Forscher der Masaryk-Universität gaben am 7. Oktober 2026 den Fund zweier Spinnenarten bekannt, die bisher in Tschechien nicht nachgewiesen waren.

Forscher der naturwissenschaftlichen Fakultät der Masaryk-Universität gaben am 7. Oktober 2026 den Fund zweier Spinnenarten bekannt, die in Tschechien bisher nicht verzeichnet waren. Entdeckt wurden sie beim Monitoring südmährischer Feuchtgebiete im Projekt LIFE in Salt Marshes, das die Wiederherstellung von Feuchtgebieten mit der Erforschung ihrer Biodiversität verbindet [1][2][3].
Die Springspinne Attulus inexpectus fanden die Forscher in Gestalt von zwei Weibchen im Salzsumpf Trkmanec–Rybníčky bei Rakvice. Als eigenständige Art wurde sie 1997 erkannt, als sie von der ähnlichen Art Attulus rupicola abgegrenzt wurde. Sie lebt im Tiefland am Wasser, an Küsten und in Salzsteppen des Binnenlands. Der nächste bekannte Fundort liegt am Neusiedler See in Österreich, mehr als 120 Kilometer von Trkmanec entfernt. Die Arachnologin Eva Líznarová vom Institut für Botanik und Zoologie der Fakultät sagte, es handle sich um eine mittelgroße Art, sodass es unwahrscheinlich sei, dass sie bisher übersehen wurde [1][2][3].
Die Spinne Crustulina sticta wurde im Mai 2025 als ein Männchen im Feuchtgebiet Kosteliska bei Dubňany gefangen, das zum Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung Hodonínská Dúbrava gehört. Die Art kommt in Europa zerstreut vor, ist an Feuchtgebiete und Moore gebunden und in allen Nachbarländern Tschechiens nachgewiesen. Líznarová sagte, ihr Vorkommen in Tschechien sei deshalb zu erwarten gewesen [1][3].
In Proben aus Trkmanec bestätigten die Forscher außerdem die vom Aussterben bedrohte Spinne Entelecara omissa. In Tschechien war sie bisher nur von den Lednické rybníky bekannt, wo sie 1999 verzeichnet wurde [1][2]. Die Projektleiterin Marie Kotasová Adámková von der naturwissenschaftlichen Fakultät sagte laut Deník, der Fund zeige den biologischen Wert der Feuchtgebiete und die Bedeutung eines langfristigen Monitorings [1].
Der Fund bedeutet nicht, dass die Arten erst vor Kurzem nach Südmähren gelangt sind, denn manche Spinnen werden erst durch gezielte und langfristige Untersuchungen entdeckt. Beide Arten sind weder invasiv noch für den Menschen gefährlich [3].
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Chronologie
- — Wissenschaftler der Masaryk-Universität gaben den Fund von zwei in Tschechien bisher nicht verzeichneten Spinnenarten bekannt: der Springspinne Attulus inexpectus bei Rakvice und der Kugelspinne Crustulina sticta bei Dubňany in Südmähren. Deník.cz iDNES.cz: Brno
Quellen
- Deník.cz — 7. Oktober 2026
- iDNES.cz: Brno — 7. Oktober 2026
- Brněnská Drbna — 8. Oktober 2026