Die Kathedrale St. Peter und Paul steht auf dem Hügel Petrov in Brünn, unter der Adresse Petrov 9. Die nächste Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs ist Šilingrovo náměstí.[1]
Geschichte
Die sakrale Nutzung des Ortes reicht bis ins 11. und 12. Jahrhundert zurück, als hier eine romanische Kapelle stand.[1][2] Nach Angaben des Bistums Brünn errichtete hier Ende des 12. Jahrhunderts Markgraf Konrad II. Otto eine Kapelle und weihte sie dem heiligen Petrus.[2] Das Touristeninformationszentrum Go To Brno gibt an, dass am Ende des 12. Jahrhunderts an dieser Stelle eine kleine Kirche mit Apsis und Krypta erbaut wurde.[1] Im 13. Jahrhundert, nach Angaben des Bistums an dessen Ende, erfolgte der Umbau zu einer romanischen Basilika.[1][2] Überreste dieser Basilika wurden bei archäologischen Untersuchungen der Kathedrale zu Beginn des 21. Jahrhunderts entdeckt und sind heute öffentlich zugänglich.[1]
Im Jahr 1296 wurde der Petrov Sitz eines Kollegiatkapitels.[2] Die Kirche wurde in dieser Zeit in frühgotischer Gestalt umgebaut und wurde zur Propsteikirche mit Kollegiatkapitel.[1] Im Jahr 1368 kam es zur Verdoppelung des Patroziniums der Kirche, die nun dem heiligen Petrus und dem heiligen Paulus geweiht wurde.[2] In der zweiten Hälfte des Jahres 1451 predigte in Brünn der Franziskanerbruder Johannes Kapistran, an dessen Wirken heute die Kanzel namens Kapistránka an der linken Seite der Kirche erinnert.[1]
Im zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts erfolgte ein großer Umbau der Kirche nach den Hussitenkriegen.[2] Im 17. Jahrhundert folgten schrittweise frühbarocke Baumaßnahmen, die die Schäden aus den Belagerungen Brünns durch die schwedischen Truppen in den Jahren 1643 und 1645 behoben.[2] Urheber des barocken Innenraums aus dem 18. Jahrhundert ist der Architekt Mořic Grimm.[1]
Im Jahr 1777 errichtete Papst Pius VI. das Bistum Brünn, und die Kirche St. Peter und Paul wurde zur Kathedrale erhoben. Der Komplex des Petrov durchlief bis zum Ende des 19. Jahrhunderts grundlegende Umbauten, insbesondere in den Jahren 1879 bis 1891.[2] Im Jahr 1891 wurde ein neugotischer Altar des Wiener Bildschnitzers Josef Leimer aufgestellt, dessen Gestalt dem heutigen Hauptaltar aus dem späten 19. Jahrhundert entspricht.[1][2] In den Jahren 1904 bis 1908 wurden nach dem siegreichen Entwurf des Architekten August Kirstein neue Türme errichtet, durch die die Kathedrale ihre neugotische Gestalt erhielt.[2]
Erscheinungsbild und Besonderheiten
Go To Brno beschreibt die Kathedrale als unübersehbare Dominante auf dem Hügel Petrov und als einen der bedeutendsten sakralen Orte Mährens.[1] Die Kathedrale ist auf der Zehn-Kronen-Münze abgebildet.[1] Auf den Türmen der Kathedrale läutet es bereits um 11 Uhr zum Mittag. Dieser Brauch erinnert an die Sage von der List des Generals Raduit de Souches bei der Belagerung Brünns durch die schwedischen Truppen: Der Legende nach erklärte General Torstenson, er werde die Belagerung beenden, wenn er die Stadt nicht einnehme, bevor das Mittagsläuten beginne, und de Souches ließ deshalb das Mittagsläuten eine Stunde früher erklingen.[1]
An der Fassade der Kathedrale befindet sich ein lateinisches Zitat aus dem Matthäusevangelium (Mt 11,28–30), in deutscher Übersetzung: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich will euch erquicken ...“[2]
Praktische Informationen
Nach Angaben auf der Website von Go To Brno ist die Kathedrale täglich von 8 bis 18:30 Uhr geöffnet, freitags ab 10:30 Uhr. Der Zugang zu den Türmen ist in der Winterzeit (Oktober–April) von Montag bis Samstag von 11:00 bis 16:45 Uhr und sonntags von 12:00 bis 16:45 Uhr möglich, in der Sommerzeit (Mai–September) von Montag bis Samstag von 10:00 bis 18:15 Uhr und sonntags von 12:00 bis 18:15 Uhr. Der Eintritt zu den Türmen und in die Schatzkammer der Kathedrale kostet laut derselben Quelle 60 CZK für Erwachsene, 40 CZK für Studierende, Kinder über 15 Jahre und Senioren sowie 130 CZK als Familienticket.[1]
Die Kontaktadresse lautet laut der Website von Go To Brno Petrov 9, 602 00 Brno, Telefon +420 543 235 031, E-Mail .[1]