das von Oto Klempíř geführte Kulturministerium schrieb zum zweiten Mal ein Auswahlverfahren für den Direktor der Národní galerie Praha aus. Bewerbungen mit Konzepten können bis zum 5. November 2026 eingereicht werden, im November sollen die Bewertung und die zweite Runde stattfinden, und über die neue Leitung will das Ministerium Anfang Dezember entscheiden, damit der Direktor am 1. Januar 2027 antreten kann.[1][2]

Laut iDNES traf sich Klempíř bei der Vorbereitung der neuen Auswahl mit allen drei Finalisten des ersten aufgehobenen Verfahrens und forderte sie zur Teilnahme auf. Das Ministerium stellte eine Auswahlkommission zusammen, zu deren Mitgliedern zum Beispiel der Direktor des Leopold Museums in Wien Hans-Peter Wipplinger, Patrick Bongers von der Pariser Galerie Louis Carré & Cie und Vladimír Franz gehören sollen. Das neue Verfahren ist zweistufig, und die Konzepte müssen sich Investitionen, Sammlungen, Ausstellungstätigkeit, internationaler Entwicklung, Besuchern, Wirtschaft und Leitung der Organisation widmen.[2]

Národní galerie Praha und Staatliche Kulturpolitik (Oktober 2026)

Neues Auswahlverfahren für den Generaldirektor der Národní galerie Praha

Das Kulturministerium schrieb am 5. Oktober 2026 das zweite Auswahlverfahren für den Generaldirektor oder die Generaldirektorin der Národní galerie Praha aus; das erste Verfahren hatte Minister Klempíř aufgehoben.[1][2] Bewerbungen mit Konzepten können bis zum 5. November 2026 eingereicht werden, die Bewertung und die zweite Runde finden im November statt. Entscheiden will das Ministerium Anfang Dezember, damit der neue Direktor am 1. Januar 2027 antreten kann.[1]

Das Verfahren ist zweistufig, und die Konzepte müssen sich nach Angaben des Ministeriums unter anderem Investitionen, Sammlungen, Ausstellungstätigkeit, internationaler Entwicklung, Wirtschaft und Personal widmen. Der Auswahlkommission sollen der Direktor des Leopold Museums in Wien Hans-Peter Wipplinger, der Galerist Patrick Bongers und der Komponist Vladimír Franz angehören; weitere Mitglieder will das Ministerium später bekannt geben.[2] Laut iDNES.cz traf sich Klempíř vor der Ausschreibung mit allen drei Finalisten des aufgehobenen Verfahrens und forderte sie auf, am neuen teilzunehmen. Die Aufhebung des ersten Verfahrens kritisierten die Gewerkschaften der Národní galerie Praha.[2]

Staatliche Kulturpolitik 2026–2029

Die Regierung billigte am 5. Oktober 2026 auf Vorschlag von Minister Klempíř die Staatliche Kulturpolitik der Tschechischen Republik für den Zeitraum 2026–2029. Die Umsetzung soll ein Aktionsplan sichern, den die Regierung bis zum 30. November 2026 erhalten soll.[3][4][5] Klempíř sagte, die Politik ruhe auf drei Säulen: auf den Menschen, die Kultur schaffen, auf dem kulturellen Erbe und auf der Zukunft.[3][5]

Nach Angaben des Ministeriums gehören zu den Hauptrichtungen der Schutz und die Erneuerung des kulturellen Erbes, eine gerechtere Vergütung der Kulturschaffenden, die Modernisierung von Museen, Galerien und Bibliotheken, die Digitalisierung und die Förderung des Exports tschechischer Kultur. Der Vorlagebericht rechnet für 2027 mit Ausgaben des Kapitels des Kulturministeriums von etwa 19,3 Milliarden Kronen, also 1,66 Milliarden mehr als im beschlossenen Haushalt für 2026.[3][5] Laut Hospodářské noviny wurde das Dokument von der Opposition und einem Teil der Kulturszene kritisiert, und die Česká pirátská strana bezeichnete es als Machwerk.[3]

Chronologie

  • — Die Regierung billigte auf Vorschlag von Kulturminister Oto Klempíř die Staatliche Kulturpolitik für den Zeitraum 2026 bis 2029, die von der Opposition und einem Teil der Kulturszene kritisiert wird. → Česká tisková kancelář / České noviny Novinky.cz
  • — Bei einem Auftritt von Kulturminister Oto Klempíř zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse, bei der Tschechien Ehrengast ist, waren aus dem Publikum Rufe der Ablehnung und Pfiffe zu hören; die Schriftstellerin Radka Denemarková kritisierte anschließend in ihrer Rede die Kulturminister und erhielt Applaus. → Hospodářské noviny iDNES.cz
  • — Kulturminister Oto Klempíř kritisierte den Auftritt der Schriftstellerin Radka Denemarková bei der Eröffnungszeremonie der Frankfurter Buchmesse, bei dem sie an seine Zusammenarbeit mit der kommunistischen Staatssicherheit Státní bezpečnost in den 1980er Jahren erinnerte. → Česká tisková kancelář / České noviny Seznam Zprávy

Quellen

  1. Novinky.cz
  2. iDNES.cz — 5. Oktober 2026
  3. Hospodářské noviny
  4. ČT24
  5. ČTK / České noviny