Das Prebischtor (Pravčická brána) ist ein Felsentor in der Böhmischen Schweiz im Ústecký kraj. Die Verwaltung des Nationalparks bezeichnet es als eines der Wahrzeichen der Böhmischen Schweiz.[1]

Natürliche Gestalt

Der Betreiber des Areals beschreibt, dass die Sandsteinplateaus vor etwa 90 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit nach dem Rückzug des Meeres entstanden und dass die Weichheit des Gesteins der Elbe ermöglichte, Täler einzuschneiden. Die Spannweite des Bogens beträgt 26,5 Meter, was nach derselben Quelle der größte natürliche Felsbogen auf dem europäischen Festland ist. Das Tor ist ein Nationaldenkmal. Der Bogen ist nach Angaben des Betreibers brüchiger, weshalb auf seinem Scheitel keine Touristen mehr stehen dürfen.[2]

Touristische Nutzung

Nach Angaben der Verwaltung des Nationalparks Böhmische Schweiz wurde das Tor spätestens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem touristischen Ziel. Die Besitzer der Herrschaft Clary-Aldringen bauten die Infrastruktur aus, und der erste Ausschank entstand hier 1827, als auch die Erhebung von Eintritt eingeführt wurde. Im Jahr 1881 ließen sie das Hotel Prebischtor errichten, das heute als Sokolí hnízdo bekannt ist.[1] Der Betreiber des Areals gibt an, Fürst Edmund Clary-Aldringen habe italienische Handwerker angeworben, einen gepflasterten Weg zum Tor, Waldpfade und Bootsfahrten in die nach ihm benannte Klamm angelegt.[2]

Im Jahr 1831 nahm Carl Gustav Carus das Tor in seine Neun Briefe über Landschaftsmalerei auf, und im selben Jahr besuchte es nach Angaben des Betreibers erstmals Hans Christian Andersen. Nach derselben Quelle wurde das Tor 2004 in dem Film Der König von Narnia verwendet.[2]

Eigentum und Zugang

Das Restaurant Sokolí hnízdo wurde zusammen mit den Grundstücken 1992 trotz der Einwände der damaligen Verwaltung des Landschaftsschutzgebiets Labské pískovce privatisiert und befindet sich weiterhin in Privatbesitz. Der Nationalpark Böhmische Schweiz wurde im Jahr 2000 gegründet.[1] Der Betreiber erhebt für den Zutritt und die Durchquerung seiner Grundstücke in der Touristensaison Eintritt, im Winter ist das Areal an Wochenenden ohne Eintritt zugänglich.[1] Der einzige Zugangsweg führt durch das Tal zum Sokolí hnízdo, befindet sich im Eigentum der Parkverwaltung und ist nach deren Angaben von Erosion bedroht, sodass er eine Instandsetzung erfordert. Den besten Ausblick bieten die Vyhlídky westlich des Tores, zu denen der Weg über ein privates Grundstück führt, weshalb auch der Zugang dorthin gebührenpflichtig ist.[1]

Die Parkverwaltung ließ mit Unterstützung des Umweltministeriums eine Studie zur Revitalisierung der Zugangswege erarbeiten, die etappenweise Reparaturen, einen provisorischen Zugang und die Entwässerung des Hangs vorschlägt und einen alternativen Weg zu den Vyhlídky außerhalb der privaten Grundstücke prüft.[1]

Praktische Informationen laut Betreiber

Der Betreiber des Areals nennt auf seiner Website als Öffnungszeiten vom 28. März bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr und von November bis März freitags sowie am Wochenende von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt beträgt 125 Kč für Erwachsene und 50 Kč für Kinder von 6 bis 14 Jahren sowie für Studierende und Senioren über 65 Jahre. Zum Tor geht man von Hřensko auf dem roten Wanderweg, Autos lässt man auf dem Parkplatz in Hřensko oder in Mezní Louka stehen.[2]

Quellen

  1. Správa NP České Švýcarsko
  2. Pravčická brána – Sokolí hnízdo (provozovatel areálu)